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Nachgefragt in Freilassing und Rosenheim: So überbrücken Festwirte und Schausteller Corona

„Wir wollen endlich wieder arbeiten, kein Hartz IV beantragen müssen!“

von links, im Uhrzeigersinn: Der Präsident des Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller, Wenzel Bradac; Franz Hell vom Festzeltbetrieb Franz Hell aus Freilassing und die Schausteller-Familie Fahrenschon aus Rosenheim.
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von links, im Uhrzeigersinn: Der Präsident des Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller, Wenzel Bradac; Franz Hell vom Festzeltbetrieb Franz Hell aus Freilassing und die Schausteller-Familie Fahrenschon aus Rosenheim.

Bis auf Weiteres müssen wir uns auf eine volksfestfreie Zeit einstellen. BGLand24.de hat in Freilassing, München und Rosenheim nachgefragt, wie es Festwirten und Schaustellern damit geht.

Freilassing/München/Rosenheim - „Ich weiß von zwei anderen Festzelt-Betreibern, die bereits das Handtuch geschmissen haben!“, berichtet Anna-Maria Fahrenschon von der Fahrenschon GmbH & Co. KG Festzelte + Gastronomie aus Rosenheim. „Es ist momentan wirklich schlimm für die gesamte Gastrobranche.“ Momentan verkaufen sie Volksfestschmankerl auf dem Volksfestplatz in Großkarolinenfeld. „Das ist so gut bei den Leuten angekommen, dass wir mit der Gemeinde eine Verlängerung bis zum 16. Mai beschlossen haben“, freut sie sich.

„Das ist wirklich schön, wie dieses Angebot von den Leuten hier angenommen wird. Die setzen sich teils, natürlich mit coronakonformen Abständen, auf eine Decke auf der Wiese und brotzeiten.“ Sofern es die Inzidenzzahlen zulassen, solle es ab Pfingsten in Bad Aibling einen Biergarten und To Go-Betrieb geben. (Mehr dazu hier, Plus-Artikel ovb-online.de) „Außerdem werden wir beim diesjährigen Sommer in der Stadt in Rosenheim verkaufen dürfen. Das hilft uns sehr weiter.“ Sie seien auch dieses Jahr doppelt hart getroffen worden. „Der Ausfall des Oktoberfests ist bitter für uns, sonst wären wir dort mit unserem Weißbierkarrussel vertreten.“

Volksfest-Absagen treffen Festwirte und Schausteller hart - Nachgefragt in Freilassing und Rosenheim

„Die Oktoberfest-Absage hat leider einen regelrechten Dominoeffekt hervorgerufen“, klagt Wenzel Bradac, Präsident des Bayerischer Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller e.V.. „In der Folge haben viele Kommunen ihre Volksfeste abgesagt. Die Oktoberfest-Absage können wir natürlich nachvollziehen, dass ist eine globale Veranstaltung, zu der Leute aus aller Welt kommen. Sowas ist heuer nicht drin. Aber mussten auch gleich die regionalen Feste, welche eine enorme Bedeutung für die Bevölkerung haben, mit abgesagt werden?“ In der Branche hoffe man, dass im Herbst die Lage so weit beruhigt sei, dass doch noch Feste stattfinden können. „Und natürlich, dass es in diesem Jahr wieder etwas mit den Christkindlmärkten wird.“

Ihm sei bewusst, dass die Veranstaltung von Volksfesten in diesem Jahr unter schwierigen Vorzeichen stehe. „In vielen Kommunen wird der Volksfestplatz derzeit für Test- und Impfzentren genutzt. Wer keinen Dorf- oder Stadtplatz beziehungsweise verkehrsberuhigten Bereich hat, bekommt Probleme einen Veranstaltungsort für Alternativveranstaltungen wie einen Sommer in der Stadt zu bieten.“ Ähnliches hatten bereits Volksfest-Organisatoren aus der Region gegenüber unserer Redaktion berichtet (Plus-Artikel innsalzach24.de).

„Wir kriegen staatliche Beihilfen, aber die sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die laufenden Kosten, wie Mieten, Versicherungen, Unterhalt von Fahrzeugen und Fahrgeschäften und so weiter fressen bei vielen die Rücklagen, teils die Altersvorsorge auf“, klagt Bradac. „Unsere Leute sind stolze Menschen. Wir wollen endlich wieder arbeiten, kein Hartz IV beantragen müssen! Aktionen wie To Go-Verkäufe sind leider nur eine Überbrückungshilfe, das kann die Verluste nicht ersetzen.“

Überbrückung mit Hendl-Verkauf und Unimog-Fahren

Franz Hell vom Festzeltbetrieb Franz Hell aus Freilassing hat einiges an Erfahrungen mit Überbrückungsaktivitäten gesammelt. „Im vergangenen Jahr haben wir am Muttertag mit dem To Go-Verkauf unserer Brathendl auf unserem Firmengelände in Freilassing angefangen und am Vatertag nochmal angeboten, weil es so gut angenommen wurde. Im Herbst gab‘s dann nochmal Hendl zu Kirchweih. Heuer wird es wieder in etwa genauso ablaufen.“ Am Standort im Freilassinger Industriegebiet gäbe es immer etwas zu tun. „Der Fuhrpark will gewartet sein.“

Im Sommer 2020 habe sich zufällig eine Tätigkeit für das Berchtesgadener Hofbräuhaus ergeben. „Die brauchten jemand, der mit dem Unimog Alm- und Berghütten beliefert. Da gilt es auf Forststraßen unterwegs zu sein, auf denen es sich nicht so einfach steuert“, berichtet er. „Unsere einzige Veranstaltung im vergangene Jahr war daneben eine, natürlich unter Einhaltung der Infektionsschutzregeln abgehaltene, Geburtstagsfeier, zu der wir ein Zelt verliehen haben.“

Fahrenschon, Bradac und Hell sind sich einig: Zumindest 2021 wird es voraussichtlich keinen Festzeltbetrieb wie sonst geben. „Die Kernzeit dafür ist 19 bis 20 Uhr am Abend. Da werden die Leute lustig, da die Abstands- und Hygieneregeln zu kontrollieren ist eine Mammutaufgabe, fast nicht zu schaffen.“ - „Überdachte Biergärten mit etwas Musik, darauf wird es hinauslaufen“, so Schausteller-Präsident Bardac. „Ein Volksfestzelt mit Stimmungsmusik wird es heuer wohl leider nirgends geben.“ Veranstaltungen im Freien seien der Weg, stimmt auch Anna-Maria Fahrenschon zu. „Da kann doch nun wirklich keiner was dagegen sagen. Es bringt doch nix, wenn alles verboten ist und die Leute dann zusammengedrängt im Hinterzimmer feiern?“

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