Höhere Eintrittspreise für Freibadsaison 2015

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Solche schönen Badetage mit entsprechenden Publikumszuspruch - wie in unserem Archivbild - gab es in der abgelaufenen Saison, im Erlebnisbad Ainring durch anhaltende Schlechtwetterperioden, nur wenige. Diese verursachten einen Minusrekord der Besucherzahlen.

Ainring - Nachdem es schon fünf Saisons her ist, dass die Eintrittspreise den wachsenden Kosten angepasst wurden, wird das Freibad 2015 wieder teurer.

Das Erlebnisbad der Gemeinde Ainring ist nach wie vor eine attraktive und wichtige Einrichtung für die Gesundheit, aber auch für Sport, Spiel, Erholung und Freizeitgestaltung. Für spezielle Fragen, die das Freibad betreffen, wurde auch kürzlich ein Arbeitskreis aus der Mitte des Gemeinderates eingerichtet.

Letzte Gebührenanpassung liegt schon zu lange zurück

„Auch in dem Wissen darum, dass ein öffentliches Freibad nie kostendeckend arbeiten kann, muss es Ziel bleiben, die Defizite in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Dafür sind angemessene Gebühren unerlässlich", sagte eingangs Bürgermeister Hans Eschlberger in der Gemeinderatssitzung zum Tagesordnungspunkt betreffend der Gebührensatzungsänderung für das Erlebnisbad. Wie zu hören war, liegt die letzte Gebührenanpassung mehr als vier Jahre zurück und zwar seinerzeit vom Gemeinderat am 23. Februar 2010 beschlossen.

Die mit Beschluss vom 18. März dieses Jahres – es war die achte Änderungssatzung – sah lediglich die Einführung der Ehrenamtskarte sowie die Ausweitung der Schüler/Studentenregelung vor. Im Klartext: Die Eintrittsgebühren blieb nun fünf Badesaisonen unverändert, so dass zur Badesaison 2015 rechtzeitig eine Erhöhung unumgänglich erscheint, wie von der Kämmerei angemahnt wurde. Mit der Preisanpassung soll das laufende Betriebskostendefizit in Höhe von zuletzt 280.000 Euro pro Jahr vermindert werden bzw. die stetig steigenden Kosten insbesondere für Personal und Energie zumindest teilkompensiert werden. Dazu lag dem Gemeinderat von der Verwaltung ein Vorschlag zur ausgewogenen Anpassung der Eintrittgebühren im Erlebnisbad vor mit der Möglichkeit, dass die im Vorverkauf erworbenen Saisonkarten spürbar günstig angeboten werden und deshalb Vorverkaufs-Angebot verstärkt ausgenützt werden sollte.

Eine Familientageskarte soll eingeführt werden

Nachdem Kämmerer Thomas Schlosser den Vorschlag zur Anpassung der Eintrittsgebühren erläuterte, entspann sich eine Diskussion. So bemängelte Sven Kluba aus der CSU-Fraktion die teils kräftige Steigerung einzelner Tarife und die relativ lange Zeitschiene seit der letzten Gebührenanpassung. Um besser auf die Gegebenheiten zu reagieren sprach er sich für eine jährliche Vorlage an den Gemeinderat aus. Diese Möglichkeit sicherte ihm Bürgermeister Hans Eschlberger zu.

Von ÜPW-Rat Stefan Eberl wurde vorgeschlagen, eine Familientageskarte (2 Erwachsene und alle Kinder der Familie) zum Preis von zehn Euro neu einzuführen. Dies diene möglicherweise zur Gewinnung von zusätzlichen Badegästen. Hierzu erwiderte CSU-Fraktionssprecher Jörg Mader, Ziel müsse es sein, möglichst viele Saisonkarten im Vorverkauf abzusetzen. Die Einführung einer Familientageskarte widerlaufe diesem Ziel. Mader sprach sich dafür aus, den vom Verwaltungs- und Finanzausschuss formulierten Empfehlungsbeschluss unverändert umzusetzen und die Entwicklung zu beobachten. Über eine mögliche Einführung einer Familientageskarte könnte nächstes Jahr gesprochen werden „Uns fällt kein Zacken aus der Krone wenn wir die Familien-Tageskarte, wie von Stefan Eberl vorgeschlagen, mit Beginn der Saison 2015 bereits einführen", meinte ÜPW-Fraktionssprecher Martin Strobl.

Ausweispflicht soll Ticket-Missbrauch verhindern

Zu bedenken gab Bruno Thurnhausstatter, dass das Defizit des Freibades – sicherlich auch bedingt durch die anhaltende Schlechtwetterperiode mit zurückgehenden Besucherzahlen – angewachsen sei. Die Belastung für die Gemeinde dürfe nicht aus dem Ruder laufen, deshalb habe auch der Finanzausschuss eine angemessene Gebührenerhöhung zu den verschiedenen Tarifbezeichnungen befürwortet.

Entgegen dem Vorschlag von Mader plädierte Franz Sommerauer die Vorgehensweise andersherum, und zwar bereits 2015 die Familientageskarte einzuführen und nach einem Jahr sachlich zu analysieren, ob diese sich bewährt habe. Prinzipiell stimmte UBL-Fraktionssprecher Hans Pöllner der Aussage von Franz Sommerauer zu, sprach sich aber dafür aus, einem möglichen Missbrauch durch Vorlage von Lichtbildausweisen vorzubeugen. Eine Ausweispflicht hielt das Gremium für angebracht, auch wenn das eingespielte Kassenteam vor allem die heimischen Badegäste kenne und deshalb bei der Eintrittskontrolle einordnen könne. Robert Egger aus dem CSU-Lager beurteilte zehn Euro für die Familientageskarte als zu wenig, er schlug eine Festsetzung von elf Euro vor. Dies brachte zum Abschluss der Debatte das Gemeindeoberhaupt zur Abstimmung. Mit der Mehrheit von 19 Befürwortern bei vier Gegenstimmen war somit die Gebührensatzung mit diesem zusätzlichen Tarif angenommen. Einstimmig war der folgende Beschluss der 9. Änderungssatzung für das Schwimmbad der Gemeinde Ainring in der von der Verwaltung vorgelegten Fassung.

Folgende Eintrittgebühren gelten ab der Saison 2015

(in Klammern die Vergleichspreise der bisherigen Gebühren): Familienjahreskarte 120 Euro (bisher 90 Euro), Familienkarte im Vorverkauf 100 Euro (84), Familienkarte Ehrenamtscard 95 Euro (76), Saisonkarte Erwachsene 62 Euro (45), Saisonkarte Erwachsene im Vorverkauf 50 Euro (42), ermäßigte Saisonkarte 42 Euro (28), ermäßigte Saisonkarte im Vorverkauf 35 Euro (25), Tageskarte Erwachsene 4,50 Euro (3,50), ermäßigte Tageskarte 2,50 Euro (2,00), Abendkarte Erwachsene ab 16 Uhr 3,00 Euro (2,00), ermäßigte Abendkarte 2,00 Euro (1,50), 12er-Karte Erwachsene 36 Euro (30), 12er-Karte ermäßigt 24 Euro (15), auswärtige Schulgruppen/Person 2,00 (1,00), Garderobenschrank/Saison 35,00 (25,00). Gestrichen wird aus den Tarifen die Zwölferkarte für Firmen, die bísher 25 Euro kostete.

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