Im Ernstfall gibt es nur das "Wir"

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Begrüßung des Studienlehrgangs der Feuerwehrschule Geretsried durch den stellvertretenden Leiter des Fortbildungsinstituts der Bayerischen Polizei (BPFI) in Ainring, Polizeidirektor Hans-Peter Girschick (erste Reihe rechts) und den Fachbereichsleiter Kriminalistik, Erster Polizeihauptkommissar Gerold Wiesbacher (zweite Reihe rechts).

Ainring - Nebeneinander geht gar nicht, im Ernstfall gibt es für alle Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei nur ein Miteinander, ein „Wir".

Das ist das Resümee eines Informationstages im Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Ainring mit 15 Lehrgangsteilnehmern zur Qualifizierung für den feuerwehrtechnischen Dienst der 3. Qualifikationsebene, früher gehobener Dienst.

Die Teilnehmer, alle Angehörige von Berufs- oder Werksfeuerwehren aus ganz Bayern, informierten sich im Rahmen ihres Ausbildungsprogramms der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried beim BPFI über die verschiedenen schutz- und krimimalpolizeilichen Aufgaben bei Unglücksfällen sowie Tatortarbeit bei Straftaten und sogenannten „Großen Schadensereignissen" wie Flugzeugabstürzen, Bahnunfällen oder Ähnlichem.

Die Rettung von Menschenleben und die rasche Bergung von Verletzten sind bei Unglücksfällen jedweder Art zunächst vordringlichste Aufgabe beider Organisationen, Polizei und Feuerwehr. Dazu zählt für die Feuerwehr neben technischer Hilfeleistung vorrangig eine schnelle und effektive Brandbekämpfung. Bei Brandfällen ergibt sich andererseits für die Kriminalpolizei zur Ursachenermittlung das Bedürfnis, einen möglichst wenig beeinträchtigten „Tatort" untersuchen zu können.

Moderne Spurenarbeit

So nahm die Thematik der Zusammenarbeit mit unterschiedlicher Zielsetzung zwischen diesen beiden Einsatzorganisationen vor Ort zunächst breiten Raum ein. Erster Kriminalhauptkommissar Peter Trommer und Josef Schnellhammer als Spezialist beim BPFI für die Themenbereiche der Brandermittlung und Tatortarbeit demonstrierten den Gästen eindrucksvoll die Möglichkeiten moderner kriminaltechnischer Spurenarbeit.

Je größer der Unglücksfall, umso verschiedenere Einsatzorganisationen sind zur Bewältigung der Lage erforderlich. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit klarer Strukturen hinsichtlich der Führung der eingesetzten Kräfte. So ging es bei einem Erfahrungsaustausch mit Fachlehrern des Fachbereichs Einsatz und Verkehr sowie Führung und Gesellschaftswissenschaften, Erster Polizeihauptkommissar Stefan Lenk, Dr. Ulrike Garbe und Erster Kriminalhauptkommissar Ludwig Heinz, um Themen wie die Organisationsstrukturen der Polizei bei großen Schadenslagen oder Katastrophen, die Arbeit von Sonderkommissionen oder die Pressearbeit der Polizei.

Wunsch nach festem Bestandteil

Mit dem Dank für die Möglichkeit des Besuchs in Ainring verbanden die Gäste abschließend den Wunsch, diese Veranstaltung, die zum zweiten Mal stattgefunden hatte, als festen Bestandteil in die Ausbildung mit aufzunehmen. Denn die verschiedenen Eindrücke über die Polizeiarbeit würden die Zusammenarbeit zukünftig für alle nachhaltig positiv beeinflussen.

schl/bit

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