Wegen der Bauarbeiten bei Hammerau

Vollsperre der B20 - Polizei Freilassing zieht ernüchternde erste Bilanz

Ainring/Hammerau - Beamte der Polizeiinspektion Freilassing kontrollierten in den vergangenen Tagen die Einhaltung der Straßensperren rund um die gesperrte B20 bei Hammerau. Derzeit bereitet vor allem der sogenannte Schleichwegeverkehr durch Ortskundige große Probleme.

Verkehrssperre B20 Landkreis BGL - Polizei Freilassing zieht ernüchternde erste Bilanz


Die Mitteilung der Polizei im Wortlaut

Das Staatliche Bauamt Traunstein hatte in einer zeitgerecht erstellten Presseaussendung die finalen Asphaltierungsarbeiten auf der B20 im Bereich Hammerau angekündigt. Die Folge war nämlich die Vollsperrung einer der wichtigsten Verkehrsadern im Landkreis, was über drei Wochen hinweg einen umfangreichen Umleitungsplan für den Fahrzeugverkehr ab dem 8. September erforderlich machte.


Nicht jeder Fahrzeuglenker akzeptiert die Straßensperre und die notwendigen Umfahrungen; für die Freilassinger Polizei indes keine große Überraschung. Deshalb führten die Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion bereits von Beginn an entsprechende Schwerpunktkontrollen durch. Diese umfassten sowohl die eigentlich gesperrte Bundesstraße, aber auch den sogenannten Schleichwegeverkehr durch Ortskundige.

Ernüchternd deshalb die erste Bilanz der Polizei, vorgestellt durch den Ersten Polizeihauptkommissar Gerhard Huber: „Der Dank gilt zunächst allen Verkehrsteilnehmern, welche sich rechtskonform an die Vorschriften halten und den Umleitungsbeschilderungen folgen. Leider müssen wir aber feststellen, dass sich eine Vielzahl von Fahrzeuglenkern eben nicht an die aufgestellten Verkehrsverbote hält. Von diesen sind auch parallel zur B20 laufende Straßen betroffen, die ganz gezielt gesperrt wurden. Zum einen zum Schutze der Anlieger, zum anderen sind diese Verkehrswege schlicht und ergreifend nicht dazu bestimmt und gebaut, um den Umleitungsverkehr aufzunehmen.

Verkehrszeichen mit „Empfehlungscharakter“

Unsere durchgeführten Kontrollen bestätigten leider die Prognosen. Das allseits bekannte Verkehrszeichen 250 beziehungsweise 260, welches eine gesperrte Straße ankündigt, hat für viele offenbar nur noch „Empfehlungscharakter” und gilt im besten Fall für andere, aber nicht für einen selbst. Es erhärtet sich der Eindruck, als ob jeder für sich selbst entscheidet, ob die verkehrsrechtliche Anordnung gilt oder nicht.”

Besonders dreiste Fahrzeugführer räumen auch von der ausführenden Baufirma aus gutem Grund aufgestelltes Absperrmaterial zur Seite. Nicht nur ein äußerst gefährliches Unterfangen für Andere. Dies stellt eine völlige Abkehr vom obersten Grundsatz in der Straßenverkehrsordnung - der gegenseitigen Rücksichtnahme - dar.

„Was letztlich aber nichts daran ändert, dass wir hier notwendige Verwarnungen aussprechen und so die begangenen Verkehrsordnungswidrigkeiten ahnden. Bereits nach wenigen Tagen sind wir weit im dreistelligen Bereich gelegen”, so Polizeichef Huber weiter.

Dass bei manchem Autofahrer im wahrsten Sinne des Wortes die Nerven blank liegen, erleben die Polizistinnen und Polizisten bei ihrem täglichen Einsatz. „Trotz allem Verständnis - es ist teilweise wirklich erschreckend, mit welch beharrlicher Uneinsichtigkeit und Ignoranz wir konfrontiert werden. In Einzelfällen kommt es auch zu wüsten Beschimpfungen und lautstarken Unmutsäußerungen”.

Die Freilassinger Polizei wird ihre Kontrollen weiter fortführen verbunden mit der Hoffnung, dass sich hier eine Besserung einstellt, von der letztlich alle profitieren.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Freilassing

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