Freilassing wird genau angesehen

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Barbara Stöhr geht das gesamte Stadtgebiet ab und trägt für jedes Grundstück ein, ob und wie es bebaut ist.

Freilassing - Ob Spielplatz, Supermarkt, Eisdiele, Einfamilienhaus oder Pfarrheim - jedes einzelne Grundstück in Freilassing wird derzeit genau angesehen und hinsichtlich seiner Nutzung kartiert.

Das Fachbüro für den Themenbereich Wirtschaft und Wohnen schafft in seinem Bereich die Grundlagen für gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing. Jede Woche sind sie zu Fuß unterwegs um Flächen- und Gebäudenutzungen zu dokumentieren und die Besonderheiten sowie Flächeneignungen im gesamten Stadtgebiet abbilden zu können.

Erstaunt schauen die Leute öfter mal, erzählt Barbara Stöhr. Die junge Frau ist zur Zeit im Team von Dr. Robert Leiner im gesamten Stadtgebiet unterwegs und schaut sich jedes einzelne Haus und jedes Grundstück in Freilassing genau an. Wenn sie auf Nachfrage erklärt, was sie macht, sei die Resonanz recht positiv. Den Freilassinger/innen scheint es sympathisch zu sein, dass erst genau hingeschaut und dokumentiert wird und dann die Planungen beginnen.

Der erste Eindruck von Freilassing, so Barbara Stöhr, sei gut und sie empfinde es als angenehm durch die Straßen von Freilassing zu wandern. Mindestens 14 Tage schätzt sie, wird es dauern das gesamte Stadtgebiet abzugehen. Auf diesen Wanderungen wird die Flächennutzung ebenso wie die Gebäudenutzung aufgenommen. Besonderheiten werden ebenso im Kartierbogen verzeichnet, wie Flächeneignungen.

Gespür für die Stadt

Jedes Flurstück wird mit einer Nummer codiert und dazu werden verschiedene Informationen vom Gebäudetyp über die Stockwerke bis hin zur Anzahl der Wohneinheiten festgehalten.

Dr. Robert Leiner, der Projektleiter, ist auch öfter mit vor Ort. Denn auf diese Weise können er und sein Team ein besonderes Gespür für die Stadt entwickeln. Sie haben Verkaufsflächen und Sortimente im Einzelhandel im Blick. Sie schauen welche Betriebstypen in Freilassing zu finden sind und wie deren Marktauftritt aussieht. Und auch die Dienstleister werden daraufhin angesehen, welcher Art ihr Angebot ist. Bei den Wohnhäusern wird notiert, welche Art von Gebäude da steht und in welchem Zustand es sich befindet. Wie viele Stockwerke es hat und anhand der Klingelschilder werden Rückschlüsse auf die Anzahl der Wohnungen gezogen.

Bürgerbeteiligung wichtig

Nach und nach entsteht ein ziemlich genaues Bild von Freilassings Flächen- und Grundstücksnutzung. Das ist für ein gutes Stadtentwicklungsprogramm aber noch nicht genug. Die Gebäude allein sagen noch nichts darüber aus, wie zufrieden die Menschen mit ihrer Wohnsituation sind, welche Verbesserungsmöglichkeiten und welche Verbesserungsbedarfe sie sehen. Dazu bedarf es der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Dr. Leiner hat deshalb einen Fragebogen entwickelt. Er fragt ein breites Spektrum ab und will auch zu so wichtigen Themen wie Barrierefreiheit und Energienutzung im Wohnbereich zuverlässige und gültige Daten für Freilassing schaffen. Der Fragebogen wird mit dem nächsten Stadtjournal an alle Haushalte gehen. Das Ergebnis wird Grundlage für die weiteren Planungen in Freilassing.

Auf die Frage, warum er nicht auf die Mikrozensusdaten zurückgreife, erklärt der Experte für Wirtschaftsentwicklung und Wohnraumanalyse, dass er dann noch etwa zwei Jahre warten müsste, bis die Daten zugänglich sind und vor allem wird dort nichts über die Zufriedenheit der Bewohner/innen und die Verbesserungsmöglichkeiten ausgesagt. Aspekte, die bei gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing grundlegend sind.

So genau wird das Wohnen auch analysiert, da die verschiedenen Rahmenkonzepte vom Landesentwicklungsplan Bayern über den Masterplan für die Kernregion Salzburg bis hin zum Entwicklungskonzept Region 18 Freilassing als regionalen Schwerpunkt für Wohnen bezeichnen. Sie schlagen verdichtete Bauweise, einen höheren Anteil von Mietwohnbau, sowie Nachverdichtung und die Schließung von Baulücken vor. Das gründet sich auf die Daten zur Bevölkerungsentwicklung. Freilassing hatte in den letzten 10 Jahren eine positive Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen und die Prognosen gehen von einem weiteren Bevölkerungswachstum aus. Gute Gründe also die Grundlagen für die Baumaßnahmen der nächsten Jahre und Jahrzehnte zu legen.

Pressemeldung Stadt Freilassing

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