Flughafen-Streit: Ramsauer schießt zurück

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Dr. Peter Ramsauer beim Pressegespräch am Dienstag in Freilassing.
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Freilassing - Als "Kriegserklärung" bezeichnete jüngst Wilfried Haslauer Peter Ramsauers Pläne für den Salzburger Flughafen. Doch nun schlägt der Bundesverkehrsminister zurück.

Gleich zu Beginn der Pressekonferenz an diesem Dienstagvormittag in Freilassing packt Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer sein Smartphone aus und legt es vor sich auf den Tisch. Darauf zu sehen ist der Flugradar für den Amadeus Mozart Flughafen - Salzburg. Im Fünf-Minuten-Takt wandert der Blick des Ministers auf sein Telefon, um zu prüfen, ob sich gerade eine Maschine im An- oder Abflug befindet. Doch an diesem Tag hat er kein Glück: "Ich glaube die leiten die Flugzeuge immer um, wenn sie wissen dass ich komme", meint Ramsauer grinsend.

Dr. Peter Ramsauer zur DVO:

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Doch nach Späßen ist ihm eigentlich derzeit nicht zu mute. Zumindest nicht, wenn es um das Thema Fluglärm und Durchführungsverordnung (DVO) geht. In den vergangenen Tagen und Wochen musste er sich einiges anhören von österreichischer Seite. Eine Boulevardzeitung titelte gar: "Jetzt Luftkrieg mit Deutschland". In einer anderen Zeitung war zu lesen, er wolle den Flughafen zukünftig über Mittag schließen lassen. "Alles Quatsch", meint Ramsauer. "Ich will den Flugbetrieb auf keinen Fall einstellen und bekenne mich ganz klar zum Salzburger Flughafen." Daher auch das Pressegespräch an diesem Dienstag in Freilassing. Er wolle so einige Dinge klar rücken und sich zur Wehr setzen gegen die Vorwürfe.

Nach aktuellen Zahlen, die der Bundesverkehrsminister bei der Pressekonferenz präsentierte, werden derzeit 93 Prozent der Anflüge über den Norden des Flughafens Salzburg und damit über Deutschland und nur sieben Prozent über Österreich abgewickelt. "Mein Wunsch ist es, dass man dieses Verhältnis behutsam verschiebt und so eine spürbare Entlastung für die Gemeinden Freilassing, Ainring und Saaldorf-Surheim erzielt." Möglich sei dabei eine Verteilung von 70 zu 30 Prozent. Auf den Prozentpunkt genau komme es dabei gar nicht an.

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Weil allerdings das neue Satellitenanflug-Verfahren, dass im Mai 2012 am Salzburger Flughafen veröffentlicht und in Kraft gesetzt wurde, nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, wurde nun die Durchführungsverordnung entwickelt. Laut der DVO sollen die Anflüge von Norden an den Salzburger Flughafen nur noch in "besonderen Situationen durchgeführt werden", erklärt Gerold Reichle, Leiter der Abteilung für Luft- und Raumfahrt im Ministerium. Diese Besonderheiten umfassen bespielsweise Punkte, wie den Ausfall der Navigationshilfe oder Rettungs- und Ambulanzflüge, die auch weiterhin über die nördliche Anflugschneise abgewickelt werden sollen. In einem ersten Schritt hatte die deutsche Delegation, bestehend aus Fachleuten des Verkehrsministeriums, bei einer Konsultation am 22. November der österreichischen Seite den DVO-Entwurf vorgestellt. "Nun werden wir die zahlreichen Argumente Österreichs sorgfältig abwägen und dort wo es für notwendig erachtet wird, könnte der Text der DVO noch einmal angepasst werden", so Reichle.

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