Erfolgreich am Nordkap angekommen

#IceRallye - zu Fuß durch Eis und Schnee bis zum Nordkap

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#IceRallye 2017
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Freilassing - Mit 49 PS von Freilassing zum Nordkap. 22 Tage, 15.000 Kilometer und mindestens ein Dutzend Länder wollte Stefan Poerschke auf seiner Tour bewältigen. Das Nordkap hat er schon erreicht:

Pünktlich, zur Mittagszeit ging es los. Vom Rathausplatz Freilassing zunächst nach München, wo der Fordclub ihn noch zu einer kurzen Verabschiedung erwartete. Und dann - immer weiter gen Norden. In den ersten beiden Tagen wurde Stefan zunächst noch von seinem Freund Steffen Gedamke begleitet, der ihn bis einschließlich Malmö sozusagen als Begleitfahrzeug für den kleinen Ford Fiesta eskortierte, um bei eventuellen Technikausfällen einspringen zu können. Schließlich wurden viele Um- und Neubauten bei dem Fiesta im Vorfeld getätigt. Von Freilassing aus ging es zunächst nach München, wo ihn noch der Fordclub gebührend empfing und ans Nordkap verabschiedete. Und dann endlich: Auf ans Nordkap!

Sonnenschein adé

"Bis kurz hinter Halle blieb uns der Sonnenschein erhalten, dann begann der Winter", so Stefan Poerschke im Gespräch mit BGLand24.de am Ende des ersten Tages. Und ergänzt: "Bis 150 km vor Hamburg hatten wir starken Schneefall mit Schneeverwehungen auf der Autobahn. Die maximale Höchstgeschwindigkeit: 80km/h", so Stefan. Somit hieß der erste Übernachtungsstopp dann Hamburg und nicht Kiel.

Ab in den Norden

Dänemark empfing den Nordkap-Reisenden am Folgetag mit traumhaftem Sonnenschein, was unter anderem zu einer "Foto-Mittagspause unterhalb der Oeresund-Brücke in Middelfart einlud", so Stefan. "Die Landschaft ist einfach toll und ich kann es kaum erwarten noch weiter in den Norden zu kommen. Da ich auch viel Outdoormahlzeiten über be-outdoor.de als Testprodukte mitbekommen habe, kann ich sowohl abends im Auto problemlos mir ein leckeres Essen machen, als auch an solch tollen Orten wie hier anhalten und Pause machen". Von hier aus sollte das nächste Ziel Malmö sein, von wo sein ihn bis dahin noch begleitender Kollege wieder heimwärts verlassen wollte.

Auf zum Köttbullar-Essen

Nach 620km Tageslaufleistung hieß an diesem Tag Glumslöw in Schweden die nächste Übernachtungsstätte. "Und was gibt es in Schweden zum Abendessen? Natürlich Köttbullar", so Stefan. Am folgenden Tag hieß es dann erst einmal Abschied nehmen von Steffen. Während dieser wieder heim gen Freilassing fuhr, sollte Stefan´s nächste Ziel Stockholm sein. "Im Laufe des Tages schlug das Wetter immer mehr um und die Temperatur sank auf -11 Grad. Ab Stockholm hatte ich so starken Schneefall, dass ich kaum noch etwas gesehen habe. Aber ich bin nach 820km angekommen."

Nordlichter in Sicht

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Nach der immensen Kilometerleistung am Vortag legte Stefan an Tag 4 noch einmal drauf. "920 km in 15 Stunden Fahrtzeit und das ganze bei minus 32 Grad", so lautete sein Logbucheintrag für den Tag. "Heute war es eine wunderschöne Strecke über traumhafte Seenlandschaften und Küstenstraßen von Gävle an der Ostküste entlang über Umeå und Luleå bis ganz nach oben an der Ostsee und dann weiter bis zum Nördlichen Polarkreis. Die Nacht wird nun in Lansjärv verbracht. 

Mein Fazit für heute: Ein Traumtag, wie er nur im Bilderbuch steht und das ganze wurde noch gekrönt mit der Sichtung der Polar-Lichter (Aurora Borealis), welche die doch sehr schmerzhafte Kälte außen und im Auto aushalten lassen", so Stefan in seinem Chat mit Familie und Freunden über seine ersten Erfahrungen mit der Kälte und der Schönheit des Nordens.

Quer durch Lappland

Endlose Weiten, wenn auch keinen fernen Galaxien, erwarteten Stefan am 5. Tag seiner Reise. Nämlich: Lappland. Immer wieder erblickte er in der Ferne Renntiere, die in aller Seelenruhe grasten und sich nicht durch die vorbeifahrenden Autos aus der Ruhe bringen ließen. Kiruna in Lappland so lautet eine der klangvollen Ortschaften, die er durchquerte. . Um 15 Uhr war es dann so weit: Die Grenze zu Norwegen war erreicht! "Insgesamt 620 Kilometer in 12 Stunden stehen in meinem heutigen Logbuch", so Stefan. "Der Horizont war den ganzen Tag über in sämtliche Farben getaucht und hat die Strecke damit noch mehr verzaubert. Zum Abschluss des Tages sind noch einmal die Polarlichter am Himmel erschienen und haben den Nachthimmel mit dem grünen Schimmer gefärbt".

Endspurt mit technischen Problemen

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Der 6. Tag sollte es dann in sich haben. Klangvolle Namen wie Kvaenangsfjellet und Honnigsvag standen auf seiner Routenliste. Aber auf einmal hieß es "D unkel wards, die Polarlichter schienen helle". Was war geschehen? "Der Lichtschalter für die Scheinwerfer hat beschlossen durch zu brennen. Gottseidank gibt es aber auch noch die separat angebrachten Zusatzscheinwerfer, die ich direkt an die Batterie angeschlossen habe. Ein Zwischenstopp bei der sympathischen Werkstatt der Norweger von Finmark Motorsports hat zwar keine Lösung gebracht, aber zumindest haben wir die Ursache herausgefunden", berichtet Stefan. Und ergänzt: "Die waren so nett, die haben alle mal kurz ihre Arbeit liegen gelassen und sich zu mehreren Leuten für eine Stunde um den Fiesta gekümmert. Und das sogar unentgeltlich".

Fast wie daheim

Wenn denn der Zwischenstopp auch keine wirklich technische Lösung brachte, so sollte das nächste Erlebnis zumindest ein wenig Heimatgefühl vermitteln. Denn auf den nächsten Kilometern (Richtung Honningsvag hieß es Stau stehen: "Ich sehe keinen Meter mehr. Wir stehen alle komplett dicht hintereinander, aber man sieht nix. Das ist der reinste Wahnsinn", so berichtet Stefan um 19:25 Uhr in seinem Chatkanal und versorgte die gespannt wartenden Freunde daheim mit Bilder von Schneeverwehungen. Auf den Straßen und innerhalb seines Motorraumes.

"Maybe today - maybe tomorrow"

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"So lautete die Antwort des Straßenbaumitarbeiters auf meine Frage, wann es denn weitergeht"berichtet Stefan. Denn eine Lawine aus Eis & Schnee blockierte die Straße und "somit hat sich das Nordkap für mich heute leider erledigt. Aber - Geduld ist eine Tugend - wenn auch nicht meine und daher warten wir mal ab. Und es gibt definitiv schlimmere Orte um zu warten, bei diesen Himmelsfarben um mich herum", ergänzt Stefan. Immerhin, die erste Herausforderung hat er mit Bravour gemeistert, denn bis hierhin führte ihn der Weg über eine eisige Küstenstrasse. 

"Diese Straße ist der Wahnsinn! Die reinste Eisschicht und das direkt an der Steilküste, circa 30m oberhalb vom Meer. Aber relativ human zu fahren mit Schneeketten. Der Oberhammer ist allerdings das Spektakel zu meiner Rechten. Ein blutroter Himmel, der auch das Meer rot färbt. Die Sonne geht hier nicht mehr auf, leider werden meine Fotos nicht so schön, wie es in echt ausschaut", so Stefan.

Fußmarsch zum Nordkap

"Warten, Warten, Warten" - so lautete direkt nach dem Aufstehen die Devise für Tag 8 an dem Stefan eigentlich mit seinem Fiesta das Nordkap erreichen wollte. Und dann kam alles ganz anders: "Nachdem es heute früh gleich nach der Tankstelle zum Start ging wo der Konvoi zum Nordkap losgehen sollte, bin ich erstmal direkt an dieser Stelle hängen geblieben. Ich kam mit dem Auto nicht mehr vor und zurück und meine Hoffnung schwand, dass ich an diesem Tag noch einmal mit dem Auto weiterkommen sollte. Als es dann schon wieder dunkel wurde packte mich doch der Ehrgeiz und ich meine sieben Sachen und machte mich zu Fuß auf den sehr beschwerlichen Weg, die letzten 13 km zum Nordkap zu schaffen", so Stefan zu BGLand24.de 

Das Nordkap erreicht

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"Nach 4 Stunden mitten durch den heftigsten Eissturm hindurch, hatte ich endlich das Nordkap erreicht. Kurz melden, Fotos machen und das Ziel genießen und die Freude war riesig groß!!! Und dann wieder zurück! Beim Rückweg blies mir der Schnee genau ins Gesicht was einVorankommen sehr erschwerte und meine Augen immer noch leiden lässt! Ich hatte das riesige Glück dass mich circa 5 km vor meinem Auto die norwegische Bundeswehr aufnahm und mich mit dem Panzerwagen zurück zu meinem Auto brachte. Physisch hätte ich es schon noch bis zum Auto geschafft, aber ich war froh, als sie mich aufgelesen haben und in einem Panzerwagen wollte ich immer schon einmal fahren. Und ganz nebenbei, so wie die Straße ausgesehen hat wird auch die nächsten 3 Tage da keiner hochfahren", so Stefan nach seiner Rückkehr im Auto.

Mein Fazit

"Eine tolle Tour, eine tolle Erfahrung und ein sehr erfolgreicher Tag heute, wenn auch sehr viel Leichtsinn dabei war, im Dunkeln 13 km in einer Richtung durch das absolute Nichts und jede Menge Schnee zu laufen. Ich rate jedem davon ab das nach zu machen! Ich würde es auch nicht mehr tun". 

Bildergalerie: Am Ziel - #IceRallye2017

Aber ich bin sehr froh, mein Ziel erreicht zu haben. Für heute Nacht gönne ich mir  erstmal ein Hotelzimmer mit einer heißen Dusche, einem leckeren Essen und einem bequemen Bett um mich auszuschlafen", so Stefan direkt nach seiner Ankunft.

Weitere Berichte über die Tour finden Sie in dem #IceRallye Tourenbericht bei be-outdoor.de und dem #IceRallye2017 Logbuch der Active Woman Drive & Style.

Vom Nordkap aus will Stefan noch einige Länder auf seinem Heimweg nach Freilassing qurchqueren und erobern. Folgeberichte über seinen Heimweg lesen Sie ebenfalls in den begleitenden Medien und auf BGLand24.de

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