Ankommen, genießen und verweilen

Laufen - Der Pfarrverband Laufen schließt sich den Städten Salzburg und Bad Reichenhall an. Auch er veranstaltet am Freitag die "Lange Nacht der Kirchen".

Viele kennen dieses Angebot aus Salzburg. Dort findet diese Aktion schon seit mehreren Jahren statt, angefangen mit zehn Kirchen ist dies gewachsen. Das große Interesse zeigt, dass die Menschen sich gerne einladen lassen in die "offenen Kirchen", die von 18 Uhr bis 22 Uhr ohne Eintritt zugänglich sind. Liturgie, Musik und Bibeltexte sprechen die Besucher an. Die Menschen nehmen sich Zeit, um in Stille zu verweilen, zu beten oder Kunstwerke zu betrachten.

Vergangen Oktober wagte es Bad Reichenhall erstmals und nun stehen die Kirchen von Laufen und Umgebung am Start. Am Freitag um 17.55 Uhr werden die beteiligten Kirchen von Laufen, Leobendorf und Niederheining die erste „Lange Nacht der Kirchen“ einläuten. Und damit beginnt für alle Beteiligten das große Abenteuer an diesem Abend die Vielfalt der Kirche erlebbar zu machen. „Die Idee, dies auch mal in Laufen zu versuchen, hatte ich schon länger. Aber erst nachdem unser Mesner, Hans Surrer, letztes Jahr dieses Angebot in Salzburg kennen gelernt hatte und begeistert sich als Mitstreiter zur Verfügung stellte, wagte ich mich mit ihm zusammen an die Durchführung“, berichtet Ursula Kirchhofer, Gemeindereferentin im Pfarrverband Laufen. "Zusammen gingen wir dann in Bad Reichenhall letztes Jahr im Oktober Eindrücke und Ideen sammeln und nun ist es soweit."

Menschen „über die Kirchentürschwelle“ zu locken und noch dazu zu so ungewöhnlicher Zeit könnte man dieses Unternehmen umschreiben. Eigentlich ist es ein Sich-Einlassen auf Neues und Finden von Bekanntem und Liebgewordenem. Es ist ein Eintauchen in „Kirche mit allen Sinnen“: Ob ich mit ganzem Herzen den Kerzen erleuchteten Kirchenraum staunend wahrnehme, oder beim Zuhören der Musik merke, dass diese mich zu Gott trägt? Ob mir ein Texte länger nachgeht oder ich Menschen treffe, die etwas von dieser Botschaft ausstrahlen? Vielleicht bewege ich mich zur Mitte, indem ich ein Labyrinth begehe oder in mich hineinhorche, welche Bitte ich auf einen Zettel geschrieben der Klagemauer anvertraue. "Es gibt so viele Wege der Begegnung mit IHM wie es Menschen gibt und dieser Vielfalt der Möglichkeiten dürfen wir an diesem Abend nachspüren", erzählt Kirchhofer.

Damit dieses ökumenische Projekt „unter einem guten Stern steht“ werden alle fünf Seelsorger zusammen mit allen Mitfeiernden mit einer Andacht und Gottes Segen diesen Abend in der evangelischen Kirche eröffnen. Ein breit gestreutes Angebot wartet dann auf die Besucher. So ist für Jung und Alt für jeden etwas dabei: Im Anschluss an die Eröffnungsandacht finden in der evanglischen Kirche und in Leobendorf ein Lichtertanz für Kinder statt. In der Evanglischen Kirche geht es dann weiter mit dem Hauptschulchor. Dieser Programmpunkt ist leider im Flyer untergegangen aber die Schüler setzen auf zahlreiche Fans.

Die Laufener Stiftskirche

Das Angebot reicht vom meditativen Rosenkranz bis zur Blasmusik, von Stiftsschatz- und Kreuzgangführungen bis Stubnmusi, von Lesungen und Orgelmusik bis zu Gospelgesängen. Prominente, allen voran Landrat Georg Grabner und alle drei Bürgermeister der Stadt Laufen werden aus der Bibel lesen. Alle Akteure sind aus Laufen und Leobendorf. Einzige Gäste „von auswärts“ sind die Stubnmusi Hansl Auer jun. und die 80 Jugendlichen des Mädchenrealschulchors unter Leitung von Gerd Stolle, die diesen Anlass zur Generalprobe der Lieder ihres nächsten großen Jugendgottesdienstes nutzen. Und alle Akteure bringen sich an diesem Abend für „Gottes Lohn“ also ohne Gage ein.

In der Gruft (mit einigen Gebeinen und Schädeln) unter der Michaelskapelle werden die Pfadfinder das Labyrinth betreuen, während in der Turmkapelle Firmlinge die Aktion der „Klagemauer“ begleiten. Jeder kann wie an der Klagemauer in Jerusalem auf einen Zettel eine Bitte oder einen Dank schreiben und diesen zusammengerollt in die Ritzen und Löcher der Ziegelsteine stecken. Ein Raum des Gebets und der Stille ist den ganzen Abend die Michaelskapelle, während das Pfarrheim in Laufen und das Pfarrheim in Leobendorf zur Stärkung und zu manchem Plausch genutzt werden können. An diesem Abend wird auch erstmals der neue „Stiftswein“ angeboten. Der Erlös dieses Rot- und Weißweins ist zugunsten der Sanierung des Kreuzgangs. In fast allen Kirchen stehen Führungen auf dem Programm. Besonderes Schmankerl ist hier die Niederheininger Kirche: Eine kuschelige Kirche, an diesem Abend in Kerzenschein getaucht, die sonst abgesperrt ist und die noch dazu Parkplätze direkt vor der Kirchentüre bietet. Da sonst die Parksituation eher angespannt in Laufen ist, können an diesem Abend auch der Parkplatz des Amtsgerichts genutzt werden. Obwohl die Veranstalter, aus eigener Erfahrung in Bad Reichenhall, das Erkunden per Fahrrad empfehlen, da man mehrere Programmpunkte so viel besser erreichen kann und unterwegs durch den Genuss der Bewegung an der frischen Luft bereits mit meditativer Gelassenheit eintrifft.

Damit die Besucher und Akteure auch nicht durstig und hungrig diesen Abend erleben werden am Freitag von 14 Uhr bis 15 Uhr im Pfarrheim in Laufen und im Pfarrheim Leobendorf Kuchenspenden dankbar entgegen genommen. Diese werden dann während des Abends ebenso wie die Getränke gegen eine freiwillige Spende angeboten.

Ursula Kirchhofer / red-bgl24/cz

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