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Anger bald „Fairtrade-Gemeinde”?

Fair gehandelter Kaffee im Bürgermeisterbüro ist eines der Kriterien für die Auszeichnung

Markus Winkler Anger
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Die Gemeinde Anger will auch „Fair Trade“ werden.

Die Gemeinde Anger will sich künftig als „Fairtrade-Gemeinde” bezeichnen dürfen. Im Rahmen der internationalen Kampagne “Fairtrade-Towns” bewirbt sich der Ort um den Titel.

Meldung im Wortlaut

Anger - Für die Auszeichnung zur Fairtrade-Gemeinde muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel auf verschiedenen Ebenen einer Kommune erfüllen. Bürgermeister Markus Winkler sagt: „Uns geht es um den Titel.”

Das Wort gilt als Verheißung: „Fairtrade”. Wer „Fairtrade”-Produkte führt, handelt sozial. Fairtrade-Schokolade, Fairtrade-Kaffee. Je mehr Fairtade, desto besser. Das dachten sich auch die Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung von Anger.

„Ziel einer Fairtrade-Gemeinde ist es, die Bevölkerung über regionale und globale Zusammenhänge zu informieren, zu bewusstem und regionalem Konsum anzuregen und Projekte rund um das Thema anzustoßen”, sagt Bürgermeister Markus Winkler.

Anger will die Bürger also zum besseren Leben bekehren?

Für Bürgermeister Markus Winkler ist klar: „Eine Fairtrade-Gemeinde dient für andere als Vorbild und kann damit auch ihr Image und die Verbundenheit zu regionalen Produkten stärken - zum Beispiel auch im Tourismus.” Klingt nett. Wer einen Blick auf die offizielle Webseite der Kampagne wirft, stellt fest: Viele große Städte sind schon dabei: Hannover, Saarbrücken, Heidelberg, Bremen. Und jetzt also auch Anger. 

Der Titel wird verliehen, nachdem sich die Gemeinde zunächst darum bewirbt und in der Folge verschiedene Voraussetzungen erfüllt - und einhält. Zunächst wird die Gemeinde eine Steuerungsgruppe bilden, die auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde alle Aktivitäten koordiniert, heißt es. Aus mindestens drei Personen muss die Steuerungsgruppe bestehen.

Die Beteiligten sollen dabei aus verschiedenen Bereichen stammen, aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Gewünscht werden weitere Beteiligte, die die Gruppe ergänzen - aus Gastronomie, Handel und öffentlichen Einrichtungen. Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchengemeinde sind aufgerufen, Informations- und Bildungsaktivitäten zum fairen Handel umzusetzen und gleichzeitig Produkte aus fairem Handel anzubieten. 

Die Gemeinde Anger unterstützt die Eine-Welt-Initiative nach Kräften und aus voller Überzeugung

Was noch?

Bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Gemeinderates sowie im Bürgermeisterbüro selbst muss, soweit möglich, „Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem und regionalem Handel verwendet” werden, sagt Bürgermeister Markus Winkler. Eine fair gehandelte Schokolade zur Kaffee-Beigabe würde reichen.

In einem Online-Rechner können Außenstehende, aber auch die Gemeindevertreter anhand der Einwohnerzahl ermitteln, welche Voraussetzungen für die Gemeinde gelten. In Anger, mit rund 4600 Einwohnern eine recht kleine Gemeinde, müssten zwei Geschäfte, eine Schule, ein Verein und die Kirchengemeinde je eine Fairtrade-Aktion im Jahr durchführen, zudem sollte die Gemeinde mindestens vier Presseartikel zum Thema veröffentlichen.

Markus Winkler spricht sich für die Kampagne aus, die Steuerungsgruppe würde dies alles regeln, sagt er. „Die Gemeinde Anger unterstützt die Eine-Welt-Initiative nach Kräften und aus voller Überzeugung”, unterstrich Winkler. 

Vom Gemeinderat gab es uneingeschränkte Zustimmung, wenngleich nicht jeder den Sinn dahinter versteht: „Den Konsum der Bürger werden wir dadurch sicherlich nicht ändern”, sagte ein Angerer Gemeinderat. Nachdem es bereits einen Abstimmungstermin im Rathaus von Anger gab, findet demnächst bereits das Gründungstreffen der Steuerungsgruppe statt. Am Dienstag, 26. Oktober, soll endlich gegründet werden. Damit sich Anger bald schon “Fairtrade-Gemeinde” nennen darf. 

Pressemitteilung der Gemeinde Anger

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