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„Ich bin kein Spion, ich bin nur ein Busfahrer“

Drama um Ukraine-Hilfsbus aus Freilassing: Ausreise erst nach über 18 Stunden Warterei

Vor zwei großen Eisentoren warten Richter, 40 Frauen und Kinder in seinem Bus und tausende andere Kriegsflüchtlinge seit Stunden auf die Ausreise aus
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Vor zwei großen Eisentoren warten Richter, 40 Frauen und Kinder in seinem Bus und tausende andere Kriegsflüchtlinge seit Stunden auf die Ausreise aus der Ukraine.

Krakowez/Freilassing – Der am Freitag (4. März) in Freilassing gestartete Hilfsbus mit Thomas Richter an Bord steckte bei seiner Rückreise aus Lemberg lange bei Krakowez in der Ukraine fest. „Seit 18 Stunden warten wir hier, es geht einfach nichts weiter, es ist eine menschliche Tragödie was sich hier abspielt“, schilderte Thomas Richter am Telefon - im Hintergrund hört man weinende Kinder. Erst am Sonntagabend gab es Entwarnung:

Update, 7. März, 6.45 Uhr:

Am Sonntagabend (6. März) gegen 21.15 Uhr konnten Thomas Richter und die 40 Frauen und Kinder in seinem Bus die Grenze passieren, alle sind somit in Polen. „Drei Frauen an Bord werden in Polen aussteigen, weil sie hier Anlaufstellen haben“, sagte Richter gegenüber BGLand24.de.

Wann der BGL-Ukraine-Bus in Freilassing eintrifft, ist unklar. Ein Ersatzfahrer ist auf dem Weg nach Polen. Richter selbst war nach seinen Angaben (Stand: Sonntagabend) seit Freitag 4 Uhr ohne Schlaf. 

Die Erstmeldung:

Der Grenzübergang von der Ukraine nach Polen bei Krakowez ist nach Angaben Richters durch zwei große Eisentore verschlossen, „da sind zwei oder drei Militärs und einige Hilfskräfte, die sporadisch Leute ausreisen lassen“.

Tausende Leute würden auf die Weiterreise nach Polen warten, „wenn das Tor aufgeht dürfen Mal Menschen ohne Autos raus, Mal ein UN-Hilfskonvoi auf dem Rückweg Richtung Polen“. Er selbst steht seit Stunden unmittelbar vor dem Tor, „keiner weiß warum es nicht weitergeht“. Draußen würden sich andere Flüchtlinge regelrecht auch an seinen Bus klammern.

„Ich bin kein Spion, ich bin nur ein Busfahrer“

Davor hatte Richter auch noch Ärger mit der Miliz, da er die Situation am ukrainischen Grenzübergang fotografiert hatte, „ich wurde als Spion beschimpft, abgeführt und gezwungen, alle Fotos von der Grenze zu löschen. Die Grenzer hier sind keine freundlichen Leute“, umschreibt Richter fast schon diplomatisch seine Erfahrungen bei der Einreise und jetzt bei der Ausreise aus der Ukraine. „Ich bin kein Spion, ich bin nur ein Busfahrer“, rechtfertigte sich Richter bei Soldaten, die kaum Englisch und noch weniger Deutsch verstehen.

Die rund 40 Frauen, Mütter und Kinder im Bus „sind am Ende, wir haben nichts mehr zu Essen, es gibt hier schlichtweg nichts zu kaufen“. Richters Frau wird jetzt von Fridolfing aus Essen und einen Ersatzfahrer entgegenschicken, „ich bin seit Freitag, 4 Uhr wach, ich kann die 1200 Kilometer nach Freilassing nicht mehr fahren“.

Mit der Ankunft in Freilassing rechnet Richter nicht vor Montagmorgen. In Freilassing haben unterdessen Helfer im ehemaligen AWO-Altersheim in der Reichenhaller alles für die Ankunft der 40 Kriegsflüchtlinge vorbereitet.

hud

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