Flughafen Salzburg: Bewegung und Fortschritte

Freilassing - "Auch wenn der Fluglärm in Freilassing jeden Tag mal mehr und mal weniger zu hören ist: Notwendige Änderungen mit langfristigen Auswirkungen lassen sich nur mit Beharrlichkeit erreichen."

Das betont Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher mit Blick auf die zurückliegenden Entwicklungen im nachbarschaftlichen Fluglärmstreit. Dabei verweist das Stadtoberhaupt auf die Tatsache, dass die Belastungen für die Bürger schon immer ein Thema gewesen seien, aber gerade in den vergangenen Jahren durch die Ausweitung der Flugrouten und das erhöhte Engagement der Stadt Salzburg zugenommen hätten.

Entlastung seit 1967 gefordert

Die Bemühungen um Verbesserungen und Entlastungen für die Bevölkerung gibt es schon so lange, seit der Staatsvertrag 1967 unterzeichnet wurde. Baute man früher stark auf die Freiwilligkeit des Flughafen und konnte damit auch Zählbares erreichen – wie die Fluglärmmessanlage oder das Verbot der lauten Kapitel-II-Flugzeuge -, so waren die versprochenen Verbesserungen der letzten Jahre kaum merkbar: Die (freiwillige) Flugroute von Norden entlang der Salzach mit Endanflug über Süden brachte keine deutliche Minderung des Lärms, da sie kaum genutzt wird.

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Fluglärm: Ramsauer weiter in Gesprächen

Jetzt soll es eine deutliche Verbesserung geben. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hatte seiner österreichischen Amtskollegin ein Ultimatum gesetzt, tätig zu werden. "Ich begrüße, dass uns die österreichische Seite jetzt wie verabredet einen Katalog mit Vorschlägen vorgelegt hat. Eine erste Prüfung der Dokumente hat ergeben: das ist eine vernünftige Arbeitsgrundlage. Jetzt gilt es, diese Inhalte in die Praxis umzusetzen", sagte er nach Ablauf des Ultimatums.

Bürgermeister Josef Flatscher ergänzt: „Minister Ramsauer hat klare Forderungen an die österreichische Seite gestellt, die nun abgearbeitet werden. Einzelne unbestätigte Details werden zwar von österreichischer Seite berichtet. Sie stammen aber offensichtlich aus Kreisen, die nicht an den Verhandlungen teilnehmen. Eines muss jedoch festgehalten werden: So weit wie jetzt waren wir noch nie im Bestreben, Verbesserungen für unsere Bürgerinnen und Bürger langfristig zu erhalten.“

Auf jeden Fall sollten die dabei vereinbarten Maßnahmen zur Fluglärmreduzierung über dem Raum Freilassing noch in diesem Jahr umgesetzt werden, sind sich die beiden einig. Der Flughafen Salzburg sei für die ganze Region ein wichtiger Infrastrukturbestandteil, die mit ihm verbundenen Belastungen aber müssten besser verteilt werden, verdeutlichte Ramsauer. Langfristig sei auch eine Bahnverbindungen zwischen dem Salzburger Flughafen und dem Flughafen München notwendig, die diese Entfernung in gut einer Stunde Fahrzeit bewältigen kann. Auch dafür brauche man den vorgesehenen Ausbau der Bahnstrecke Freilassing-Mühldorf-München.

UVP: Einwendungsfrist rückt näher

In Bezug auf die laufende Umweltverträglichkeitsprüfung zum Ausbau des Flughafens rückt die Einwendefrist näher. "Wir sind in der Finalisierungsphase", sagte Pressesprecher Alexander Klaus BGLand24. "Wir wollen den Antrag noch heuer einreichen." Dann dürfen auch die Freilassinger Anwohner ihre Meinung dazu äußern. Bei einer Veranstaltung der FWG/Heimatliste am Donnerstag um 19.30 Uhr im Gasthaus Rieschen in Freilassing sollen die Bürger bereits informiert werden, wie ihre Einwende aussehen könnten.

Bereits in der Vergangenheit haben die Fraktion der FWG-Heimatliste, die Fraktion der Grünen/Bürgerliste & Pro Freilassing und einige Bürgern aus Brodhausen Anträge an die Stadt gestellt. Zur Klärung der verschiedenen Fragen in den Anträgen und Eingaben wurden diese an die zuständigen Behörden und Institutionen weitergeleitet und Stellungnahmen angefordert. Die Fragen wurden zusammengefasst an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin, an das Bayerisches Staatministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie an die Regierung von Oberbayern, Luftamt Südbayern, übermittelt. Zu klären sind unter anderem Fragen über den rechtlichen Status der Stadt beim anstehenden Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren (UVP) für den Flughafen, über Risiko- und Sicherheitsanalysen für den Flughafen und über die Flugrouten über der Stadt.

Der Stadtrat will über die Anträge und Eingaben dann endgültig entscheiden, wenn die Stellungnahmen und Antworten aus den Ministerien vorliegen. Auch eine Eingabe des Fluglärmschutzverbandes Rupertiwinkel auf Erstellung einer Sicherheits- und Risikoanalyse wird, sobald die Stellungnahmen vorliegen, behandelt.

Rubriklistenbild: © pa

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