Auto rast in Menschenmenge - nur Übung!

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Freilassing - Ein Großaufgebot an Rettungskräften tummelte sich am Samstagabend am Freilassinger Freibad - zum Glück war alles nur eine Übung!

Die BRK-Bereitschaften aus Ainring und Freilassing haben mit ihren beiden gemeinsamen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) Behandlung und Transport Nord am Freilassinger Freibad für einen Massenanfall an Verletzten geübt. Angenommen wurde, dass ein Autofahrer am Steuer bewusstlos wird und in eine Menschenmenge rast. Ähnliche echte Einsätze gab es bereits im April 2008 im Berchtesgadener Ortsteil Oberau mit einer Hochzeitsgesellschaft oder im März 2006 im schwäbischen Jettingen, wo ein Mann in einen Trauerzug fuhr.

BRK-Übung am Freibad

„Ein Szenario mit sehr vielen Verletzten, wie es jederzeit und überall passieren kann. Dafür halten wir zum regulären Rettungsdienst zusätzliche,

ehrenamtliche Sanitäter, Fahrzeuge und Ausrüstung bereit, denn statistisch betrachtet ist nicht die Frage, ob etwas passiert, sondern nur wann“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter. Geübt wurden die Sichtung, Behandlung, Versorgung und der Transport der Patienten sowie die Leitung und Organisation des Einsatzes.

Als der erste Rettungswagen an der Einsatzstelle ankommt, versucht eine Passantin bereits einen der insgesamt acht Verletzten wiederzubeleben. Die Besatzung erkennt die dramatische Lage und fordert über Funk bei der Leitstelle Traunstein sofort Verstärkung an. Innerhalb kurzer Zeit treffen zwei weitere Rettungswagen, zwei Krankenwagen, das Notarzteinsatzfahrzeug und der Einsatzleiter Rettungsdienst am Unfallort ein. Die Übungsleiter Lorenz Hartmann und Till Schöndorfer von der BRK- Bereitschaft Stadt Freilassing wollten ihre Kameraden voll fordern und hatten sich im Vorfeld aufwendige Verletzungsmuster ausgedacht, so dass jede helfende Hand gefragt war: Ein schwerst Verletzter musste wiederbelebt werden, zwei weitere waren bewusstlos, eine schwere Wirbelsäulenverletzung erforderte einen besonders schonenden Abtransport und drei weitere Patienten mit Knochenbrüchen, Prellungen und inneren Verletzungen brauchten rasche Hilfe.

„Wir wurden von den hauptamtlichen Mitarbeitern der Rettungswache und zwei Ärzten der Notarztgemeinschaft Freilassing tatkräftig unterstützt und konnten mit ihnen das reibungslose Zusammenspiel üben“,erklärt Schöndorfer. „Wenn sich plötzlich ein großer Schadensfall mit einer Vielzahl an Patienten ereignet, sind dank der guten persönlichen Kontakte und der gemeinsamen Übungen alle Schnittstellen zwischen Rettungsdienst und SEG optimal aufeinander abgestimmt“, freut sich Schöndorfer. Nach der Übung hielten Hartmann und Schöndorfer im BRK- Haus Freilassing eine Nachbesprechung mit allen Beteiligten ab, wo Ablauf und Organisation bei einer Brotzeit kritisch besprochen wurden.

Geografisch ist das Berchtesgadener Land aufgrund der Berge gerade im südlichen Landkreis von den Nachbarregionen abgeschnitten. Wenn alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind, kann die Leitstelle deshalb auf die SEG´n zurückgreifen. Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger und umfangreiche Ausrüstung bereit, die - genauso wie die Aus- und Fortbildung der freiwilligen Sanitäter - fast ausschließlich über Spendengelder finanziert werden. BRK-Bereitschaften gibt es in Ainring, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Laufen und Teisendorf. Wer Interesse an einer aktiven Mitarbeit hat, kann sich unter der Telefonnummer +49/(0)8651/9590-21 in der Kreisgeschäftsstelle des Roten Kreuzes melden.

ml/BRK-BGL

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