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Massiver Druck für Landkreis

Kampf um kluge Köpfe: Berufsschule Freilassing wird neu gebaut

Berufliches Bildungszentrum Berchtesgadener Land Freilassing Berufsschule Neubau oder Sanierung
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Das jetzige Gebäude der Berufsschule Freilassing ist in die Jahre gekommen. Die Baustruktur ist veraltet, die Technik am Ende.

Die Berufsschule in Freilassing wird neu gebaut. Doch die Zeit drängt: Die umliegenden Regionen schlafen nicht und die Kosten steigen mit jedem vergangenen Jahr, in dem nicht gebaut wird.

  • Die Berufsschule Freilassing ist in die Jahre gekommen.
  • Der Landkreis möchte den beruflichen Bildungsstandort erneuern.
  • Dafür stehen insgesamt vier Varianten zur Auswahl: Zwei davon ermöglichen einen Neubau, die anderen beiden eine Sanierung mit Teil-Neubau.
  • Die Varianten mit Sanierung sind wesentlich teurer und haben eine längere Bauzeit mit bis zu neun Jahren.
  • Die Zeit drängt: 2024 sollen die Bauarbeiten starten.

Berchtesgaden/Freilassing - „Leuchtturmprojekt.“ Dieses Wort fällt in der Kreistagssitzung am Freitag (22. Oktober) nicht nur einmal. Schließlich geht es um die Zukunft der beruflichen Bildung im Berchtesgadener Land und rund 115,4 Millionen Euro. Die Berufsschule in Freilassing ist in die Jahre gekommen. Die alten Gebäude wurden seit den 1950ern ohne Konzept immer wieder erweitert. Auch die Gebäudetechnik ist veraltet. Das Gelände muss mindestens saniert werden - oder abgerissen. Der Kreistag entscheidet sich einstimmig für den Neubau.

Neubau Berufsschule Freilassing: Bildungs-Campus am Bahnhof?

Bis zur nächsten Kreistagssitzung im Dezember soll die endgültige Neubau-Variante bestimmt werden. Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, die noch zur Debatte stehen: Entweder der Landkreis baut auf dem jetzigen Gelände der Berufsschule mit zusätzlichen Erweiterungsflächen - die sogenannte Variante 3 - oder der Bau wird in der Variante 4 weiter nördlich in Richtung Bahnhof verschoben.

Beide Möglichkeiten sollen einen Campus bilden. Die Baukörper sind gleich. Auch Bauzeit und -Kosten stimmen in etwa überein. Die Planer rechnen mit knapp sechs Jahren und in etwa 115,4 Millionen Euro. Vorausgesetzt der Bau beginnt 2024. Etwaige Grundstücks- und Finanzierungskosten sind dabei noch nicht mit einberechnet. 2030 sollen die Schüler bereits ihre neuen Klassenzimmer beziehen.

Stadt Freilassing wählt Favoriten: Variante vier

Die Stadt Freilassing hat bereits einen Favoriten gewählt: Variante vier. Sie passt für die Freilassinger besser in das geplante Bildungszentrum rund um den Bahnhof. Dafür verhandelt die Stadt gerade mit Grundstückseigentümern. Die Schule soll auf der jetzigen Festwiese und dem Gelände der Firma Reifen Vergölst gebaut werden. Für den Bau müsste die Jennerstraße verlegt werden - wer dafür die Kosten trägt, ist noch nicht geklärt. Der Kreistag stimmt der Variante vier nur unter einer Bedingung zu: Etwaige Grundstücksfragen oder Altlasten der Grundstücke müssen bis zur nächsten Kreistagssitzung geklärt sein. Sonst könne man den strengen Zeitplan nicht einhalten.

Gegebenheiten für Variante vier bis Dezember umsetzbar?

Der Baubeginn 2024 sei sehr ambitioniert, deswegen dürfe man keine Zeit mehr verlieren, so Sven Kluba (CSU) in Hinblick auf die Varianten. An den steigenden Kosten im Immobilienbau sehe man auch: „Jedes Jahr, in dem wir nicht bauen, kostet uns Millionen.“

Thomas Wagner (CSU), auch Stadtrat in Freilassing, rechnet nicht mit der Variante vier. Er sehe große Probleme in rechtlicher und finanzieller Hinsicht, den Standort der Variante vier in der kurzen Zeit umzusetzen. Gleichzeitig dränge die Zeit aus einem ganz anderen Grund: Auch der Nachbarlandkreis Traunstein und das Bundesland Salzburg würden erheblich in Bildung investieren. „Deswegen müssen wir den Zeitplan umsetzen und die Entscheidung im Dezember fallen, um den Standort Freilassing zukunftsorientiert und schnellstmöglich voran zu bringen.“

„Umliegende Regionen schlafen nicht“

Es sei ein Kraftakt für den Landkreis, finanziell, aber auch „im Wettbewerb um die klugen und geschickten Köpfe der Zukunft“, meint Manfred Hofmeister (BLR). Der Fachkräftemangel ist schon jetzt spürbar. Deswegen habe der Landkreis gar keine andere Wahl, als den Schülern „ein attraktives Angebot für die Ausbildung“ zu bieten.

Auch Daniel Längst (FWG) sehe in dem Millionenprojekt ein „großes Zeichen für heranwachsende junge Leute und die Wirtschaft“, und: „Die umliegenden Regionen schlafen nicht.“ Daher dränge die Zeit. Der Landkreis müsse mithalten, damit auch „unsere Auszubildenden und Unternehmer mithalten können“.

Finanzielle Belastung für Landkreis steigt

Der finanzielle Druck auf den Landkreis steigt. Es sei die größte finanzielle Herausforderung der letzten Jahrzehnte, so Landrat Bernhard Kern (CSU). Dies werde sich auch in der Kreisumlage widerspiegeln. Die Zahlungen der Gemeinden an den Kreis dürften also deutlich steigen.

Dr. Bartholomäus Wimmer (Grüne) weist deswegen auf den vom Kreis selbst erlegten Schuldendeckel hin. Es sei eine „massive Kostensteigerung“ einzuplanen und die mittelfristige Finanzplanung dementsprechend anzupassen. Auch über künftige Projekte und deren Finanzierung müsse man noch einmal sprechen, so Wimmer. Man werde die Prioritätenliste noch einmal neu aufstellen müssen, bestätigt Kern.

ce

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