Über 1.000 Gespräche geführt

Existenzsorgen und Fragen im BGL - Wirtschaftsservice koordiniert Hilfe

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Das Team der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH steht Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite.

Freilassing - Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH-Geschäftsführer Dr. Birner blickt auf die emotionalste und forderndste Woche seiner zwölf Jahre Wirtschaftsservice zurück.

Die Pressemitteilung im Wortlaut


Über 1.000 Gespräche führte das Team der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH (BGLW) diese Woche mit den heimischen Unternehmern zur Corona-Krise. Anfragen zu Regierungs- und Landkreishilfen, zu rechtlichen Themen und Versicherungen, Organisatorisches – die Bandbreite war groß. Sorgen um die eigene Existenz, aber auch die Fürsorge um die Gesundheit von Mitarbeitern, Kunden und Gästen bewegte nicht nur Gastgeber und Einzelhändler. BGLW-Geschäftsführer Dr. Thomas Birner: „Vor Ort können wir Folgendes tun: Koordinieren, Ideen generieren und darauf drängen, dass Hilfen schnell ankommen.“

Dr. Birner blickt auf die emotionalste und forderndste Woche seiner zwölf Jahre Wirtschaftsservice zurück. Die ganze Woche beantwortete das BGLW-Team von 7 bis 20 Uhr Fragen am Telefon, schickte Emails und versorgte die Homepage mit recherchierten Informationen. Ab Montag überschlugen sich die Ereignisse, rund 200 Anrufe von Unternehmern gingen allein an diesem Tag ein. Am Dienstag wurde die Grenze zu Österreich geschlossen. Mitarbeiter waren abgeschnitten, das Erlaubnisformular für Pendler dauerte. Dank digitaler Vernetzung arbeiteten die drei in Österreich wohnenden BGLW-Mitarbeiter uneingeschränkt mit allen anderen bereits im Home Office befindlichen Kollegen weiter.


Hoch emotionaler Mittwoch 

Sehr emotionale Momente brachte der Mittwoch. Hoteliers und Gastgeber mussten ihre Gäste nach Hause schicken und nicht versorgungsrelevante Einzelhandelsgeschäfte schließen. „Die Existenzen vieler kleinerer Geschäfte und Dienstleister waren auf einen Schlag bedroht, den Gastgebern war klar: die Ostersaison ist weg, die Pfingstsaison bedroht. Das ist dramatisch. Es ging auch darum, dass viele Stammgäste gehen oder erst gar nicht kommen durften. Ihnen das zu sagen war emotional sehr hart für unsere Unternehmer,“ schildert Dr. Birner. Außerdem sei länger nicht klar gewesen, wen die Schließung betrifft und ab wann diese gilt. Eine klare Ansage war aber notwendig für diejenigen mit Ausfallversicherungen. An der Hotline der BGLW spielten sich teilweise dramatische Situationen mit verzweifelten Unternehmern ab. Neben den Telefonanfragen war der andere Teil des Teams mit Recherche und Telefonaten mit Behörden und Ministerien beschäftigt. Der Politik wurden die Probleme rückgespiegelt, um innerhalb von Stunden pragmatische Lösungen zu erreichen.

Härtefallfonds – Bayernfonds - Kredite 

Hilfen wurden zwar angekündigt, konkrete Informationen ließen aber auf sich warten, was die Zahl der Anrufer mit offenen Fragen hoch hielt. Die BGLW hielt Videokonferenzen und informierte sich untereinander minütlich im Online-Chat. Ab Mittwochnachmittag wurde konkreter, wie Überbrückungshilfen seitens der Regierung aussehen. Kleine und mittelständische Unternehmer können Soforthilfe aus dem Corona-Härtefallfonds zwischen 5.000 und 30.000 Euro beantragen. Allerdings blieben zum Härtefallfonds weiter Fragen offen die recherchiert werden mussten: Wie sind die Kriterien, gibt es Ausnahmen, wie hoch ist der Aufwand? Für das Wirtschaftssystem systemrelevante Betriebe werden durch den Bayernfonds geschützt. Erfasst werden sie vom Wirtschaftsministerium, auch im Berchtesgadener Land. In der kommenden Woche laufen die Kredite über die KFW-Bank an, abgewickelt werden diese von den heimischen Banken. „Wir arbeiten eng zusammen und adressieren alle Themen der Unternehmer, zum Beispiel ob Betriebe mit hohen Krediten weiteren Anspruch haben“, verspricht Dr. Birner. Die Finanzämter und Steuerberater sind die Ansprechpartner zu Steuerstundungen von Umsatz-, Einkommens-, und Körperschaftssteuer, die Agentur für Arbeit zur Kurzarbeit. Die Kommunen tragen mit dem vorläufigen Erlass der Gewerbesteuer für bedürftige Betriebe das Ihrige bei, obwohl sie schon an der Schließung kommunaler Einrichtungen und dem Ausfall der Tourismusabgaben knabbern. „Wir arbeiten gut zusammen. Jeder ist bemüht, pragmatische Lösungen zu finden“, betont der BGLW- Geschäftsführer.

Anweisungen folgen – Auch für die eigenen Arbeitsplätze 

Das gelte nicht nur für die Gewährung von Hilfen, sondern auch für das Sammeln von Ideen, die Einzelhandel und Tourismus stärken sollen. Noch sei das produzierende Gewerbe im Landkreis stabil, aktuell das wirtschaftliche Rückgrat. „Alles hängt davon ab, dass das Virus ausgetrocknet wird und die Krise nicht monatelang dauert. Ich appelliere an alle, sich im Sinne unserer Wirtschaft und des Erhalts der eigenen Arbeitsplätze an die Weisungen der Regierung zu halten“, so Dr. Birner. Zum Schluss betont er: „Diese Woche war die Feuerprobe für digitales Arbeiten und digitale Vernetzung, nicht nur bei uns. Diese Krise zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns in der Digitalisierung als Landkreis weiter professionell aufstellen. Ich bin stolz auf mein Team, das in dieser Situation über sich hinauswächst und virtuell ganz eng zusammenrückt. Bedanken will ich mich auch bei vielen Mitstreitern, zum Beispiel unseren Bankvorständen oder dem Dehoga-Kreisvorsitzenden Johannes Hofmann.“ Die BGLW ist für Unternehmer erreichbar unter 08654 77500 und info@berchtesgadener-land.de. Aktuelle Informationen unter www.berchtesgadener-land.de.

Pressemitteilung der BGLW

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