BHKW wichtig für Kinder und Enkel

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Marie-Luise Thierauf (l.) und Elisabeth Hagenauer haben sich vor Ort informiert.

Freilassing - Die Ängste der Freilassinger Bürger veranlassen derzeit die Parteien des Stadtrates, sich zu informieren. Die Grüne/Bürgerliste ist zum Biomasse-Heizkraftwerk nach Reit im Winkl gefahren.

„Als Stadtrat muss ich mir das Vertrauen der Bürger erarbeiten“, Elisabeth Hagenauer ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Ganz in diesem Sinne machte sie sich mit der Ortsvorsitzenden Marie-Luise Thierauf im Heizkraftwerk in Reit im Winkl kundig.

Einen Nachmittag nahm sich Geschäftsführer Andreas Heigenhauser Zeit für die grüne Delegation aus Freilassing. „Wir Reit im Winkler mussten uns etwas einfallen lassen, das Prädikat „Höhenluftkurort“ war in Gefahr, dank der Naturwärme ist unser „Luftkurort“ wieder gesichert. Unsere Gemeinde hat von Anfang an sehr stark mit der Salzburger Landesregierung zusammengearbeitet, deren Erfahrung hat uns unheimlich viel gebracht, denn die Salzburger sind da viel weiter als wir“, so der Geschäftsführer.

Dass Freilassing die Möglichkeit hat das Kraftwerk mit der Salzburg AG zu betreiben, sieht Heigenhauser, der auf eine zehnjährigen Erfahrung zurückblicken kann, als einen Riesenvorteil und zwar nicht nur beim Holzeinkauf. Freilassing kann sich nämlich durch diesen Verbund Investitionskosten von ca. einer Million Euro sparen, da keine Ölkessel für Spitzenlasten benötigt und zusätzlich Einnahmen durch den Stromverkauf verbucht werden können.

Um den Rohstoff Holz macht sich Heigenhauser, der auch 2. Bürgermeister von Reit im Winkl ist, keine Sorgen, ganz im Gegenteil: „Die Holzbestände in Bayern wachsen!“ Er beobachtet bei den jungen Bauern ein Umdenken: „Weg vom Milchbauern und hin zum Rohstofflieferanten für Holz. Außerdem stehen uns noch große, bisher ungenutzte Mengen zur Verfügung, die nur auf eine Bewirtschaftung warten.“ Einig ist man sich auch: „Der Region tut es sehr gut, dass die Gelder bei uns bleiben und nicht weiterhin in die Ölländer sprudeln!“

Kein Thema sei die Länge der Leitungen, mit ca. 23 km sind sie ein gutes Drittel länger als in Freilassing geplant. Man sieht sie als Investition in die Zukunft, da sie ja auch für zukünftige Energieformen gebraucht werden. Berufsgruppen, wie z. B. Installateure hat man selbstverständlich eingebunden in die Arbeiten und es wurden Arbeitsplätze geschaffen im Umfeld des Kraftwerkes. Allerdings weiß auch Heigenhauser: „Einige ewige Querulanten unter den Kunden gibt es auch bei uns, da ist es gut, sagen zu können: Den Abnahmevertrag verlängern wir nicht!“

Der Gemeinderat Reit im Winkl stand von Anfang an hinter dem Projekt und man ist froh, den Schritt damals gewagt zu haben. "Schließlich sei eine Gemeinde ein soziales Netzwerk und man trage Verantwortung, so ein Kraftwerk sei Teil eines Generationenvertrages“, so Heigenhauser abschließend.

Pressemitteilung Grüne/Bürgerliste

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