Digitalfunk: Wer zahlt?

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Berchtesgadener Land - Die Feuerwehr im Berchtesgadener Land sollte eigentlich bis 2011 auf Digitalfunk umstellen. Kreisbrandrat Rudi Zeif bezweifelt das. **Video**

Digitalfunk in Bayern - eine unendliche Geschichte, zumindest für die Feuerwehr. Denn ursprünglich ist zugesagt worden, dass der Freistaat Bayern die Betriebskosten von rund 36 Millionen Euro jährlich übernehmen werde. Die Kommunen als Träger der Feuerwehren hätten dann die Anschaffung und technische Einrichtung bezahlen müssen.

Ministerpräsident Horst Seehofer verkündete Anfang Oktober allerdings, dass der Freistaat diese Kosten nicht übernehmen werde. Ein Grund für seinen Innenstaatssekretär Bernd Weiß, zurückzutreten.

„Er hat Rückgrat bewiesen“, sagte Kreisbrandrat Rudi Zeif im Bgland24-Interview. Auch er kann das Verhalten Seehofers nicht verstehen. Außerdem gibt es für ihn noch mehr offene Fragen. Beispielsweise, wann es Funkempfänger für die Alarmierung geben wird. Denn derzeit könnte die Feuerwehr mit der entsprechenden Anlage zwar digital funken, aber nicht alarmieren. Also müssten zeitgleich das analoge und das digitale System betrieben werden. „Unbezahlbar“ für die Kommunen, so Zeif.

„Die Umstellung auf Digitalfunk ist für die Kommunen mehr als eine finanzielle Belastung“, erklärt der Kreisbrandrat. „Die wenigsten können die Mittel problemlos auftreiben.“ Trotzdem bringt der Digitalfunk eine deutliche Verbesserung der Funkqualität mit sich und er ist abhörsicher.

Das ist vor allem für die Polizei ein Vorteil. Die wird wahrscheinlich auch früher auf Digitalfunk umstellen können. Bei der Feuerwehr werde das eher noch bis 2015 oder 2016 dauern, vermutet Zeif.

red-bgl24/cz

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