Demo: 500 Menschen gegen Fluglärm

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Abschlusskundgebung der Fluglärm-Demo am Salzburger Platz. Zum Abschluss stiegen viele bunte Luftballons auf und schwebten - genau richtig - Richtung Salzburg.

Freilassing - Rund 500 Menschen demonstrierten heute lautstark gegen den Fluglärm, denn sie aufgrund des Salzburg-Airports tagtäglich ertragen müssen.

Der Fluglärmschutzverband (Verband zum Schutze der Bevölkerung des Rupertiwinkels gegen die Gefahren des Flughaftenbetriebes Salzburg e.V.) und der Bund Naturschutz riefen am Europäischen Demonstrationstag gegen Nachtflüge zur heutigen Demo in Freilassing auf. Motto: "Der Mensch ist im Mittelpunkt - nicht der Flughafen".

Aktuelle Fotos von der Demo:

500 Menschen demonstrieren

Der Sammelpunkt am neuen Feuerwehrhaus füllte sich rasch mit vielen Menschen, dutzende Schilder gegen Fluglärm warteten darauf, von Demonstranten Richtung Salzburger Platz gebracht zu werden.

Weitere Fluglärm-Demo-Fotos:

Fluglärm-Demo in Freilassing

Die Organisatoren verteilten Flyer, Flugblätter und Trillerpfeifen, das musikalische Trio "The City Rats" sorgte für rockige und unterhaltsame Klänge, die Vorsitzende des Fluglärmschutzverbandes Freilassing, Bettina Oestreich, informierte bezüglich des rund zweistündigen Ablaufs.

Landrat Georg Grabner bestieg die Bühne für seine Grußworte. Auch unter lautstarken Protesten versicherte der BGL-Chef, das sich mit Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer jetzt erstmals auch ein hochrangiger Politiker für die Freilasinger Bevölkerung interessieren und in Sachen Fluglärm einsetzen würde.

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Langsamer, aber lauter Demozug

Bei der Demo dabei (von links): Landrat Georg Grabner, Saaldorf-Surheims Bürgermeister Ludwig Nutz und Freilassings Rathauschef Josef Flatscher.

Der rund 500 Menschen starke Demozug setzte sich schließlich langsam in Bewegung und wurde - durch zahlreiche Polizeikräfte gut geschützt - über die Münchener Straße zum Salzburger Platz geführt. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, die auch Bürgermeister Josef Flatscher nutzte, um seinen Standpunkt, der sich in fast allen Punkten mit den Demonstranten deckt, deutlich zu machen.

Zuvor hielten die Demonstrierenden kurz am Freilassinger Rathaus inne, aus Lautsprechern dröhnte nicht weit von der direkten Flugschneise entfernt Lärm von startenden und landenden Flugzeugen.

Die vorrangigsten Forderungen des Fluglärmschutzverbandes: Revision des uralten Staatsvertrages von 1969/1974 (die Eignung wurde noch nie überprüft), technische Sicherstellung der An- und Abflüge von und nach Süden, Einschränkung der Betriebszeit (Nachtflugverbot) und kein weiterer Ausbau des Salzburger Flughafens, Mindestüberflughöhe beim Abflug über deutschem Gebiet von 750 Metern und Mindestabstand zur Staatsgrenze von 4,6 Kilometern (ICAO-Standard), erstmalige Sicherheitsanalyse für das bayerische Überfluggebiet, deutsche und internationale Standards für deutsches Gebiet.

Die Ziele: Drastische Begrenzung der Flugbewegungen über bayerischem Gebiet, Lärmschutzzonen auf Basis richtiger Lärmmesswerte, Minderung von Lärm und Feinstaub, keine Wertminderung der heimischen Grundstücke, Steigerung und Sicherung der Lebensqualität.

Erich Prechtl vom Bund Naturschutz Berchtesgadener Land untermauerte, dass nur jener Passus im "Uralt-Staatsvertrag" ein guter sei, in dem es heißt, dass man ihn (schriftlich) kündigen könne.

bit

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