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Tempo 30 wird kaum ernst genommen

Fast niemand hält sich an die Tempolimits in Freilassing

Hier in der Mittleren Feldstraße sieht man zwar keine spielenden Kinder, das Schild
„Spielstraße“ bedeutet trotzdem Schrittgeschwindigkeit.
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Hier in der Mittleren Feldstraße sieht man zwar keine spielenden Kinder, das Schild „Spielstraße“ bedeutet trotzdem Schrittgeschwindigkeit.

Wer hält sich an Tempolimits in der Stadt? Offensichtlich sehr wenige, wenn man der Auswertung der Stadt nach einem Jahr Messung glauben darf.

Freilassing - Prinzipiell ist erkennbar, dass das übliche Tempo 50 in der Regel eingehalten wird, das reduzierte Tempo 30 in Wohnbereichen meistens nicht. Mit einer Spielstraße in der Mittleren Feldstraße kann scheinbar kein Autofahrer etwas anfangen, statt „Schritttempo“ sind hier alle schneller unterwegs, im Durchschnitt mit 26 km/h.  

Einmal im Jahr veröffentlicht die Stadt die Auswertung der stationären Geschwindigkeitsmessungen, nicht zu verwechseln mit den Radarkästen der Polizei mit anschließendem Bußgeld, falls zu schnell. Peter Egger von der Verwaltung erklärte, dass die Messung nicht geeicht sei und es bei Gegenverkehr oder bei Regen auch zu Messfehlern kommen könne. Gemessen würde in beiden Richtungen, meist seien die Standorte von Anrainer gewünscht worden. 

Zu den Ergebnissen: In der Teisenbergstraße wurden ein Monat lang rund 6000 Fahrzeuge gemessen, bei erlaubten 30 km/h waren 38 Prozent zu schnell, wobei auch gemessene 31 km/h eben schon als zu schnell gewertet wird. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 35 km/h. Anders sieht es mit der Akzeptanz von Tempo 30 im Norden der Stadt in der Surheimerstraße aus, hier waren von knapp 10.000 gemessenen Fahrzeugen drei Viertel zu schnell unterwegs, im Durchschnitt 44 km/h. „Die Straße ist eben breit und gut ausgebaut, da wird erwartungsgemäß schneller gefahren“, so Egger. In anderen 30-Zonen funktioniert es hingegen besser, in der Lohenstraße und in der Talstraße lief es besser, dort hielten sich fast alle an das Limit. 

Spielstraße ohne Kinder

Die einzige „Spielstraße“ in der Mittleren Feldstraße, offiziell „verkehrsberuhigte Zone“, scheint niemanden zu kümmern. An die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit – die Stadt geht von 7 km/h aus – hält sich de facto niemand, die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 26 km/h, das wäre für eine Tempo 30-Zone ideal. In der Diskussion im Bauausschuss tauchte dann die Frage ob, ob diese Spielstraße in dieser Straße überhaupt einen Sinn mache? Die Antwort aus der Verwaltung war, dass wohl ein Haus, also ein Haushalt auf die Spielstraße poche, obwohl die Kinder dort auch schon groß seien und sicher nicht mehr auf der Straße spielen würden.

Helmut Wimmer vom Ordnungsamt erinnerte an zahlreiche Diskussionen über diesen verkehrsberuhigten Bereich, man wollte das in diesem Bereich einfach testen, „das Ziel sei allerdings nicht erreicht worden“, allerdings fahren alle vorsichtig und langsamer als 30, also zumindest ein Teil des Ziel sei erreicht. Für Wolfgang Hartmann von den Grünen sind das eher „Zahlenspielereien“, bei einem angenommenen Tempolimit von 7 km/h „ist es ja logisch dass alle schneller sind“. Wichtiger sei es zu ermitteln, in welchen Straßen es eine Gleichberechtigung geben soll. 

Die Idee der CSU, ganz Freilassing zu einer Tempo 30-Zone erklären und nur die Hauptstraßen auszunehmen stieß bei Bürgermeister Markus Hiebl auf wenig Gegenliebe. „Freilassing hat schon viele 30-er Zonen seit den 1990-er Jahren, vor allem in den Wohngebieten, da sind wir schon weit weg von einem generellen 50 km/h in der Stadt“. 

Was macht Polizei mit den Ergebnissen?

In der Diskussion im Bauausschuss tauchte dann auch die Frage auf, was die Polizei mit den Messwerten der Stadt anfängt. Auf BGLand24-Recherche meinte Freilassings Polizei-Chef Gerhard Huber, dass man sich die Unterlagen sehr wohl ansehe, „im besten Fall sollte eine Würdigung der Stadt dabei sein, also der konkrete Wunsch, wo mehr kontrolliert werden sollte“. In der Praxis müsse man sich aber die Straßen ansehen ob sie „überwachungsfähig“ sind, denn auch die Polizei hätte hier bestimmte Richtlinien für die Geschwindigkeitsmessung einzuhalten. Eine Alternative sei die Überwachung durch den Kommunalen Zweckverband, der sich aber ebenfalls an Richtlinien halten müsse. 

hud

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