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Freilassing: Lindenstraße als Fahrradstraße?

750 Meter in drei Minuten, Vorrang für Radfahrer, Tempo 30 für Autos

In der Stadt Salzburg gibt es schon einige Fahrradstraßen zum Beispiel von Mülln aus dem Bahndamm entlang Richtung Freilassing oder hier entlang der Salzach, wo tatsächlich mehr Radfahrer als Autofahrer unterwegs sind.
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In der Stadt Salzburg gibt es schon einige Fahrradstraßen zum Beispiel von Mülln aus dem Bahndamm entlang Richtung Freilassing oder hier entlang der Salzach, wo tatsächlich mehr Radfahrer als Autofahrer unterwegs sind

Der Streit um die Frage, wie und wo Fahrradfahrer in der Stadt sicher fahren können zwischen der CSU und dem Bürgermeister („Ich erwarte jetzt ihre Alternativen“) ist  scheinbar ausgeräumt. In der Sitzung des Stadtrates am Montagnachmittag ging Markus Hiebl erkennbar deutlich auf die CSU zu. „Ich sehe in ihrem  Antrag eine gute Chance für ein ganzheitliches Fahrrad-Netz“, vorstellbar sei als Pilotprojekt eine Fahrradstraße in der Lindenstraße. Zur Vorsicht warnte ausgerechnet ein Stadtrat, der sich aus ideologischen Gründen sonst für mehr Radverkehr einsetzt.

Freilassing - Der Hintergrund des CSU-Antrages: Mitte März war die CSU, gemeinsam mit der FWG – mit einer Ausnahme – gegen einen Radschutzstreifen in einer umgebauten Reichenhaller Straße. Bürgermeister Markus Hiebl forderten Alternativen, die kamen dann auch einen Monat später, in einem Antrag forderte die CSU, dass bestehende Straßen und Wege „praktikabel, wirtschaftlich und sinnvoll“ zu einem Fahrrad-Wegenetz zusammengeführt werden sollen. 

„Das ist ein guter Vorschlag der CSU“, so der Bürgermeister am Montag im Stadtrat, der in den letzten Wochen eine gute Diskussion über Radwege in der Stadt mit allen Beteiligten sah, sowohl mit Mitgliedern der Radinitiative, als auch mit betroffenen Anwohnern. „Radfahrer haben bei uns schon jetzt gute Bedingungen, aber es fehlt ein zusammenhängendes Radfahrernetz“, so Hiebl, der in Zukunft auch in Freilassing mehr Fahrräder erwartet, seien es E-Bikes oder Lastenräder. 

Was heißt Fahrradstraße?

Helmuth Wimmer vom Ordnungsamt der Stadt erklärte, dass eine Fahrradstraße nur dann entstehen darf, „wenn der Radverkehr bereits die vorherrschende Verkehrsart ist oder zu erwarten ist“, ob das für die Lindenstraße gilt darf eher bezweifelt werden. In einer Fahrradstraße dürfen in der Regel auch keine Autos fahren, außer es ist durch Zusatztafeln erlaubt, es gilt dann Tempo 30. Radfahrer können  in einer Fahrradstraße dann auch nebeneinander fahren. „Bevor wir in der Lindenstraße eine Fahrradstraße verordnen sollten wir aber auch noch die Meinung der Polizei einholen“, riet Wimmer abschließend. 

750 Meter Fahrradstraße 

Thomas Wagner von der antragstellenden CSU zeigte sich erfreut, dass sein Antrag für Fahrradstraßen diskutiert wird, „wir könnten uns München als Vorbild nehmen“. Er kann sich eine Fahrradstraße von der Lindenstraße über die Bräuhausstraße bis zur Mittelschule vorstellen, das sind genau 750 Meter, mit dem Fahrrad in drei Minuten zu schaffen. 

Grüner sieht Fahrradstraße als „Behinderung“

Während Grünen-Stadträtin Edeltraud Rilling die Idee mit der Fahrradstraße sehr gefiel („Aber wir sollten uns vorher mit Experten beraten“) kam eine warnende Stimme ausgerechnet von Wolfgang Hartmann, ebenfalls Grüne, der sich sonst bei jeder Gelegenheit für mehr Radverkehr einsetzt. Grundsätzlich sei ein zusammenhängendes Radwegenetz zu begrüßen, „entsprechende Appelle gibt es schon seit 1994, die CSU hätte da schon längst etwas tun können“, gleichzeitig trat Hartmann erstmals auch als eine Art Anwalt für die Autofahrer auf indem er meinte, die Lindenstraße sei „sehr sensibel“ zu betrachten. Soll heißen, die Lindenstraße ist nach der Sperre der Hauptstraße „die wichtigste Straße für alle die mit dem Auto zum Einkaufen kommen, der Handel in der Innenstadt steht ohnehin stark unter Druck, alle zusätzlichen Behinderungen haben Nachteile für die Innenstadt“, so Hartmann, der bis vor einem Jahr ein Geschäft in der Hauptstraße hatte. „Die Innenstadt muss nicht nur für Radfahrer erreichbar bleiben“, auch die Kunden aus dem wichtigen Umland müssten Zugang haben, der dürfe nicht weiter behindert werden. 

Positiver äußerten sich zahlreiche andere Stadträte, für Robert Judl von ‚Pro Freilassing‘ ist der CSU-Antrag „ein Baustein für eine Fahrradkultur“, für  Helmuth Fürle, SPD, „ist die Zeit reif für mehr Fahrradstraßen“ und Hubert Kreuzpointner, CSU wünschte sich „Mut, etwas zu machen, probieren wir es in der Lindenstraße doch einfach mal aus“. Bürgermeister Markus Hiebl gefiel der Gedanke zusehends, das Motto könnte also „learning by doing“ sein. 

So wurde denn am Ende einstimmig beschlossen, die Vernetzung der Lindenstraße, Bräuhausstraße und Martin-Luther-Straße sowie die Hermann-Löns-Straße, Zwieselstraße, Staufenstraße bis zur Hofhamer Str. als Fahrradstraße zu prüfen.

hud

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