Wasserversorgung gehört in kommunale Hand

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Der Kreisverband der JU informierte sich bei der Surgruppe zur kommunalen Wasserversorgung: Josef Wetzelsperger, Markus Hauke, Nathalie Seidl, Matthias Wich, Geschäftsleiter Franz Hasholzner, JU-Kreisvorsitzender Maximilian Lederer, Anton Weiß und Wassermeister Alfons Kern (von links).

Teisendorf - Die JU besuchte die Surgruppe in der Werksanlage, um über das Thema "Wasserversorgung" zu sprechen. Bei dem Gespräch kam man zu einem eindeutigen Ergebnis.

Die Junge Union (JU) Berchtesgadener Land hat zu einem Gespräch zur kommunalen Wasserversorgung mit der Surgruppe eingeladen. Geschäftsleiter Franz Hasholzner und Wassermeister Alfons Kern standen der CSU-Jugendorganisation Rede und Antwort und zeigten den JU-Mitgliedern das Werksgelände in Teisendorf. Im Jahr 1953 wurde der Zweckverband zur Wasserversorgung der Surgruppe als kommunales Unternehmen gegründet und versorgt nunmehr 29.000 Einwohner in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein mit Trinkwasser.

Der JU-Kreisvorsitzende Maximilian Lederer (links) lauscht gespannt den Worten von Wassermeister Alfons Kern zur kommunalen Wasserversorgung der Surgruppe.

Die Gemeinden Ainring, Anger, Petting, Saaldorf-Surheim, Siegsdorf, Surberg, Wonneberg und die Märkte Teisendorf und Waging am See sind die Mitglieder und Träger des kommunalen Zweckverbandes. Die Verbandsversammlung, der Werkausschuss, Verbandsvorsitzender und Geschäftsleiter sind die Organe der Surgruppe. In die Verbandsversammlung entsenden die Mitgliedsgemeinden je nach Wasserverbrauch eine gewisse Zahl an Vertretern. Für die hohen Anforderungen an ausreichender Menge und höchster Qualität sorgen derzeit 19 Damen und Herren in Technik und Verwaltung. Aus sieben Trinkwasserschutzgebieten werden jährlich rund 2,35 Mio. cbm reinstes Trinkwasser gefördert und an die Abnehmer geliefert - ohne jegliche Nachbehandlung oder Aufbereitung - so wie die Natur das höchste Gut "Wasser" gibt, so wird es den Abnehmern geliefert, sagte Alfons Kern. Geschäftsleiter Franz Hasholzner erklärte: „Wasser ist das einzige Lebensmittel, das durch kein anderes ersetzt werden kann.“ In diesem Zusammenhang sprachen die JU-Mitglieder die derzeitige Diskussion um den Vorschlag der EU zur Privatisierung der Trinkwasserversorgung an. Die Privatisierungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass der angedachte Wettbewerb weder eine langfristige Kostenreduzierung, noch eine größere Vielfalt der Anbieter, sondern nach kurzer Zeit eine " Monopolisierung " weniger Großkonzerne ergeben habe, so Hasholzner.

Wassermeister Alfons Kern erklärte der Jungen Union Berchtesgadener Land, wie sich im Laufe der Zeit die Rohre in der Wasserversorgung entwickelt haben.

Die daraus resultierte Abhängigkeit hat nicht nur zu Qualitätsverlusten, sondern zu ständigen Preissteigerungen geführt. In Bayern wird derzeit die Wasserversorgung der Bevölkerung durch eine sehr ausgeprägte Kleinversorgerstruktur unter kommunaler Verantwortung gewährleistet. Rund 2500 Wasserversorgungsunternehmen, wie die Surgruppe, liefern qualitativ einwandfreies Wasser an die Verbraucher, welches zu über 95% aus dem Grundwasser beziehungsweise Quellen entnommen wird. Der größte Teil davon kann bis dato ohne Aufbereitung an den Endverbraucher weitergegeben werden, wodurch auch der durchschnittliche bayerische Trinkwasserpreis niedriger als im restlichen Deutschland ist.

Durch ein strenges über Jahrzehnte etabliertes Überwachungssystem und enge gesetzliche Vorgaben wird zudem die Qualität des Trinkwassers auf höchstem Niveau gehalten. Beim Wasser handelt es sich um ein hochsensibles Gut und keine herkömmliche Wirtschaftsware, weshalb auch der freie Wettbewerb ausgeschlossen werden muss. Im Falle einer Privatisierung muss man jedoch davon ausgehen, dass die betroffenen Unternehmen auch nach einer Gewinnmaximierung streben. Dies birgt im Fall der Wasserversorgung die Gefahr, dass zwar in den Großstädten mit vielen Abnehmern investiert wird, jedoch die ländlichen Bereiche mit ihren langen kostenintensiven Leitungsnetzen mit geringeren Verbrauchsmengen vernachlässigt werden.

England und Frankreich, die den Schritt der Privatisierung gewagt haben, spüren vermehrt die negativen Auswirkungen, wusste der JU-Kreisvorsitzende Maximilian Lederer zu berichten. Die Daseinsvorsorge muss von staatlicher Seite garantiert werden und darf nicht dem Wettbewerb zum Opfer fallen. Die Beispiele der Privatisierung von Telekom und Energieversorgung belegen die negativen Auswirkungen besonders für wirtschaftlich nicht rentabel erschließbare ländliche Gebiete. Besonders in diesen Bereichen kommt es zu einem Interessenskonflikt zwischen der Daseinsvorsorge und kurzfristiger Gewinnoptimierung. Wasser ist ein schutzwürdiges Gut der Zukunft. So obliegt dem Bund die Rahmengesetzgebung, den Kommunen wiederum die Leistungserbringung, die im Rahmen des gewährleistenden Staates die Versorgung zumindest sicherstellen müssen.

Besonders deshalb muss die Wasserver- und -entsorgung in kommunaler Trägerschaft bleiben, waren sich die Verantwortlichen der Surgruppe und die JU-Mitglieder einig.

Pressemeldung JU Berchtesgadener Land

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