Tourismusverein beim Juli-Stammtisch

Wie weiter mit dem Ainringer Tourismus?

+
Anwesen am Hofer, wo ein Wegkreuz auch zu einem kurzen Innehalten in Gottes schöner Natur einlädt.

Ainring - Zum Juli-Stammtisch lud Sven Kluba (CSU) den Vorsitzenden des Tourismusvereins Mathias Bliem ein. Thema war unter anderem die Auslastung der Übernachtungseinrichtungen:

Der Ainringer CSU-Vorsitzende Sven Kluba konnte zum Juli-Stammtisch „60 Minuten Politik“ den Vorsitzenden des Tourismusvereins Ainring, Mathias Bliem als kompetenten Gesprächspartner zum Thema Tourismus begrüßen. Da die Gemeinde Ainring nicht im Tourismusverband Berchtesgadener Land ist, besitzt der Ainringer Tourismusverein ein gewisses Alleinstellungsmerkmal im Landkreis.

Zahlen zur Tourismusentwicklung

Mathias Bliem informierte die anwesenden Stammtischbesucher über den Tourismusverein im Allgemeinen. Der Verein wurde im Jahre 1957 gegründet und hat aktuell 61 Mitglieder. Diese teilen sich in 29 Vermieter, davon sechs größere Betriebe und 32 passive Vereinsmitglieder. Im Jahr 2013 konnten die privaten Vermieter rund 14.000 Übernachtungen verbuchen. Der Verein finanziert sich zum einen aus dem Zuschuss der Gemeinde Ainring und zum anderen über eine freiwillige Bettenabgabe von 25 Cent je Übernachtung.

Der Verein hat seinen Sitz im Fremdenverkehrsbüro in Ainring, welches von der Geschäftsführerin Gisi Lämmlein betreut wird. Direkt am Büro können die Urlauber Montag bis Freitag zwischen 9 und 11 Uhr persönlich empfangen werden. „Die restliche Zeit wird telefonisch durch unsere Geschäftsführerin abgedeckt“, so der Vorsitzende. Neben einem vereinseigenen Prospekt, welches zum Beispiel auch auf der „Grünen Woche“ in Berlin verteilt wird, werden die Urlauber vor allem über das Internet angesprochen. Ein Teil der Buchungen läuft über das IRS-System.

Neben der zentralen Ausgangslage von Ainring für Wanderungen, Radtouren, Wellness und Städtereisen organisiert der Tourismusverein zur Steigerung der Attraktivität auch ein Sommerprogramm, Ausflugsfahrten und Fackelwanderungen. Der Verein betreibt einen Fahrradverleih, beteiligt sich am Ferienprogramm und an regionalen Veranstaltungen. Außerdem bietet der Verein eine Gästekarte mit jährlicher Verlosung an.

Die Vermieter in der Gemeinde Ainring sind nach Aussage von Mathias Bliem gut ausgelastet. Die Jahreszeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle hinsichtlich der guten Belegung der Häuser. Trotz der guten Zahlen sinkt aber auch in Ainring die durchschnittliche Aufenthaltsdauer. Waren die Gäste früher im Schnitt 14 Tage in Ainring zu Gast, so beträgt die durchschnittliche Verweildauer derzeit nur noch fünf Tage.

Die größte Herausforderung der Zukunft ist für den Verein jedoch die schwindende Mitgliederzahl bzw. Rückgang der Vermieter. Bestehende Betriebe und Vermieter finden vielfach keine Nachfolger mehr, so Mathias Bliem. In den letzten zehn Jahren sei nur ein neuer Vermieter dazu gekommen. In den nächsten fünf bis 10 Jahren könnte die Gemeinde wohl aber bis zu zehn Vermieter verlieren.

Dabei habe die Gemeinde zahlreiche touristische Attraktionen zu bieten. Auch die Investitionen der Gemeinde in das Schwimmbad, die Geh- und Wanderwege und die vielen Veranstaltungen in Ainring sind ein Beitrag zur Steigerung der touristischen Attraktivität.

Bayern-Chalets steigern Bettenkapazität

Die Problematik der mangelnden Gästebettenkapazität zeigt sich jedoch schon heute bei größeren Veranstaltungen im Gemeindegebiet. Bei der kürzlich durchgeführten Schwimmmeisterschaft konnte nur ein Teil der Gäste in Ainring untergebracht werden. Jeder neue Vermieter oder Übernachtungsbetrieb täte deshalb dem Verein und somit auch der Gemeinde gut.

Der Bau der „Bayern-Chalets“ auf dem ehemaligen Campingplatz mit zirka 180 neuen Gästebetten ist aus Sicht von Mathias Bliem positiv zu sehen.

Tourismus-Eigenständigkeit soll bestehen bleiben

Ein Beitritt der Gemeinde Ainring zur Berchtesgadener Land Tourismus GmbH ist für den Vereinsvorstand nicht notwendig. Er würde das Hauptproblem der abnehmenden Übernachtungskapazität nicht lösen. Die bestehenden Beherbergungsbetriebe seien außerdem bereits sehr gut ausgelastet.

In seinem Schlusswort bedankte sich Sven Kluba für die interessanten Ausführungen und für die Arbeit des Tourismusvereins. „Ich hoffe und bin auch zuversichtlich, dass trotz der momentanen Entwicklung weiter Vermieter und Betriebe in Ainring eine Übernachtungsmöglichkeit schaffen. Nur durch den leidenschaftlichen Einsatz unserer Vermieter kann die touristische Zukunft der Gemeinde gesichert und gestaltet werden“, so Sven Kluba.

schl

Zurück zur Übersicht: Ainring

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser