Grundwasser macht Probleme

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Von links nach rechts: Gerold Wiesbacher (Bürgerinitiative), Martin Öttl jun., Hans Unterreiner (Bürgerinitiative), Helmut Moka, Dietrich Nowak und Franz Schaider (Bürgerinitiative)

Ainring - Ist eine Lösung für das Grundwasserproblem in Perach und Heidenpoint in Aussicht? Die ÜPW Ainring besichtigt mit der Bürgerinitiative den Sonnwiesgraben:

Das Problem der Peracher und Heidenpointner Bürgerinnen und Bürger mit dem Grundwasser ist seit vielen Jahren bekannt – nach Starkregenereignissen steigt der Grundwasserspiegel zeitversetzt dramatisch an. Die Gemeinderäte der Überparteiliche Wählergruppe (ÜPW) Ainring setzen sich seit vielen Jahren nachdrücklich für eine Lösung ein. Zuletzt stellte die ÜPW-Fraktion im Juli diesen Jahres einen umfassenden Antrag im Gemeinderat.

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Peracher und Heidenpointner Bürger besichtigten die Gemeindräte, Mitglieder, Freunde und Kandidaten der ÜPW nun den Sonnwiesgraben. Es war ein oft mühsamer und beschwerlicher, über drei Stunden dauernder Weg entlang des derzeit harmlos aussehenden Bächleins – vom Urspung südlich des Ainringer Moores entlang bis zur Stadtgrenze zu Freilassing im Norden von Perach.

Der Sonnwiesgraben tritt nach seiner Verrohrung vom Högl herab südlich des Ainringer Moores ans Tageslicht und weist bereits wenige hundert Meter danach ein stattliches Volumen auf. Zahlreiche Drainagen der angrenzenden Wiesen bringen eine nicht zu unterschätzende Wassermenge mit sich. Gerade bei den gefürchteten Starkregenereignissen bereiten diese den Unterliegern Kopfzerbrechen, weil dadurch die Menge an Oberflächenwasser noch einmal stark erhöht wird.

Verbesserungen an vielen Stellen notwendig

Über Stock und Stein, meist querfeldein, führte der Weg, welchen einer der Sprecher der Bürgerinitiative, Franz Schaider aus Perach, der ÜPW Ainring vorgab.

Auch im weiteren Verlauf des Baches fanden sich immer wieder markante Punkte, welche einer Verbesserung bedürfen. Zu viel Wasser kommt entlang des Sonnwiesgrabens nach Perach / Heidenpoint. Teilweise sind die Durchlässe an Brücken und Überwegen zu gering dimensioniert, teilweise erscheint der Bachlauf einfach zu ungepflegt und wird immer wieder von umgefallenen Bäumen und Hindernissen blockiert. Hier sind Anlieger, Grundstückseigentümer und Gemeinde gefordert im Dialog Verbesserungen herbeizuführen.

Die Teilnehmer konnten zahlreiche kleine Einzelmaßnahmen festhalten, welche in der Gesamtheit, so waren sich alle einig, das Grundwasserproblem entschärfen könnten. Der ÜPW Ainring geht es dabei, genauso wie der Bürgerinitiative, nicht um hochtrabende Planungen und Maßnahmen, welche kosten- und zeitintensiv sind. „Mit einfachen Mitteln sollte die Gemeinde Ainring Maßnahmen anstreben, welche im Hochwasserfall die Betroffenen massiv entlasten könnten. Mit einer Umsetzung könnte die Gemeinde Ainring wohl sehr zeitnah beginnen und diese auch schnell abschließen. Damit wäre den Bürgerinnen und Bürgern in Perach und Heidenpoint wirklich geholfen.“, so ÜPW-Fraktionssprecher Martin Strobl.

Kein Verständnis gegenüber Freilassing

Auf vollkommenes Unverständnis aller Teilnehmer stießen die Maßnahmen der Stadt Freilassing, welche zuletzt im Juni 2013 bei einem Hochwasserfall den Ablauf des Sonnwiesgrabens in die Sur sperrte und dadurch die Situation in Perach / Heidenpoint erheblich verschärfte.

„Kann der Ablauf des Sonnwiesgrabens in die Sur im Hochwasserfall nicht gewährleistet werden, dann hat die Gemeinde Ainring dafür Sorge zu tragen, dass das Wasser auch nicht in den bekannten Ausmaßen nach Perach und Heidenpoint kommt. Wir brauchen deshalb das Moor zumindest in Spitzenzeiten. Aber auch die bewaldeten Randflächen des Moores könnten helfen, Wassermassen kurzfristig zurückzuhalten und damit den Unterliegern viele Sorgen zu ersparen.“, so Martin Strobl.

Der Vorsitzende der ÜPW Ainring, Dietrich Nowak, bedankte sich nach der mehrstündigen Wanderung bei der Bürgerinitiative für die Führung und die gewonnenen Eindrücke. Gleichzeitig kündigte er eine Diskussionsveranstaltung der ÜPW Ainring genau zu diesem Thema am Donnerstag, den 24. Oktober, um 20 Uhr, im Gasthaus Gumping in Feldkirchen, an. Alle Interessierten und Betroffenen sind dazu eingeladen.

schl

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