Frösche sorgen wieder für Straßensperrungen

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Der rot markierte Streckenabschnitt bei Vachenlueg ist ab 19. März wie jedes Jahr wieder gesperrt. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Anger - Es ist wieder soweit: Wie jedes Jahr wird auch heuer zwischen Teisendorf und Ainring die BGL10 teils zur Laichwanderung gesperrt. Ab wann und für wie lange?

Jedes Jahr im Frühling machen sich die unterschiedlichsten Amphibienarten auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Auf diesem beschwerlichen Weg sind sie vielen Gefahren ausgesetzt. Aufgewärmte Asphaltdecken bergen eine besondere Gefahrenquelle für die wärmeliebenden Frösche und Lurche. Um dem Straßentod vorzubeugen und dem Zusammenbrechen ganzer Amphibienpopulationen entgegen zu wirken, werden im Landkreis Berchtesgadener Land unterschiedliche Maßnahmen ergriffen.

An einigen Orten weisen nur Schilder mit dem Frosch-Symbol Autofahrer auf Wanderrouten der Tiere hin. Stellenweise werden durch ehrenamtliche Helfer vorübergehend Kunststoffzäune errichtet, an denen die Tiere abends gesammelt und von vielen freiwilligen Helfern über die Straße zum Laichgewässer getragen werden.

Die wirkungsvollste Schutzmaßnahme ist die nächtliche Sperrung von Straßen; dies erfordert viel Verständnis von den betroffenen Verkehrsteilnehmern. An der BGL10 zwischen Thundorf und Vachenlueg werden im Fall der abendlichen Laichwanderung die Schranken ab Donnerstag, 19. März um 19 Uhr und ab 29. März um 20 Uhr (Sommerzeit!) geschlossen und um 6 Uhr früh wieder geöffnet (Umfahrung siehe Karte oben). Weiterhin ist die Umfahrung beschildert.

Ab wann herrscht wieder freie Fahrt?

"Wie lange die Sperrungen gehen werden ist witterungsabhängig, das lässt sich also noch nicht genau sagen", so Andreas Bratzdrum vom Landratsamt auf Nachfrage von BGLand24.de: "Jetzt wo's warm ist, marschieren die los. Sollte nochmal ein Kälteeinbruch kommen, könnte es sich verzögern." Kurz gesagt: Je besser das Wetter, umso schneller wird die BGL10 wieder durchgängig befahrbar.

Die Umfahrung belastet Zeit und Nerven der Betroffenen, jedoch wird auf diese Weise ein wesentlicher Betrag geleistet, Amphibienpopulationen im Landkreis Berchtesgadener Land zu erhalten.

Zum Verhängnis werden den Tieren auch oft Kellerschächte. Ein Abdecken der Schächte oder ein gelegentliches Überprüfen auf hineingefallene Kröten und Frösche erspart den Tieren den Hungertod. Hilfreich kann sich auch eine schräg in den Schacht gestellte Holzlatte erweisen, auf der die Tiere den Schacht eigenständig verlassen können.

xe/Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

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