Fest zupacken ist kein Problem

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Lorenz Willberger ist mit Evi Kendlbacher sehr zufrieden.

Teisendorf – Hinter Evi Kendlbacher liegen drei spannende Arbeitstage in der Teisendorfer Schlosserei Willberger. Eine Weiterbildung der besonderen Art.

Unter Anleitung von Meister Lorenz Willberger erwarb die Mitarbeiterin der Pidinger Werkstätten jede Menge Berufspraxis und durfte sogar ans Schweißgerät. Metallmontage ist Evi Kendlbacher nicht fremd und auch im Schlosserbereich kennt sie sich aus. „Bei uns in den Pidinger Werkstätten ist sie die einzige Frau, die Schlosserarbeiten übernimmt“, erklärt Bereichsleiter Stefan Gasser.

Der Schmutz und der Lärm in der Werkstatt stören Evi Kendlbacher nicht im Geringsten, konzentriert schneidet sie Leisten für eine Baufirma zu. Da ist Millimeterarbeit gefragt. Chef Lorenz Willberger, der seiner motivierten Mitarbeiterin dezent über die Schulter schaut, ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Mit der Pidinger Einrichtung arbeitet der Schlosser schon seit einigen Jahren zusammen und vergibt regelmäßig Aufträge an das gemeinnützige Unternehmen.

Das jemand von dort zum Arbeiten in seinen Betrieb kommt, ist allerdings neu, wird aber bestimmt nicht zum letzten Mal sein. „Es findet sich immer eine Arbeit, auch für Menschen mit Beeinträchtigung“, sagt Willberger. Aus der Jugendsiedlung in Traunreut waren schon einige Praktikanten bei ihm beschäftigt. „Viele sind auch richtig gut gewesen, aber leider konnten sie nur sehr schlecht Deutsch sprechen. Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, müssen sie das aber unbedingt können.“

Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch in der Arbeitswelt, mitwirken zu lassen und sie sichtbar zu machen, ist ein Ziel der Pidinger Werkstätten. „Mit unseren verschiedenen Fachbereichen bieten wir zwar Menschen mit Behinderung eine breite berufliche Palette unter dem Dach der Lebenshilfe an. Es ist uns in Piding aber nicht möglich, die Angebote des ersten Arbeitsmarktes vollständig abzubilden und ganz besondere Fähigkeiten und berufliche Interessenslagen der Mitarbeiter zu berücksichtigen“, erklärt Geschäftsführer Hermann Seeböck. Um ihnen trotzdem Einblicke und Eindrücke in das „echte“ Be­rufsleben zu ermöglichen, werden Arbeitseinsätze direkt bei den Partnerfirmen vor Ort durchgeführt. Ein positiver Nebeneffekt sei dabei, dass durch diese Maßnahmen Berührungsängste gegenüber behinderten Mitarbeitern abgebaut werden. „So werden vielen positiven Begegnungen und Erfahrungen gefördert“, weiß der Geschäftsführer.

Pressemitteilung Pidinger Werkstätten

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