Fluglärmbelästigung für Freilassing steigt

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91 Prozent der Starts und 92 Prozent der Landungen 2013 erfolgten nach Norden - also über Freilassing.

Freilassing - Seit Jahren ärgern sich Freilassinger über die Lärmbelästigung durch den Salzburger Flughafen. Eine Kommission fand heraus, dass es 2013 sogar noch schlimmer wurde:

Von größtem Interesse war für die Teilnehmer der Kommission die Entwicklung der Richtungsverteilung bei den An- und Abflügen. Zum Missfallen der Mitglieder konnte hier nicht die lange und vehement geforderte gerechtere Verteilung festgestellt werden: Erfolgten 2012 rund 92 Prozent der Landungen über Norden, also über Freilassing, so verschlechterte sich das Verhältnis in 2013 auf 94 Prozent. Bei den Starts waren ähnliche Verhältnisse zu beobachten:

2012 starten 89 Prozent Flüge nach Norden- 2013 waren es sogar 91 Prozent. Niederschmetternd auch die Zahlen zum sogenannten Tauernanflug, der von Süden erfolgt: 2012 wurde dieser Anflug 47-mal genutzt, im vergangenen Jahr nur 36-mal. „Was bringt diese neue Flugroute, wenn sie kaum genutzt wird?“ fragten sich die Kommissionsmitglieder.

Von der Flughafenseite wird argumentiert, dass bisher nur wenige Fluggesellschaften die entsprechende technische Ausrüstung und das geschulte Personal dafür hätten. Nichtdestotrotz fordern die Kommissionsmitglieder, dass vom Flughafen und von der Flugsicherung mehr getan werden müsse, damit diese Route häufiger genutzt wird.

Abflugroute PEREX2S sorgt für Ärger

91 Prozent der Starts und 92 Prozent der Landungen 2013 erfolgten nach Norden - also über Freilassing.

Hier handelt es sich um einen Start nach Norden, das Flugzeug dreht nach Westen (Richtung Hofham) ab und umfliegt Freilassing im Uhrzeigersinn, um letztendlich wieder nach Süden zu fliegen. Oftmals wird dabei Freilassing nicht weiträumig umflogen. Die Flugsicherung Austro Control erklärte, dass sie die betreffenden Fluggesellschaften immer wieder auf das Problem hinweisen und auffordern, erstens früher nach Westen abzudrehen und dann Freilassing weiträumiger zu umfliegen.

Austro Control ist jetzt auch dabei eine Flugroute zu entwickeln, dass bestimmte Flüge, die PEREX nutzen, nach dem Abdrehen die Route nach Bozen nutzen können, also Freilassing nicht umfliegen.

Betriebszeiten werden immer wieder überschritten

Die Betriebszeit des Flughafens ist durch den Staatsvertrag auf 6 bis 23 Uhr beschränkt. Leider wird diese immer wieder überschritten. So gab es 2013 insgesamt 29 Landungen nach 23 Uhr im Linien- und im touristischen Verkehr; in 2012 waren es 35 Landungen. Die Kommissionsmitglieder fordern schon lange, die Flugpläne so zu gestalten, dass keine Landungen bis kurz vor 23 Uhr im Flugplan stehen, hierdurch seien viele Betriebszeitenüberschreitungen praktisch schon vorprogrammiert.

Das Fazit: kleine Verbesserungen, großer Wurf jedoch nicht geglückt

Das Fazit des Vorsitzenden der Kommission, Bürgermeister Josef Flatscher: „Kleine Verbesserungen gibt es bei der Informationspolitik des Flughafens. Ich erkenne auch an, dass die Flugsicherung sich bemüht, die Flugrouten zu verbessern, aber der große Wurf, nämlich die gerechtere Verteilung der An- und Abflugrichtung ist noch immer nicht gelungen, nein wir müssen sogar eine Verschlechterung hinnehmen. Das zeigt die Notwendigkeit einer Durchführungsverordnung, um Verbesserungen für unsere Bevölkerung zu erreichen. Ich habe Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt diese Daten zur Richtungsverteilung bereits übermittelt verbunden mit der dringenden Bitte, die Durchführungsverordnung voranzutreiben.“

Die „Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigung durch Flugzeuge für den Flughafen Salzburg“ ist eine Kommission, die vom „Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr“ berufen wird; ihre Aufgabe ist, das Ministerium in Sachen Fluglärm zu beraten.

Pressemitteilung Rathaus Freilassing

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