Neuer Bauausschuss: Erste Sitzung

Ein buntes Mosaik an Bauvorhaben

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Ainring - Mit vielen Bauanträgen hatte sich der neu zusammengesetzte Bauausschuss in seiner ersten Sitzung zu befassen. Die umfangreiche Thematik konnte zügig abgewickelt werden:

Den Anbau einer Lagerhalle in der Größenordnung von 26,30 x 21,40 m an eine bestehende Halle „Am Sonnwiesgraben“ in Heidenpoint beabsichtigt die Holzbaufirma Koch & Sohn GbR. Durch einige Überschreitungen, wie unter anderem Baugrenze in östlicher Richtung oder der Wandhöhe von fünf auf 5,40 Meter, weicht das geplante Vorhaben von den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Sonnwiesgraben“ ab.

Da die Erschließung gesichert ist, die Nachbarunterschriften eingeholt wurden und vorliegen, sieht die Gemeindeverwaltung die Maßnahme als vertretbar an. Wie Bürgermeister Hans Eschlberger hinwies, sei die Größe der Halle, sowie der profilgleiche Anbau für die betrieblichen Belange unabdingbar. Aufgrund der Anrechnung sowohl der Gebäude wie auch der gesamten Zufahrten und nicht überbauter Abstellflächen könne die GRZ von 0,33 nicht eingehalten werden und sei hinsichtlich der üblichen Festsetzungen für ein Gewerbegebiet auch nicht mehr zeitgemäß. Der Anstieg der Grundflächenzahl (GRZ) auf 0,53 sei daher hinnehmbar. Ohne Einwendungen wurde ein zustimmender Beschluss gefasst.

Ebenfalls gebilligt wurde der Bauantrag von Andreas Gaisreiter, Umbau, Sanierung und Aufstockung des Einfamilienhauses in Gehring 2. Das Grundstück befindet sich im Außenbereich und unterliegt der Beurteilung des Paragrafen 35 im BauGB. Zu diesem Bauvorhaben informierte der Bürgermeister, dass sich für das antragsgegenständliche Grundstück eine Verbesserung der ortsplanerischen Situation ergebe, da anstatt der bisher vorhandenen zwei Giebeldächer nur noch ein Giebeldach vorhanden sein werde, was die Gesamtansicht des Gebäudes beruhige.

Problematisch sei die südlich anschließende Doppelhaushälfte im Besitz einer Familie, der die Gemeinde vor zwölf Jahren aus einer Notsituation heraus zur Verwirklichung ihres Eigenheimes verholfen habe und sich nun kooperativ verhalten sollte, damit Andreas Gaisreiter seine Bauabsicht verwirklichen könne. Konkret sei es nämlich aus Sicht der Gemeinde dringend erforderlich, dass diese Maßnahme in einem Zuge auch auf die südliche Doppelhaushälfte erstreckt werde, was laut Angabe ohnehin geplant sei. Dem Beschlussvorschlag aus der Bauverwaltung, dass das gemeindliche Einvernehmen erteilt werde unter der Bedingung einer gleichzeitigen Neugestaltung des Daches auf das südlich angrenzende Gebäude, wurde vom Ausschuss einstimmig Folge geleistet.

Gebilligt wurde vom Ausschuss der von Michael Kamml beantragte Anbau an das Wohnhaus am Ziegelweg 23 in Perach. Durch den Anbau mit den Maßen 7,90 x 4,50 m soll benötigter Wohnraum geschaffen werden.

Im Rahmen einer Bauvoranfrage möchte Otto Fahsig auf seinem Grundstück am Stadtweg 10 in Ainring im süd-südöstlichen Bereich Richtung Bach, eine zwei Meter hohe Hochwasserschutz-/Lärmschutzwand errichten. Die Wand würde in pflanzlicher Art mit Efeu und Wein begrünt werden. Das Grundstück befindet sich innerhalb des Bebauungsplanes „Stadtweg“ in seiner Ursprungsfassung und widerspricht dessen Festsetzungen.

Aus dem Beschlussvorschlag für den Fachausschuss war zu entnehmen, dass aus Sicht der Verwaltung das Vorhaben kritisch betrachtet werde. Nicht nur aus städtebaulichen und ortsplanerischen Erwägungen werde die Errichtung der Wand als nicht vertretbar erachtet, sondern es werde auch der tatsächliche Nutzen als Hochwasserwand in Frage gestellt. Bislang sei der Mühlstätter Graben bei Hochwasserereignissen entsprechend dem natürlichen Gefälle nach Osten über die Kreisstraße ausgeufert. Weiter sei bei der Entscheidungsfindung zu beachten, dass im unmittelbaren Bereich der geplanten Mauer eine bestehende Brennstelle der Straßenbeleuchtung vorhanden sei. Eventuell müsste beim Bau der Mauer bzw. der Fundamente diese Brennstelle beseitigt bzw. umgesetzt werden.

Da die Mauer im südlichen Bereich bis auf 60 Zentimeter an das Gewässer heranrücke, werde dies die Unterhaltungsarbeiten erheblich beeinträchtigen und erschweren. Der Bach befindet sich als Gewässer III. Ordnung im Unterhalt der Gemeinde. In diesem Zusammenhang müssten neben den straßenrechtlichen (Beteiligung Straßenbauamt wegen Anbauverbotszone Kreisstraße) wasserrechtliche Belange geprüft und gewürdigt werden. Unter all diesen Aspekten schlage das Bauamt eine Ablehnung vor sowohl aus grundsätzlichen Erwägungen wie insbesondere auch wegen der Bezugsfallproblematik.

Diese Thematik, eingeleitet in der folgenden Diskussion von Ludwig Moderegger, äußerte 2. Bürgermeister Gerhard Kern, dass die Behandlung des Antrages schwierig sei, denn der Wunsch nach Lärmschutz sei nachvollziehbar. Seiner Meinung nach sollte sich der Bauwerber an das Staatliche Bauamt Traunstein wenden mit dem Ziel, dass an dem Anwesen Lärmmessungen durchgeführt werden. Es werde sich dann zeigen, ob es einen Anspruch auf Lärmschutz gebe. 1. Bürgermeister Hans Eschlberger erklärte sich bereit, mit Otto Fahsig diesbezüglich zu sprechen und diesen Rat an ihn weiterzugeben.

Sven Kluba stellte die Frage, ob eine Zurückstellung des Antrages gegenüber einer Ablehnung sinnvoller wäre. Ihm erwiderte Bauamtsleiter Thomas Fuchs, dass dieses aufgrund der Zwei-Monats-Fiktionsfrist nicht mehr möglich sei. Sepp Ramstetter meinte, er halte zu diesem Themen eine Grundsatzdebatte für notwendig, Es müsse gleiches Recht für alle gelten. Dabei dürften durch Schallreflektion keinesfalls die nachbarlichen Belange übersehen werden. Daraufhin erklärte Gerhard Kern, dass Lärmschutzwände auf jeden Fall schallabsorbierend ausgeführt werden. In der folgenden Abstimmung hatte die Bauvoranfrage keine Chance und wurde einstimmig abgelehnt.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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