Drittes Gleis in greifbarer Nähe

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Im persönlichen Gespräch erläuterte Steven Schäuble die Pläne der Deutschen Bahn.

Freilassing - Lange war das dritte Gleis zwischen Freilassing und Salzburg nur ein Luftschloss. Jetzt soll es Wirklichkeit werden.

Wenn es nach den Verantwortlichen der DB ProjektBau GmbH geht, soll das dritte Gleis 2015 in Betrieb genommen werden. Die Planungen sind soweit fertig und gehen in die Planfeststellung. Ende 2012, Anfang 2013 soll die Auslegung des millionenschweren Projekts in Freilassing erfolgen.

Bereits am Donnerstagabend hatten die Bürger aber die Chance, sich über die Planungen zu informieren und ihre Fragen und Bedenken anzumelden. Wichtigstes Thema dabei: der Lärmschutz. Mit dem dritten Gleis kommt auch mehr Bahnverkehr und natürlich mehr Lärm. "Das Bundesimmissionsgesetz verlangt bei einer wesentlichen Veränderung die Sicherstellung des Schallschutzes, wir sind also zum Handeln gezwungen", betonte Steven Schäuble von der DB ProjektBau.

Ob der geplante Schallschutz die ideale Lösung ist, stößt bei einigen Freilassingern noch auf Skepsis. Ihre Bedenken können sie bei der öffentlichen Auslegung im Planfeststellungsverfahren äußern. Dann sollen auch alle Pläne für jeden Freilassinger einsehbar sein. Bisher sehen die Planungen das dritte Gleis vom Freilassinger Bahnhof bis zur Saalach, zwei Abstellgleise und zwei Stumpfgleise mit Mittelbahnsteig vor. Außerdem müssen vier Brücken erneuert oder ausgebaut werden.

"Für das dritte Gleis spricht die bessere Anbindung an die Salzburger S-Bahn, die Verdichtung des S-Bahn-Taktes auf der Strecke Freilassing - Salzburg, die Entlastung der bestehenden beiden Hauptgleise und das Zusammenwachsen der ehemaligen Grenzgemeinden zu einem Ballungsraum", erklärte Schäuble. Um das Projekt allerdings umsetzen zu können, müssen zwei wichtige Punkte geklärt werden.

Zum einen wird die Finanzierung nur schrittweise genehmigt. Nachdem jetzt das Geld für die Planfeststellung genehmigt wurde, geht Schäuble auch davon aus, dass die Baumassnahmen umgesetzt werden können, obwohl die Wirtschaftlichkeit des Projekts derzeit noch negativ bewertet wird. Zum anderen muss die DB ProjektBau Grund erwerben. Dafür werden die betroffenen Anwohner jetzt angeschrieben, dann werden sie ihm Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gehört, bevor ein Verkehrswertgutachten ihres Grundstücks erstellt wird, mit dem die DB ProjektBau dann in die Grundstücksverhandlungen geht. Wenn es zum Vertragsabschluss kommt, wird vermessen, beurkundet und ins Grundbuch eintragen.

Zu allererst prüft jetzt aber das Eisenbahnbundesamt als Planfeststellungsbehörde die bestehende Planung und übergibt diese dann für die Anhörung an die Regierung von Oberbayern, die wiederum spätestens Anfang 2013 die Betroffenen nach ihrer Meinung fragt.

cz

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