Günstiger Wohnen in Freilassing?

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Die Stadtratskandidaten der Grünen/Bürgerliste (von links), Architekt Dipl. Ing. Kaspar Müller, Willi Schneider, Wolfgang Hartmann, fanden sich mit der amtierenden Stadträtin E. Hagenauer in der Vinzentius Str. 13 ein, um sich mit Herrn Hölzl von der WBR auszutauschen.

Freilassing - Wohnungen werden immer teurer. Dies macht in Freilassing ein gemeinsames Handeln von Wohnbauträgern und Stadt erforderlich:

Ja, vergleichsweise günstigen Wohnraum kann die genossenschaftlich organisierte und daher nicht gewinnorientierte WBR „Wohnungsbau Rupertiwinkel eG“ anbieten , die Mieten liegen um ca. ein Viertel niedriger als am freien Markt.

Geschäftsführer Josef Hölzl war sich mit den Stadtratskandidaten der Grünen/ Bürgerliste einig, dass der angespannten Lage am Wohnungsmarkt entgegen gewirkt werden müsse.

Die Stadt ist aufgerufen, über sozial verantwortlichen Umgang mit Bauland und Bauerwartungsland, sowie mit zügigen und mit den Investoren abgestimmten Planungen in den kommenden Jahren die Bemühungen der Investoren um mehr Wohnraum effektiv zu unterstützen.

Die hohen Preise zwingen, wie Josef Hölzl ausführte, die Mieter bereits zum Umdenken, diese müssen teilweise ihre Ansprüche senken, in dem sie beispielsweise kleinere Wohnungen wählen. Die Mieten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, bedingt durch die hohe Nachfrage, steigende Grundpreise und stetig steigende Anforderungen an die Bauwerke, auch durch die sich verschärfenden Energieeinsparverordnungen (EnEV) mit ausgelöst.

In dieser Situation investiert die WBR verstärkt und verwirklichte in den letzten Jahren jeweils mehrere Bauvorhaben, dies sei auch bis 2016 geplant, da dann die nächste Novelle der EnEV  bereits in Kraft trete und für weitere Preissteigerungen sorgen werde, die dann wiederum auf die Mieten umgelegt werden müssten.

Auf längere Sicht strebt die Genossenschaft eine Erweiterung des Wohnungsbestandes von derzeit 800 Wohnungen auf ca. 1000 Wohneinheiten an.

Die laufenden Investitionen gehen in die Sanierung von Altbauten und auch in Neubauvorhaben wie zB. das Haus in Händelstraße. Dieses realisiere die WBR, da das dortige Umfeld dank des Projektes Soziale Stadt, das Hölzl als „vollen Erfolg“ wertete, deutlich gewonnen habe.

Auch am Sudetenplatz sind weitere ca. 30-40 Wohnungen geplant, die jedoch zur Zeit zurückgestellt sind, da die Umgestaltung des Platzes noch in der Planungsphase sei und man als Investor Planungssicherheit brauche. „Hier ist die Stadt gefordert, endlich den Bebauungsplan Sudetenplatz, für den sich die Planungen schon Jahre hinziehen, auf den Weg zu bringen“, so Elisabeth Hagenauer.

Auf Nachfrage von Wolfgang Hartmann, Spitzenkandidat der Grünen/ Bürgerliste, ob die WBR staatliche Förderungen in Anspruch nehme, bzw. wie die öffentliche Hand auf günstige Mietpreise einwirken könne, erwiderte Hölzl, dass die WBR das frei finanzierte Bauen bevorzuge, da von den Gebern der Fördergelder einschränkende Auflagen gemacht würden, die die WBR ablehne: so würde zB. „Sozialer Wohnungsbau“ mit Fördergeldern bedeuten, dass es in den Objekten zu schwierigen sozialen Gefügen kommen könnte, bzw. die Genossenschaft nur eingeschränkte Möglichkeiten in der Wohnungsvergabe habe. Das Motto sei hier vielmehr „den richtigen Mieter für das richtige Haus“ zu finden und  eine gesunde Struktur von Jung und Alt in den Wohnquartieren zu erreichen.

Die Stadtratskandidaten Wolfgang Hartmann und Willi Schneider betonten, es sei Aufgabe der Stadt, günstige Grundstücke zur Verfügung zu stellen, wie zB. die Fläche an der Martin-Luther-Straße neben der Mittelschule.

Ebenso ist die Stadt aufgefordert, im Zuge von Umwidmungen von Grün- zu Bauland auf eine sozial gerechte Bodennutzung zu achten.

Architekt Kaspar Müller sieht darüber hinaus Möglichkeiten, im Wohnungsbestand mittels Innenverdichtung weitere Wohnflächen zu erschließen, ohne zusätzliches Bauland zu verbrauchen. Hölzl bekräftigte dies mit dem Hinweis darauf, dass dies teilweise im Zuge von Sanierungen schon geschehen und auch weiterhin geplant sei. 

Im Resümee war man sich einig, dass die Stadt im Wesentlichen nur über verantwortungsvolle Politik im Umgang mit Bauland und zügige Abwicklung der Planungsprozesse in der Stadt Beiträge leisten kann.

Da die Wohnungsbau Rupertiwinkel eG als einer der wenigen Anbieter in diesem Bereich sich derzeit nicht in der Lage sieht, den Bedarf an günstigem Wohnraum in Freilassing zu decken, sei darüber hinaus die Gründung einer weiteren nicht gewinnorientierten Wohnungsbaugesellschaft durchaus denkbar. Dies sei aber, so Hölzl, bei dem enormen Aufwand, den das für die Stadt bedeuten würde, schwer realisierbar.

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