Kreishandwerkerschaft und Wirtschaftsförderung unterstützen - Infoveranstaltung am Mittwoch, 5. April in Freilassing

Keine Angst vor neuen Schritten - Digitalisierung sichert die Zukunft des Handwerks

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Cornelius Roth, Digitalisierungsbeauftragter der WFG BGL (links), und Johannes Haas, stellvertretender Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft, erklären, warum die Digitalisierung der Betriebe notwendig ist.

Berchtesgadener Land - Die Digitalisierung ist auch für die Traditionsbranche Handwerk notwendig, um erfolgreich am Markt zu bestehen. Die Informationsveranstaltung am 4. April in Freilassing gibt einen ersten Einblick.

Der Digitalisierungsbeauftragte der Wirtschaftsförderung Berchtesgadener Land, Cornelius Roth, und der stellvertretende Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land, Johannes Haas, erklären im gemeinsamen Interview, was das Schlagwort Handwerk 4.0 bedeutet und wie Handwerker im Digitalisierungsprozess unterstützt werden.

Können Sie uns einige Beispiele zur Verdeutlichung von Handwerk 4.0 geben?

Cornelius Roth: Bei Handwerk 4.0 geht es um die schnelle Verarbeitung von Informationen und guten Service für Kunden. Die Themen von Handwerk 4.0 bewegen sich in vier „digitalen“ Bereichen: Abläufe, Kommunikation, Produkte & Services sowie digitale oder digital gestützte Geschäftsmodelle.

Einfache Beispiele sind die digitale Gebäudeplanung, die digitale Organisation von Lieferterminen, die Online- Ersatzteilbeschaffung oder das Ausstellen elektronischer Rechnungen beim Kunden.

Die digitale Erfassung von Kundendaten hilft außerdem dabei, sehr individuell auf den Kunden einzugehen. Das ist auch notwendig, denn Kunden vergleichen heute sehr umfassend via Internet.

Welche Unterstützung geben Kreishandwerkerschaft und Wirtschaftsförderung den Handwerksbetrieben? 

Cornelius Roth: Die Wirtschaftsförderung unterstützt umfassend, denn die Digitalisierung unserer Betriebe ist die Voraussetzung für einen modernen, erfolgreichen Wirtschaftsraum und damit für unsere Lebensqualität.

Für Handwerker bieten wir zunächst Veranstaltungen an (siehe Infokasten). In individuellen Lotsengesprächen finden wir heraus, welche Schritte bei der Digitalisierung des Betriebes notwendig und sinnvoll sind.

Wir sind Ansprechpartner für Förderprogramme zur Digitalisierung. Handwerksbetriebe können zum Beispiel wie jedes andere Unternehmen den „Digitalbonus Bayern“ beantragen.

Informationen zu dem Programm gibt es unter www.digitalbonus.bayern oder bei der Wirtschaftsförderung unter Telefon 08654 7750-0.

Johannes Haas: Das Bildungszentrum Traunstein der Handwerkskammer Oberbayern und die Berufsschule bieten erste Fortbildungsmaßnahmen und Info-Veranstaltungen an.

Welche Inhalte vermitteln Sie in der Grundlagenveranstaltung Handwerk 4.0?

Cornelius Roth: Ich beginne mit der Bedeutung der Digitalisierung für das Handwerk und gehe dann konkret auf Anwendungsbeispiele ein. Ich zeige Wege und die nächsten Schritte auf, die auch zunächst sehr einfach sein können: Wie spreche ich meine Kunden online an, was muss die Webseite bieten, welche Social Media- Kanäle kann ich nutzen um meine Kunden oder auch potentielle Fachkräfte anzusprechen.

Außerdem klären wir, wie der Digitalbonus beantragt wird, um den nächsten Digitalisierungsschritt im Betrieb zu gehen.

Herr Haas, welche Schritte haben Sie in Ihrem eigenen Unternehmen bereits in Richtung Handwerk 4.0 unternommen? 

Johannes Haas: Wir haben unsere Büroorganisation auf aktuellem Stand gehalten, um auf die kommenden Anforderungen der Digitalisierung schnell zu reagieren. Gleiches gilt für die Arbeitsvorbereitung, die Auftragsabwicklung und die Fertigung.

Wer nicht auf der Hut ist läuft Gefahr, den Anforderungen des Marktes nicht mehr gerecht zu werden.

Wie sind Ihre Erfahrungen bzgl. Kundenservice und Prozessen nach diesen Schritten? 

Johannes Haas: Unsere Kunden fordern einen modernen Service, der in die Zukunft gerichtet ist. Der individuelle und menschliche Aspekt darf bei all der Euphorie um die Digitalisierung aber auf keinen Fall vernachlässigt werden. Beides wird von uns verlangt.

Was raten Sie Ihren Kollegen aus dieser Erfahrung? 

Johannes Haas: Habt keine Angst vor neuen Schritten.

Zukunft sichern durch Handwerk 4.0

Die Infoveranstaltung „Zukunft sichern durch Handwerk 4.0“ findet am Mittwoch, 5. April, von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Aula der Berufsschule Freilassing, Kerschensteinerstraße 2 in Freilassing statt.

Cornelius Roth geht zielgerichtet auf Handlungsfelder ein. Josef Lechner von Holzbau Lechner spricht über den Internetauftritt seines Betriebes und seine Erfahrungen mit Social Media zum Gewinnen von Fachkräften.

Pressemitteilung Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mbH

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