Friedliche Flüchtlinge in Ainring

Wohin mit den Asylbewerbern in Ainring?

Ainring - Auf die nicht abreißenden Flüchtlingsströme muss reagiert werden - da sind sich alle einig. Mit fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten steht man jedoch vor Problemen...

Auch die Gemeinde Ainring muss ihrer gesetzlichen Pflicht im Landkreis Berchtesgadener Land nachkommen, an Unterkünften für Asylbewerber mitzuwirken. Der Aufruf von Bürgermeister Hans Eschlberger in der Gemeinderatssitzung war auch begründet in einem entsprechenden Dringlichkeits-Schreiben aus dem Landratsamt.

„Wir müssen uns solidarisch erklären", verwies Eschlberger und bat die Sitzungsrunde sowie die zahlreichen Zuhörer im Rathaussaal, geeignete Räumlichkeiten der Verwaltung bekannt zu geben. „Es geht um eine notwendige kommunale Aufgabe, der wir uns nicht davon stehlen können".

Zur bestehenden Asyl-Unterkunft in Bruch-Römerstraße konnte er mitteilen, dass dort alles friedlich verlaufe und unliebsame Vorkommnisse nicht bekannt seien. Die dortige heimische Nachbarschaft stelle den untergebrachten Asylanten ein gutes Zeugnis aus. Es gäbe im Bemühen der Integration keine Konfliktpunkte.

Landkreis muss sich auf starken Zustrom von Asylbewerbern einstellen

Aus dem Landratsamt-Schreiben informierte der Bürgermeister, dass die zunehmende Häufung von Krisenherden, Bürgerkriegen und religiöser Verfolgung auch am Landkreise Berchtesgadener Land nicht spurlos vorüber gehe. Überall dort, wo Menschen um ihr Leben fürchten oder für sich und ihre Familien keine Existenzperspektive mehr sehen, würden sich auf die Reise machen. Bayern habe von allen Asylantragstellern deutschlandweit 15 Prozent, von diesen habe Oberbayern gerundet 34 Prozent und der BGL-Landkreis 2,4 Prozent davon aufzunehmen. Die Gemeinden des Landkreises Berchtesgadener Land müssten sich daher in dieser zweiten Jahreshälfte 2014 auf einen starken Zustrom von Asylbewerbern einstellen. Momentan beherberge der Landkreis knapp 300 Asylbewerber, am Jahresende werden es erwartungsgemäß etwa 450 sein.

Gemeinde muss zurückstecken

Diese Asylbewerber würden nach Möglichkeit in regulären Wohnhäusern und Pensionen untergebracht oder aber, wenn dies nicht möglich sei, in Notbehelfen, wie Schulturnhallen oder ähnlichem. Letzteres hätte gravierende Auswirkungen auf den Sportunterricht und die Sportvereine. „Es versteht sich von selbst, dass wir, je mehr wir in Unterbringungsnot geraten, umso weniger die Wünsche und Vorstellungen einer Gemeinde berücksichtigen können". heißt es wortgemäß in der Landratsamt-Mitteilung.

Unterbringungsmöglichkeiten müssen her

Es müsse also das Ziel im Einvernehmen der Gemeinden sein, Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Gemäß Artikel 6 Absatz 2 des Aufnahmegesetzes (AufnG) sei es jedenfalls die gesetzliche Pflicht der Gemeinden, bei der Unterbringung von Asylbewerbern mitzuwirken.

Städte und Gemeinden innerhalb des Landkreises hätten bereits Asylbewerber einquartiert, ohne, dass es zu irgendwelchen größeren Problemen oder Ärger mit den Bürgern gekommen sei. Dies würde beispielhaft zeigen, dass Vorbehalte und Ängste in Bezug auf die Asylbewerberunterbringung zum größten Teil auf der Angst vor dem Unbekannten beruhen und der tatsächliche Aufenthalt von Asylbewerbern in den Gemeinden dann meist vollkommen unspektakulär verlaufe. Die Mitteilung an die Gemeinde Ainring endete mit der Bitte, sich auch weiterhin solidarisch zu verhalten und nicht nach dem „Sankt-Florians-Prinzip".

schl

Rubriklistenbild: © pa

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