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Warm-Up-Zug als Wartehalle  

BRB stellt geheizten Triebwagen für Kriegsflüchtlinge in Freilassing zur Verfügung

Statt bei minus 4 Grad am Bahnsteig in Freilassing frierend können die Kriegsflüchtlinge nun in einem 23 Grad warmen BRB-Triebwagen auf den nächsten Zug in Richtung München warten.
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Statt bei minus 4 Grad am Bahnsteig in Freilassing frierend können die Kriegsflüchtlinge nun in einem 23 Grad warmen BRB-Triebwagen auf den nächsten Zug in Richtung München warten.

Seit Freitagabend können Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nach der Registrierung am Bahnhof Freilassing in einem geheizten Triebwagen auf dem Bahnsteig auf den nächsten Zug nach München warten.

Freilassing - Dass der Bahnhof Freilassing nicht geeignet ist für größere Menschengruppen, die kontrolliert werden und dann wieder warten müssen, ist seit 2015 bekannt, „jetzt bei der Ankunft von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine haben mir auch unsere Zugbegleiter gesagt, dass da etwas passieren muss“, so BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann.

Am Donnerstagmittag habe er dann erstmals mit der Bundespolizei Kontakt aufgenommen und gefragt, ob denn ein Triebwagen als Wartesaal helfen würde und möglich wäre. Die Bundespolizei war begeistert. „Wir haben dann gleich bei der bayerischen Eisenbahn-Gesellschaft angefragt, ob wir einen Triebwagen aus dem Netz nehmen und vorübergehend in Freilassing abstellen dürfen“, so Schuchmann. Zugausfälle gibt es wegen des fehlenden Triebwagens nicht, „es wird nur zum Beispiel ein Dreifach-Zug derzeit als Zweier-Garnitur geführt“. 

Statt bei minus 4 Grad am Bahnsteig in Freilassing frierend können die Kriegsflüchtlinge nun in einem 23 Grad warmen BRB-Triebwagen auf den nächsten Zug in Richtung München warten.

„War überrascht über die schnelle Hilfe“

Innerhalb von wenigen Stunden habe man das hinbekommen, „nach der Entscheidung haben wir den ersten vorbeikommenden BRB-Triebwagen akquiriert, ich war selbst überrascht wie schnell das funktioniert hat“. Seit Donnerstag, 18 Uhr, steht der Flirt 3-Triebwagen der BRB – vormals Meridian – nun also auf Gleis 3, mit 23 Grad wohltemperiert, mit Toiletten, Waschbecken und mit zahlreichen Steckdosen zum Aufladen der Handy-Akkus. 

Die Bundespolizei begleitet die registrierten Flüchtlinge vom Bahnhofsgebäude in den Zug, den sie als „warm-up-train“ bezeichnen, die Flüchtlinge selbst, meist Frauen und viele Kinder, machten am späten Donnerstagabend im „warm-up-train“ schon einen erschöpften Eindruck, viele blickten sorgenvoll auf Nachrichten auf ihren Handys. Der BRB-Triebwagen bleibt jetzt auch am Tag stehen, „damit können die Flüchtlinge auch tagsüber in einem warmen Zug sitzend auf die nächste Verbindung in Richtung München warten“, so Schuchmann.

Dass der Bahnhof in Freilassing nicht wirklich reisefreundlich ist, wissen nicht nur die täglichen Pendler, sondern zeigt sich auch wieder jetzt in einer Ausnahmesituation. Auch sieben Jahre nach der ersten, großen Fluchtbewegung im Herbst 2015 ist das Bahnhofsareal für das Ankommen und den Aufenthalt von größeren Gruppen denkbar ungeeignet, die Bahnhofshalle ist zu klein, Toiletten sind auf dem Vorplatz in einem provisorischen Container untergebracht, Getränke gibt es Abends nur aus einem Automaten, Essen gibt es nicht. Bei Minusgraden mussten bis Donnerstag in der Nacht ankommende Kriegsflüchtlinge in der Wartehalle schlafen oder auf dem Bahnsteig warten. 

Update, 15.44 Uhr - Pressemeldung BRB

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Der Strom an Flüchtenden aus der Ukraine hat Bayern erreicht und nimmt von Tag zu Tag zu. Für viele ist dabei der Bahnhof Freilassing der erste Kontakt auf deutschem Boden. Daher findet dort auch die Kontrolle und Registrierung der Flüchtenden durch die Bundespolizei statt. Ein Prozess, der mitunter auch längere Wartezeiten bedeutet. Damit die meist alleinreisenden Mütter mit Kindern, ältere Menschen und natürlich auch alle anderen Flüchtenden diese Wartezeit nicht in der immer noch herrschenden Kälte am Bahnsteig verbringen müssen, hat die BRB gestern in einer Spontanaktion einen ihrer Triebzüge aus dem Netz Chiemgau-Inntal an Gleis 3 am Bahnhof Freilassing abgestellt.

Insgesamt 333 Sitzplätze und auch vier Toiletten bietet der Zug und ermöglicht es somit, die Wartezeit bis zur Registierung und Weiterreise im Warmen und Trockenen zu verbringen. Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der BRB, betont: „Wir sind froh, neben der kostenfreien Beförderung in unseren Zügen noch einen kleinen Beitrag leisten zu können, um den Flüchtenden die Ankunft in Deutschland zu erleichtern. Der Zug dient als Sofortmaßnahme und hilft auch der Bundespolizei, ihre Arbeit bestmöglich zu erledigen.“

Nur ein Anruf genügte, um auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, von der Aktion zu überzeugen. Durch die Abstellung des Zuges kann es sein, dass Regelzugfahrten geschwächt werden müssen, was normalerweise von der BEG mit Pönalezahlungen belegt wird. In diesem Fall verzichtet die BEG jedoch hierauf und unterstützt somit die Aktion der BRB. Aufgrund des coronabedingten Rückgangs der Fahrgastzahlen gehen BRB und BEG nicht davon aus, dass es zu Kapazitätsengpässen kommen wird.

Pressemeldung BRB

hud

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