Grusel-Bahnhof auch in Ainring

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Ainring – Die Bahnhöfe im Berchtesgadener Land kommen nicht aus den Schlagzeilen – auch in Ainring gehört Vandalismus zur Tagesordnung.

Viele Bürger, die regelmäßig die Bahn nützen, stört der Anblick des Ainringer Bahnhofs in Mitterfelden: Schmierereien, Graffiti, jede Menge Unrat, Dreck – ein hässliches Bild bietet sich den Bahnreisenden, die zwischen Zigarettenschachteln, Bierdosen und Glasscherben Slalom laufen müssen. Eine konkrete Anfrage an die zuständige Behörde, die Stations- und Service-Abteilung der Deutschen Bahn, lässt jedoch auf sich warten. Stattdessen wird an den Kundendialog verwiesen.

Abgesperrtes Rad geklaut

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„Total unzufriedenstellend“, so Markus Hafranke. Der 26-jährige Ainringer fährt regelmäßig mit dem Zug – „nach Bad Reichenhall, nach Wien“ –, Ausgangspunkt ist Mitterfelden. Die Reise beginnt stets mit einem unschönen Anblick, dieser stört den jungen Mann berechtigterweise. Sein Fahrrad stellt er schon lange nicht mehr am Bahnhof in Ainring ab: „Das wird sowieso nur beschädigt oder sogar geklaut“. Das ist ihm bereits einmal passiert: „Schloss aufgebrochen und weg war das Rad“. Auch die spärliche Beleuchtung rund um das Bahn-Areal ist Hafranke, den Einheimischen sowie vielen An- und Abreisenden ein Dorn im Auge.

Freilich ein Dilemma für jede Gemeinde, auch im Ainringer Rathaus ist man „not amused“ über die Zustände, hat aber wenig Handhabe: „Die Zuständigkeit liegt bei den verschiedenen Betriebszweigen der Deutschen Bahn“, so Gemeinde-Geschäftsleiter Hans Zimmermann gegenüber BGLand24.de. Momentan ist auch der Bahnhof in Hammerau – ebenfalls im Bereich der Gemeinde Ainring – ein Thema. „Diesbezüglich stehen wir in engem Kontakt mit der Bahn, da es dort noch schlimmer aussieht“.

Vandalismus leider immer möglich

Gegen jugendlichen Vandalismus ist die Gemeinde nahezu machtlos, sie kann nicht rund um die Uhr Wachposten aufstellen: „Wer seine Schmierereien anbringen will, schafft das auch“, so Zimmermann. „Wir können da nur immer wieder an die Vernunft appellieren“. Natürlich ist das ein schmaler Grat der Hoffnung, da blinde Zerstörungswut womöglich nie ganz abzustellen ist.

So sieht es aus:

Das ist der Bahnhof in Ainring

Die Grundstücke, die Liegenschaften, also Schienenstrang, Bahnsteig, die Gebäude und Einrichtungen darauf – all das ist Eigentum der Bahn. Seit ihrer Privatisierung ist alles an verschiedene Zuständigkeiten übergegangen und hat die Wege für eine schnelle Bearbeitung und Erledigung womöglich nicht gerade vereinfacht beziehungsweise beschleunigt. Denn mehrere Zahnräder müssen nun erst einmal ineinandergreifen, was früher in einer Hand lag.

Neue Beleuchtung kommt jetzt

Doch auch die Gemeinde ist nicht nur zum Zuschauen verurteilt, sie kann durchaus etwas tun. Und Ainring setzt verstärkt auf Bürgerfreundlichkeit: Ganz aktuell sind in dieser Woche – sofern es das Wetter zulässt – die ersten Arbeiten bezüglich einer neuen Beleuchtung rund um den Bahnhof in Mitterfelden geplant. Der Feldweg vom Bahnsteig zur Kirchwegstraße soll heller und damit sicherer werden. In der Kirchwegstraße selbst befindet sich bereits eine neue Beleuchtung, diese soll in ihrer Anbindung zur Heubergstraße ebenfalls neu konzipiert werden.

Ramsauer verspricht Attraktivität

Das Thema ist für Ainring – wie für alle anderen Kommunen – ein leidiges, die Situation höchst unbefriedigend. Erst jüngst gab es Ärger um die Ekel-Klos am Berchtesgadener Bahnhof. Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer nahm sich der Sache an und versprach, dass die Anlagen attraktiver gestaltet, einfach schöner werden sollen. Ein dreistelliger Millionenbetrag – allerdings bundesweit einsetzbar – unterstreicht die Bemühungen. Auch an kleinen Anlagen ohne jeglichen Service? Mit dem Ainringer Bahnhof in Mitterfelden ist eine weitere, dringende „Baustelle“ nicht erst heute dazugekommen.

bit

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