Neuer Bebauungsplan oder Bebauungsplanänderung?

Entscheidung für Bebauung „Öttl-Gruam“ vertagt

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Dieses über 100-jährige Anwesen in der „Öttl-Gruam“ soll gemäß Planung des Antragstellers Hans Öttl beseitigt und die Grube aufgefüllt werden, um das Höhennievau der umgebenden Wohnbebauung anzupassen. Zunächst erfolgte für die Bauvoranfrage auf dem 1800 Quadratmeter großen Areal keine Entscheidung. Vom Fachausschuss wurde eine Zurückstellung beschlossen.

Ainring - Das hochwassergefährdete Grundstück "Öttl-Gruam" sollte für Wohnhausneubau auf Straßenniveau aufgeschüttet werden. Doch jetzt änderten sich die Pläne.

Eine Bauvoranfrage von Hans Öttl, Errichtung eines Wohnhauses als Ersatzbau an der Hallersterstraße im Ortsteil Heidenpoint, wirft noch zu viele Unklarheiten auf, vor allem was aus Sicht der Gemeindeverwaltung planungsrechtlich zulässig ist. Die Gretchenfrage, ob neuer Bebauungsplan oder Bebauungsplanänderung, konnte für eine sinnvolle Gestaltung nicht hinlänglich beantwortet werden. So folgten die Mitglieder des Bauausschusses in jüngster Sitzung einhellig dem Vorschlag von Bürgermeister Hans Eschlberger, das geplante Vorhaben zunächst nach abklärendem Gespräch mit dem Antragsteller, Planer und gemeindlichem Bauamt zurückzustellen.

Das 1.800 Quadratmeter große Antraggrundstück im Ortsteil Heidenpoint ist vielen bekannt als so genannte „Öttl-Gruam“. In der ehemaligen Kiesgrube mit landwirtschaftlicher Nutzung entstand im Jahr 1907 das von den Großeltern des Antragstellers erbaute Anwesen. Von Hoch- bzw. Grundwasser war das etwa fünf bis sechs Meter tiefer gelegene Gebäude schon mehrfach akut betroffen, am schlimmsten im Jahr 1954, als das Wasser bis zum Obergeschoss des Hauses reichte, aber zuletzt auch gefährdet in den Jahren 2002 und 2013.

Nicht zuletzt deshalb beabsichtigt Hans Öttl dieses bewohnte Anwesen abzubrechen. Das bisherige Urgelände soll auf Straßenniveau aufgeschüttet und dann auf gleicher Ebene wie die Nachbarhäuser aufgeschüttet werden. Darauf möchte Öttl ein neues Einfamilienhaus mit den Ausmaßen 10 mal 15 m sowie nördlich anschließend eine Doppelgarage mit 6,5 mal 6,5 m errichten.

Wie der Bürgermeister hinwies, befindet sich das erschlossene Grundstück innerhalb des rechtverbindlichen Bebauungsplanes Perach in Form der 16. Änderung vom 13. November 1989. Weiters sagte Eschlberger, das Vorhaben werfe nach Meinung der Verwaltung einige Fragen auf. So sei es schon unverständlich, weshalb das neue Gebäude in dieser Größe und Situierung erfolgen soll und damit sämtliche Entwicklungsmöglichkeiten auf dem sehr großen Areal verbaut werden. „Dem Grundsatz des flächensparenden Bauens und dem Gebot Innenderdichtungspotentiale optimal zu nutzen, läuft dieses Baugesuch zuwider“, betonte der Gemeindechef. Eine einfache Drehung des Gebäudes würde schon bewirken, dass mindestens zwei dieser Gebäude auf dem Antragsgrundstück ausgeführt werden könnten. Dann wäre auch die oftmals geforderte Sonnenenergienutzung optimal möglich, was bei der beantragten Firstrichtung in Nord-Süd weniger der Fall sei.

Auch die Größenentwicklung eines beantragten Einfamilienhauses von 10 x 15 m erscheine nicht wirklich üblich. Es würden Doppelhäuser in kleinerem Umfang gebaut. Abschließend lautete die Mitteilung, das Vorhaben entspreche nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes, dennoch sei aus Sicht der Verwaltung eine Bebauung dieses Grundstücksbereiches ohne weiteres möglich, so dass eine grundsätzliche Bebauung mittels Befreiung – oder wenn notwendig – mittels Bebauungsplanänderung ermöglicht werden sollte, jedoch in optimalerer Nutzung.

In der folgenden kurzen Beratung mutmaßte Sven Kluba, der Antragsteller wolle wohl das Grundstück mit viel Freifläche nutzen, was ja nicht verboten sei und Gerhard Kern beurteilte - egal ob Bebauungsplanänderung oder Aufstellen eines Bebauungsplanes - als gleichermaßen aufwendig. Gemeindeoberhaupt Hans Eschlberger riet zu einem Lösungsgespräch mit Bauwerber und Architekt. „Momentan tappen wir im Nebel und kommen nicht weiter. Ich schlage vor, die Bauvoranfrage zur weiteren Klärung zurückzustellen“. Damit bestand bei allen Räten Einverständnis.

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