Weiterer Widerstand gegen Globus-Baumarkt

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Freilassing - Die FWG/Heimatliste Freilassing zweifelt am Sinn eines neuen Baumarktes. Sie unterstützt daher das örtliche Aktionsbündnis.

Der Vorstand der FWG/Heimatliste Freilassing unterstützt Forderungen des Aktionsbündnisses gegen Baumarkt im Gewerbegebiet Süd. Auf dem vor kurzem abgehaltenen Kandidatentreffen der FWG Heimatliste Freilassing wurden Informationen über die Argumente und Vorgehensweise des Aktionsbündnisses gegen einen zusätzlichen Baumarkt im Süden von Freilassing vorgestellt.

Florian Löw, selbst Mitglied im Aktionsbündnisses gegen die Neuansiedlung sowie FWG Bürgermeisterkandidat, stellte aus erster Hand die Argumente den anwesenden Vorstandsmitgliedern vor.

Argumente gegen den Baumarkt

Eines der Hauptargumente ist sicherlich die schlechte Situation, in der sich die Innenstadt derzeit befindet. Die Abwanderung des einzigen Nahversorgers in der Innenstadt in den nächsten Wochen wird die Situation im Herzen der Stadt weiter verschlechtern. Gerade Menschen mit geringer Mobilität wie Senioren oder Menschen mit Behinderungen, die im Zentrum wohnen, stellt die Erweiterung des Radius zum nächsten Lebensmittelgeschäft mit Frischware eine schwierige Hürde dar.

Durch eine weitere Ergänzung des bestehenden Globus Sortimentes in einem Baumarkt, sowie die Möglichkeit, 700 Quadratmeter innenstadtrelevantes Randsortiment im Baumarkt anbieten zu dürfen, wird das Stadtzentrum als nicht notwendig für die städtische Versorgung erachtet.

Jemand, der am Stadtrand alles notwendige erledigen kann, wie Einkaufen, Essen, Tanken oder Auto waschen, muss gar nicht mehr in die Innenstadt.

Die noch weiter steigende und immer noch ungelöste Verkehrsbelastung durch die Ansiedlung im südlichen Freilassinger und Ainringer Einzugsbereich, sowie der eindeutige Verstoß gegen die Ziele des damaligen Bürgerentscheides zur Errichtung des „Industrie- und Gewerbegebietes Süd„ und des Verbrauchs eines enormen, für Freilassing wertvollen Industrie- und Gewerbegrundes wurden als weitere Gründe gegen eine Ansiedlung angeführt.

Sorge um kleinere Betriebe

In Ihrer Existenz bedroht sind Kleinbetriebe aus Freilassing und Ainring, Gärtnereien, Handwerksbetriebe aber vor allem der Einzelhandel mit ähnlichem Sortiment im Zentrum. „Wobei Zentrum nicht nur der Bereich um die Fußgängerzone, sondern insgesamt des städtischen Innenbereiches ist.“ äußerte Löw.

„Hier geht es ganz klar um eine Kehrtwende in der Politik in Freilassing.“, gab Stadtrat Ludwig Unterreiner zu Verstehen. „Die kleinen Strukturen, Handwerks-, Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen müssen in den Vordergrund rücken und gestärkt werden. Es gibt nur eine Entwicklung in der Innenstadt „oder“ am Stadtrand; denn beides wäre ein reiner Schildbürgerstreich. Auf der einen Seite fördern wir Einzelhandelsgroßprojekte, die uns Frequenz aus der Innenstadt abziehen, auf der anderen Seite stellen wir Mittel und Bemühungen bereit, um die Situation im Zentrum zu verbessern.“

„Dieses Handeln wurde jedoch bislang nur sehr halbherzig ausgeführt.“, warf Julia Albrecht, Stadtratskandidatin der FWG Heimatliste, die die Schwierigkeiten in der Freilassinger Einzelhandelsstruktur aus dem eigenen Familienbetrieb sehr gut kennt.

„Anstatt mit den Betroffenen Unternehmen und Unternehmern zu planen, werden die Ergebnisse des Stadtentwicklungskonzeptes vorgeschoben und gebetsmühlenartig die Möglichkeit der Ansiedlung eines Baumarktes im Integrierten Stadtentwicklungskonzept kommuniziert.“, fuhr sie fort.

Jedoch stelle sich die Frage, ob die Planungen eines Sondergebietes im Süden im Wirtschaftskonzept des ISEK den Teilnehmern bereits mit dem Wissen „untergejubelt“ wurden, dass in nächster Zeit ein Antrag zum Bau eines Globus Baumarktes eingehen würde.

Die FWG/Heimatliste Freilassing fragt sich: Es wird immer vom Wert der Freilassinger Flächen gesprochen und dann sollen 14.500 m² Fläche einem Einzelhandelsprojekt zum Opfer fallen? Weil das so ist, müssten aber im gleichen Zuge weitere Flächen, die bisher landwirtschaftliche Nutzflächen waren, umgewidmet werden, um den Bedarf Freilassings an Industrie- und Gewerbegrund zu decken.

„Die fehlenden Bemühungen in Freilassing, aktiv Wirtschaft zu gestalten, und dazu gehört erst einmal mit Betroffenen zu reden, müssen angegangen werden“, betont Florian Löw.

Das Zentrum soll gestärkt werden

Anstatt immer nur die Probleme zu begutachten und dafür Hundertausende von Euro bereit zu stellen, will Löw mehr Handeln in der Stadt erreichen. Denn stirbt das Zentrum, so stirbt auch das Herz unserer Stadt. Das werden dann auch verkaufsoffene Sonntage nicht mehr ändern, deren Wirksamkeit für die Gesundung des Handels eher zweifelt ist.

„Die FWG Heimatliste Freilassing wird das Ziel des Aktionsbündnisses unterstützen und dies auch seinen Stadträten für die nächsten Abstimmungen zu diesem Thema ans Herz legen“, bekannte Bert Enzinger, Erster Vorsitzender der FWG/HEIMATLISTE. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, dass die Freien Wähler Wirtschafts- und Zentrumsstärkung als einer seiner wichtigsten Ziele für eine „starke“ Stadt Freilassing und deren Zukunft sieht.

Pressemitteilung FWG/Heimatliste Freilassing

Rubriklistenbild: © Globus

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