Pressemitteilung Freie Wähler Ainring

Aufbruchsstimmung war greifbar

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Der Bürgermeister-Kandidat der Freien Wähler, Martin Öttl, bei seiner emotionalen Rede.

Ainring - "Ich wäre gerne Euer Bürgermeister!" Mit diesem Zuruf an die Besucherinnen und Besucher im vollen Saal im Haus der Kultur in Ainring beendete Bürgermeister-Kandidat Martin Öttl seine sehr emotionale Rede beim Weißwurst-Frühschoppen der Freien Wähler.

Zuvor hatte sich Öttl noch einmal den vielen Anwesenden vorgestellt. In seiner Rede ging Öttl neben seiner Vita noch einmal auf wesentliche Ziele und Themen der Freien Wähler Ainring ein.Er stehe ohne wenn und aber für den Erhalt aller Schulstandorte in der Gemeinde und möchte vor allem die Mittelschule wieder neu beleben. Auch die Idee eines gemeindlichen Veranstaltungssaales mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten für Vereine, Privatpersonen und Gastronomiebetriebe stellte er noch einmal ausführlicher vor.


Speziell auf die Landwirtschaft ging Öttl ein und stellte klar, dass die Gemeinde viel mehr als bisher auf die Bauern eingehen und ihnen zuhören muss. "Die Landwirte tragen unsere Gesellschaft. Sie sind es, die sich um unsere Natur kümmern. Keine Landwirte – keine Heimat. So einfach ist das!", so der Bürgermeister-Kandidat. In diesem Zuge ging er auch auf den Tourismus ein, der in Ainring zwar eine untergeordnete Rolle spielt, aber neben einigen wenigen Hotelbetrieben auch kleinen Vermietern Chancen eröffnet. Auch der Fremdenverkehr müsse wieder gestärkt werden, verdeutlichte der Freie-Wähler-Kandidat.

Öttl brachte auch eine neue Idee zur Entwicklung von Gewerbeflächen der Freien Wähler auf den Tisch. Er möchte gerne diskutieren und prüfen, ob Grundstücke der Gemeinde künftig nur noch im Wege von Erbpacht als Gewerbeflächen vergeben werden. "Ist eine Fläche erst einmal ausgewiesen und verkauft, hat die Gemeinde kein oder nur noch sehr wenig Mitsprachmöglichkeit. Wenn ein Betrieb seinen Standort verlagern möchte, eine Umnutzung stattfinden soll oder gar Flächen abtreten will, dann können wir als Gemeinde mitreden.", so Öttl. Es mache für ihn viel Sinn, gerade hier anzusetzen. "Wenn wir nicht mehr verkaufen, sondern verpachten, dann haben wir Einfluss darauf, welcher Betrieb bei uns tätig ist und was er macht. So können wir besser auf unsere Heimat schauen.", resümierte Martin Öttl.


Emotional wurde es, als Öttl im Rahmen seiner Rede mit sehr persönlichen Gedanken an den jüngst verstorbenen Pfarrer Hans-Hermann Holm-Elin erinnerte. Er sei stolz darauf gewesen, dass er von Pfarrer Holm-Elin getraut worden ist. "Ja, bei einigen Menschen ist unser Pfarrer nicht immer gut angekommen, und dennoch war er für mich ein Mensch, zu dem ich aufblicken konnte.", bedauerte Öttl den Tod des Seelsorgers, der seit 43 Jahren in Thundorf und Ainring gewirkt hatte.

Zum Abschluss seiner Rede bedankte sich Öttl zunächst bei seiner Familie dafür, dass sie ihn immer bestärkt und unterstützt habe. Ohne die Zustimmung seiner Frau Gerti und seiner Familie wäre er nicht angetreten und er hätte die kräftezehrende Zeit auch nicht geschafft. "Meine Familie steht auch in der Zukunft hinter mir und unterstützt mich vorbehaltlos, sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden.", so Öttl. Seiner Frau dankte er mit einer zärtlichen Umarmung und einem Blumenstrauß.

Dank sprach Öttl auch den Freien Wähler aus. In den vergangenen Wochen und Monaten sei eine große Freundschaft unter den Kandidaten entstanden. Er sprach von einer Mannschaft, die voll und ganz zueinandersteht und Großes geleistet habe. Den größten Dank aber sprach Öttl nicht nur den Anwesenden, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern aus. "Ich habe in den letzten Wochen und Monaten so viele Leute kennen lernen dürfen, so viel Erfahrungen gesammelt und so viel Zuspruch erhalten, dass ich überwältig bin. Sie haben mir immer Mut zugesprochen und uns darin bestärkt einen sachlichen Weg ohne Anfeindungen zu gehen. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.", so der sympathische Kandidat. "Es gab so manchen, der uns Knüppel zwischen die Füße geworfen hat. Es gab so manchen, der meinte es geht jetzt um seine Macht und seinen Einfluss. Nein, es ist nie darum gegangen.Es geht darum, wie wir künftig gemeinsam miteinander unsere Heimat gestalten wollen.", endete Martin Öttl seine Rede und erntete einen langanhaltenden, donnernden Applaus.

Nach der Vorstellung der Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten, die geschlossen auf der Bühne standen und sich erneut als unschlagbare Mannschaft präsentierten, trat der Landrats-Kandidat der Freien Wähler Berchtesgadener Land, Michael Koller, ans Podium. Geschickt knüpfte er an die Rede von Martin Öttl an und stellte in seiner locker-lässigen und doch fachlich sehr fundierten Art sich und seine Ziele vor.

Er berichtete davon, dass in der Wahlversammlung der FWG in Piding unter anderem auch der Kabarettist Stefan Schimmel aufgetreten ist und die Wahl treffend vorstellte: "Wenn der Kandidat der CSU zum Landrat gewählt wird, dann ändert sich im Kern nicht viel, wenn der von den Freien Wähler gewinnt, dann bekommen sie im Landratsamt einen Koller." Die Stimmung im Saal steigerte sich immer mehr und Koller lief zur Hochform auf. Neben den Themen Mobilität und öffentlicher Personennahverkehr, ging er auch auf die Unterstützung der Vereine und den Erhalt und Ausbau der Bildungsregion ein. "Traunstein hat uns mit dem Bildungscampus schon fast den Rang abgelaufen. Wir müssen Gas geben und unsere Schulen stärken.", so Koller. Die Herzen der Zuschauer flogen ihm direkt zu, als er über das Thema Generationengerechtigkeit referierte. Er verwehrte sich der These, dass die ältere Generation "Schuld" habe, dass die Welt eine Klimakrise hat. "Meine Großeltern sind nie mit dem Kreuzfahrtschiff um die Welt gefahren und sind nie in den Urlaub geflogen. Im Gegenteil. Zu Weihnachten wurde das Geschenkpapier glattgestrichen und ausgebügelt, damit man es wiederverwenden kann. Unsere Senioren waren sparsam und haben die Grundlage dafür gelegt, dass es uns heute so gut geht.", gab sich Koller kämpferisch. Im Saal war man sich einig, dass Koller nicht nur ein sehr guter Kandidat ist, sondern auch ein sehr guter Landrat wäre.

Nur kurz trat dann der Fraktionssprecher der Freien Wähler Ainring, Martin Strobl, ans Pult. Der Teil "Rückblick" sollte eigentlich entfallen, doch aufgrund der aggressiven Berichterstattung der CSU mit Leserbriefen und Artikeln, wolle er noch kurz Stellung dazu beziehen. "Die Aussagen im Leserbrief von Frau Noreisch und im Artikel der CSU sind so nicht korrekt. Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen. Wir Freien Wähler wollen uns weder am Mitbewerber abarbeiten, noch Nachtreten. Wir stehen für einen Neuanfang und wollen in allen Belangen bei Null anfangen. Wir werden nicht aus der Distanz und Anonymität mit Leserbriefen und Postings in sozialen Netzwerken reagieren. Sollte jemand Probleme haben, dann sind wir gerne zu persönlichen Gesprächen bereit, denn mit dem Reden kommen die Leute zusammen und nicht mit Leserbriefen und Facebook.", so Strobl.

Abschließend stellten Gemeinderat Stefan Eberl und der jüngste Kandidat, Maxi Wiesbacher, noch einige Themen näher vor. Neu ist beispielsweise die Idee einer Ainringer Bonus-Karte. Jeder Gemeindebürger kann sie im Internet herunterladen und erhält dann bei einem Einkauf bei Betrieben in der Gemeinde für bestimmte Einkaufswerte einen Stempel. Ist eine bestimmte Zahl an Stempeln erreicht, dann erhält er von der Gemeinde Ainring einen Bonus, z.B. in Form von verbilligten Eintritten in das Erlebnisbad oder ähnliches. "Mit dieser Idee wollen wir unsere Nahversorgung und unsere Gewerbebetriebe zumindest ein wenig unterstützen und die Wertschöpfung in der Gemeinde halten. Der Verwaltungsaufwand ist gering und die Einzelhändler haben unter Umständen einen Vorteil davon. Das ist eine unserer Ideen zur Wirtschaftsförderung.", berichtete Stefan Eberl.

Neben den ganzen politischen Themen amüsierten sich die Besucherinnen und Besucher und wurden bestens mit frischen Weißwürsten einer lokalen Metzgerei und Brezen einer Bäckerei aus der Gemeinde versorgt. Auch das Freibier durfte nicht fehlen. Untermalt wurde die Versammlung von einer Jugendabordnung der Musikkapelle Ainring, die zünftig aufspielte und sichtlich Freude daran hatte. Nach vielen guten Gesprächen endete der Frühschoppen schließlich am frühen Nachmittag mit vielen zufriedenen Gesichtern.

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