Umweltorientierte Bürgerliste Ainring

50 Prozent Frauenquote bei der UBL

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Ainring - Was andernorts weder durch Gesetze noch durch Selbstverpflichtungskampagnen erreicht werden konnte, ergab sich bei der Umweltorientierten Bürgerliste (UBL) wie von selbst:

10 Frauen und 10 Männer wollen ihr Fachwissen und ihre persönlichen Erfahrungen in die Kommunalpolitik einbringen. Aber auch die zugezogenen Österreicher haben ihren Platz auf der Liste: 20 Prozent der Kandidaten stammen aus dem Nachbarland und wollen ihre neue Heimat Ainring mitgestalten.

Die Freude unter den Kandidaten über diese frohe Kunde war am vergangenen Mittwoch beim „Gumpei“ aber schnell verflogen. Denn selbst die beiden heimischen Abgeordneten der „GroKo“, Peter Ramsauer und Bärbel Kofler ermöglichten durch ihr Abstimmungsverhalten im Bundestag die künftige Zulassung von Genmais auch in Ainring, obwohl unsere Bauern und Bürger fast alle dagegen gekämpft und gestimmt haben.

Dadurch gerate auch in Ainring die bäuerliche Landwirtschaft gegen ihren Willen in ein gefährliches Umfeld. Die Frauen und Männer der UBL wollen daher künftig auch im Gemeinderat dafür sorgen, dass eine gesunde Lebensmittelproduktion mit kurzen Wegen zum Verbraucher auch in Ainring beste Rahmenbedingungen bekommt. Die Bewerber werden Ende Februar einen Biobauern mit inkludierter Vertriebsschiene besuchen und in Fachgesprächen noch bessere Lösungen erarbeiten.

Auch im Energiebereich gelte für die UBL das Primat der kurzen Wege. Was vor Ort verbraucht werde, solle auch hier erzeugt werden. Mit Kopfschütteln sei zur Kenntnis genommen worden, dass eine heimische Energiegenossenschaft wegen der großen Nachfrage zu wenig Flächen für den Ausbau solarer Energien findet und somit die Chancen für Energiewende und Klimaschutz schon vor Ort vertan werden. Als gefährlich wird auch die Kehrtwende der Landesregierung zum Netzausbau eingestuft. Gerade eine Gleichstromtrasse sei viel effizienter, als eine 380 kV Wechselstromleitung, ermögliche sie doch den Stromtransport in beide Richtungen. Sie bereite auch weniger thermische Probleme, was wichtig sei für die Verkabelung von Stromtrassen, und sende weniger problematische Strahlenbelastung durch elektromagnetische Felder aus, so Hans Pöllner. Man fürchte einen unverantwortbaren Rückzug zu Kohlekraftwerken oder anderen veralteten Technologien. Ob die Wasserkraftnutzung vor Ort Sinn macht, diskutieren die Kandidaten öffentlich am kommenden Freitag um 16.30 Uhr bei einer Besichtigung des Kraftwerks an der Mündung des Hammerbachs mit Fachleuten und dem Betreiber.

Eine längere Debatte in der Runde habe das Thema „Tetrafunk“ ausgelöst. Hier berichteten Georg Seubert (Polizei) und Michael Behringer (Rettungsdienst) von ihren langjährigen Erfahrungen im Umgang mit analogen Funkgeräten, mit denen bisher jede Krisensituation und auch alle Katastrophenfälle, auch in entlegenen Regionen, gemeistert wurden. Wegen der robusten und schier unverwüstlichen Bauweise dieser Geräte, die zum Teil seit 50 Jahren störungsfrei in Betrieb sind, konnte der Verdacht nicht ausgeräumt werden, dass Wirtschaft und Industrie nach neuen Absatzmärkten suchen. Dies dürfe jedoch nicht zu Lasten der Gesundheit gehen, was die intensive gepulste Strahlung der Tetrafunk-Anlagen aber befürchten lasse.

Einig waren Bewerber und Vorstandschaft der UBL, dass Wahlkampf kein Stierkampf sein solle und man sich an Verhaltensweisen, wie auf die Bewerber aus anderen Listen rumzuhacken, nicht beteiligen werde. Nicht erst in diesen Wochen solle man sich an die Belange von Mensch und Umwelt erinnern, sondern das ganze Jahr über und auch das private Verhalten darauf einrichten. Man werde daher nicht anderen die Butter vom Brot nehmen, wie das häufig geschehen würde. Man werde vielmehr versuchen, zu erreichen, dass in Zukunft keine Machtblöcke mehr über die Belange der Ainringer Bürger entscheiden, sondern kompetente Leute im Gemeinderat sitzen, die ihrer Verantwortung gerecht werden und sich ihrem Gewissen verpflichtet fühlen. Fraktionsübergreifende Zusammenarbeit solle in einer Kommune die Regel sein, wenn es um das Wohl der Bürger, ihrer Umwelt, ihrer Heimat geht. Die Kandidatenlisten sollten in diesen Tagen persönlich an alle Haushalte verteilt werden, was auch dazu beiträgt, die Leute in ihrem Viertel noch besser kennenzulernen.

Pressemitteilung Umweltorientierte Bürgerliste Ainring

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