Freilassinger gegen Fokus auf Corona-Inzidenzzahl

100 Geschäftsleute machen Lärm: „Gerechtigkeit für das Berchtesgadener Land!“

„5-vor-12“-Protest gegen die Schließungen von Geschäften und Gastronomie in Freilassing.
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„5-vor-12“-Protest gegen die Schließungen von Geschäften und Gastronomie in Freilassing.

Rund 100 Freilassinger versammelten sich am Montagmittag mit Löffeln und Kochtöpfen in der Fußgängerzone, um lautstark gegen die Schließung von Geschäften und Restaurants zu protestieren. *Mit Video*

Freilassing - „Wir fordern Gerechtigkeit für das Berchtesgadener Land“, ruft Anni Klinger ins Mikrofon und rund 100 Demonstranten klopften auf ihre mitgebrachten Kochtöpfe - dementsprechend laut ging es her. Am Montagmittag, 8. März, protestierte die Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsforums Freilassing mit Geschäftsleuten und Sympathisanten in der dortigen Fußgängerzone. Ab sofort soll jeden Montag um 5 vor 12 Uhr aus Protest „getrommelt“ werden.

Das Anliegen von Klinger und ihren Kollegen: Ob Geschäfte und Restaurants öffnen dürfen soll nicht nur an der Sieben-Tages-Inzidenz der Corona-Infizierten festgemacht werden. Auch die Zahl der Geimpften, der Getesteten oder der belegten Intensivbetten soll eine Rolle spielen. „Wir wollen eine Wiedereröffnung von Gewerbe und Gastronomie“, so Klinger. Schließlich begann der Lockdown im Berchtesgadener Land bereits am 20. Oktober, zwei Wochen früher als bundesweit.

„5-vor-12“-Protest gegen die Schließungen von Geschäften und Gastronomie in Freilassing.

Weil das Berchtesgadener Land besonders eng mit Österreich und Salzburg verwoben ist, lebt dort eine hohe Anzahl an Pendlern - und die müssen sich seit einem Monat wöchentlich auf das Corona-Virus testen lassen. Schon allein deshalb könnte die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis höher sein als anderswo und Lockerungen verzögern.

Anni Klinger beim „5-vor-12“-Protest gegen die Schließungen von Geschäften und Gastronomie in Freilassing.

„Wir wollen keinen Einkaufstourismus“, so Anni Klinger. „Die Leute sollen dort einkaufen können wo sie leben und nicht nach Traunstein oder sonst wo hinfahren.“ Auch Landrat Bernhard Kern zeigte sich solidarisch und nahm an der Kundgebung teil. Bürgermeister Hiebl musste sich aus Zeitgründen vom 2. Bürgermeister Josef Kapik vertreten lassen. Protestiert wurde im Berchtesgadener Land bereits auch schon in der Vorwoche, zum Beispiel in Bad Reichenhall für die Öffnung von Schulen und Kitas.

„5-vor-12“-Protest gegen die Schließungen von Geschäften und Gastronomie in Freilassing.

xe

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