Entwarnung nach Amok-Drohung an Freilassinger Schule

Dieser Post wird für zwei Schülerinnen wohl richtig teuer!

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Einfach nur geschmacklos: Auf Instagram drohte jemand mit einem Amoklauf an der Freilassinger Mädchenrealschule. Doch das wird für den Urheber des Posts richtig teuer.
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Freilassing - Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Dienstag zwischen Schülern, Lehrern und Eltern die "Amokdrohung" gegen eine Freilassinger Mädchenrealschule. Die Polizei gab rasch Entwarnung - und konnte inzwischen wohl auch die Verursacherinnen ausfindig machen:

UPDATE, 15.45 Uhr

Wie die Polizei soeben mitteilte, waren wohl zwei Schülerinnen maßgeblich an der Erstellung und Verbreitung der Nachricht beteiligt. Nähere Angaben zur Herkunft der Schülerinnen wollen die Beamten jedoch nicht veröffentlichen. Die Polizei in Freilassing ermittelt diesbezüglich weiter, allerdings gibt es nach den bisherigen Erkenntnissen weiterhin keine Hinweise auf eine tatsächliche Gefährdungslage

Zudem stehen die Beamten weiterhin in engem Kontakt mit der Schulleitung. Am Mittwoch wurde zudem für die Zeit des Unterrichts die Polizeipräsenz im Umfeld der Schule verstärkt.

Die Erstmeldung:

Am Dienstagnachmittag, den 11. Juli, ist eine Drohung in Sozialen Medien gegenüber der Mädchenrealschule in Freilassing bei der Schulleitung bekannt geworden. Auf Instagram drohte offenbar eine Schülerin, dass sie die Absicht habe, einen Amoklauf zu begehen. Mehrere Personen solidarisierten sich anschließend mit Posts und kündigten sogar ihre Unterstützung an. Andere Verfasser zeigten dagegen Courage und schrieben, dass solche Drohungen nicht witzig seien und keinesfalls gepostet werden sollten.

Die verständigte Polizei in Freilassing nahm den Inhalt des Schreibens ernst und hat Ermittlungen unter Einbindung der Kriminalpolizei Traunstein und der Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd eingeleitet. 

Nach Bewertung der Polizei ist die Nachricht als haltlos zu bezeichnen. Um auch letzte Zweifel auszuschließen, wurde das Schulgebäude am Dienstagabend vorsorglich durchsucht. Wie Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, am Mittwochmorgen gegenüber BGLand24.de bestätigte, wurde bei der Durchsuchung im Gebäude nichts gefunden. Derzeit gehe man davon aus, dass der Verfasser mit seiner Drohung zu erreichen beabsichtigte, dass die Schule am Mittwoch ausfalle. Laut Thalmeier stehen am Mittwoch mündliche Prüfungen an. Diese und auch alle angesetzten Schulaufgaben werden jedoch wie geplant stattfinden. 

In Zusammenarbeit mit der Polizei gab die Schule am Dienstagabend in einem Elternbrief Entwarnung: "Sie können Ihre Töchter mit ruhigem Gewissen in die Schule schicken", so Schulleiter Günter Kronawitter. Die Ermittlungen vieler verschiedener polizeilicher Einsatz- und Spezialgruppen seien zu dem Ergebnis gekommen, dass eindeutig Entwarnung gegeben werden könne.

Um jedes Risiko für die Schülerinnen auszuschließen, wird am Mittwochvormittag im Umfeld der Schule die Polizeipräsenz verstärkt. Die Kollegen werden auch uniformiert vor Ort, so Thalmeier. Wie der Pressesprecher weiterhin mitteilt, sind die Ermittlungen der Polizei damit jedoch nicht beendet. "Wir werden jetzt versuchen, den Verfasser der Nachricht zu identifizieren."

Auf Nachfrage von BGLand24.de teilte Pressesprecher Jürgen Thalmeier mit, dass das Verfassen eines solchen Posts kein Kavaliersdelikt ist. "Hier handelt es sich um eine Straftat." Gesetzesgrundlage sei in diesem Fall Paragraf 126 des Strafgesetzbuches im Falle einer "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten". Im Falle einer Verurteilung drohen dem Verfasser eines solchen Posts somit eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Vorausgesetzt natürlich, dass der Verfasser strafmündig sei. Ansonsten werde geprüft, ob der Fall vor dem Jugendgericht verhandelt werden wird.

Auch könnte dem Verfasser drohen, die Kosten des Polizeieinsatzes tragen zu müssen, so Thalmeier weiter. 

mh

Anmerkung der Redaktion: 

Um möglichen „Trittbrettfahrern“ und Nachahmern sowie dem bislang unbekannten Schreiber der Nachricht keine Plattform zu bieten, hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd angekündigt, keine Pressemeldung zu versenden. 

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