41. Gemeindeschnalzen

Es wurde wieder um die Wette "geschnalzt"

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Auch die Kleinen machten beim Gemeindeschnalzen mit.

Ainring - Über 400 Zuschauer wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Sie stürmten die Schnalzarena in Ainring, um beim 41. Gemeindeschnalzen ganz vorne mit dabei zu sein.

Die Mühen einer gewissenhaften Vorbereitung für über 400 Zuschauern und 28 Schnalzerpassen zum 41. Gemeindeschnalzen am Sonntagnachmittag, den 3. Februar, bei optimaler Witterung mit gleichbleibenden Bedingungen wurde für den Ainringer Schnalzerverein in jeder Hinsicht belohnt. Die Passe VI – im Vorjahr als unbezwingbarer Jugend-Sieger zu den „Allgemeinen“ aufgerückt – knüpfte nahtlos an ihre Erfolgsserie an und triumphierte erneut, heuer mit der rekordverdächtigen Marke von 191 Punkte aus zwei gewertete Durchgänge. Das fleißige Training in der begrenzten Schnalzersaison wurde somit auf imposante Weise belohnt. Jetzt will die ehrgeizige Truppe auch wieder ganz vorne beim bevorstehenden Rupertigaupreisschnalzen mitmischen.

Die Konkurrenz aus Feldkirchen mit der Passe 1, bereits im Vorjahr Vizemeister, wies diesmal 11,5 Punkte Differenz auf und musste sich sogar dem starken Auftritt der Passe Ainring IV erwehren. Nur die winzige Nuance eines halben Punktes trennte die beiden Passen, für das Publikum in der Abfolge des rhythmischen Knalleffekts mit den Goaßln hörbar nicht zu erkennen, für die erfahrenen Preisrichter hinter den zugehängten Fenstern im Anwesen des „Lackeibauern“ indes schon. Gastgeber Ainring feierte insofern einen Doppelerfolg, weil auch die Jugendpasse mit 170,5 Punkte den Titelverteidiger Feldkirchen (153,0) deutlich auf den zweiten Platz verwies.

Schnalzervorstand Richard Dusch eröffnete die Veranstaltung an alle Brauchtums- und Schnalzerinteressierten von „drent und herent“: „Griaß Gott do bei uns in Ainring auf der Schnalzerarena. Den Namen hat unser Schirmherr Bürgermeister Hans Echlberger beim damaligen 35. Gmoaschnalzen der Wies`n vorm Lacknerbauer geb`n“. Ein besonderes Willkommen galt neben dem Bürgermeister und Ehrenvorsitzenden Adi Dusch vor allem auch dem Vorsitzenden der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel, Bernhard Kern.

Bürgermeister Hans Eschlberger verwies darauf, dass die Freude am Schnalzen hierzulande seit Generationen bestehe und speziell die Gemeinde Ainring als Schnalzerhochburg im Rupertiwinkel bezeichnet werden könne. Großes Lob und Anerkennung gelte sämtlichen Schnalzerinnen und Schnalzern für das Mitwirken an diesem Ereignis, bereits zum 41. Mal. Einen besonderen Dank richtete der Bürgermeister an den veranstaltenden Schnalzerverein Ainring und all denen, die sich ehrenamtlich um die Jugend kümmern und mit dazu beitragen, dass der Schnalzerbrauch „ned blos bei uns dahoam is, sondern auch bei uns dahoam bleibt“. Auch Bernhard Kern entbot einen Gruß und lud zum nächsten Großereignis, dem Rupertigaupreisschnalzen, ein.

Außer Wertung traten dann auf dem zur notwendigen Absicherung für die Zuschauer gekennzeichneten Areal die „alten Helden von der damaligen Ainring I“ auf. Die neun Mann der Passe, die es mittlerweile zusammen auf 701 Jahre bringen, hatten in drei Jahrzehnten zwischen den 50er und 70er-Jahren 13 Mal das große grenzüberschreitende Preisschnalzen gewonnen, was bis heute ungeschlagener Rekord bedeutet. Schnalzervorstand Richard Dusch betonte bei der Vorstellung der legendären Pass: „Es is für uns a große Ehr`, dass ihr heid do auftrets!“

Es folgten dann die jeweils ausgelosten elf Jugend- und 17 Allgemeinpassen. Den zwei Wertungsdurchgängen wurde der Pasch (Gleichklang der Passen) draufgesetzt, dieser aber in einer Extrawertung. Zügig verlief das Schnalzen, wobei weitere Personen ihres Amtes walteten: Toni Edfelder und Franz Wiesbacher als Taferl-Aufzeiger auf einem landwirtschaftlichen Anhänger, Franz Butzhammer am Computer, assistiert von Gerhard Hofhans und unter Obmann Peter Edfelder die punktevergebenden Preisrichter Andreas Dusch (Ainring), Herbert Galler, Mathias Hinterstoißer (beide Feldkirchen), Stefan Prantler (Perach), Johann Altmutter (Straß), Josef Kamml (Aufham) und Bartl Reischl (Wals).

Bei den schon etwas „größeren“ Jugendpassen waren bereits hervorragende Aperschnalzer dabei. Nach dem Motto „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“, schwangen die Schnalzerzwergerl herzig und wacker ihre Goaßl. Auch wenn der Takt in seiner Folge manchmal noch durcheinander geriet, waren sie bei ihren Auftritten die Publikumslieblinge und wurden besonders beklatscht. Es war den Jüngsten die Freude anzusehen, vor so viele Leuten zu zeigen, was ihnen die Trainer schon alles beigebracht haben. Beim abschließenden Generalpasch ließen es die Aperschnalzer generationsübergreifend nochmals richtig knallen, dass man es bis ins österreichische Land hinein hörte.

Erstmals war dann der Veranstaltungssaal im Haus der Kultur der nächste Treffpunkt zur Preisverteilung. Schnalzervorstand Richard Dusch, Bürgermeister Hans Eschlberger und in Mithilfe von Martin Edfelder sowie Hubert Bliem übergaben zunächst an die außer Konkurrenz angetretenen Ainring-Alt-Passe gerahmte Fotos „für hinter de Eckbank dahoam“ zur Erinnerung und eine größere Tafel für den Stammtisch in der Schnalzerwirtschaft Hahnei-Huaba. Wie es der Brauch ist bei den Aperschnalzern, wurde jede Platzierung – von rückwärts beginnend – frenetisch bejubelt. Als dann die Gemeindesieger 2014 aufgerufen wurden, gab`s bei den erfolgreichen Schnalzern aus der Ortschaft Ainring mit Freudentänzen kein Halten mehr.

Generell bekam jede Pass, unabhängig von der Platzierung, ein Brotzeitsackerl und die jeweilige Siegerpass die Wandergoaßl. Für Paschplatz 1 gab`s bei den Allgemeinen ein Fassl Bier, und die Jugend erhielt eine Riesenbreze. Hochzufrieden über den disziplinierten Verlauf, dem dankenswerten Mitwirken vieler Helferinnen und Helfer, die sich unter anderem auch um die Verköstigung kümmerten und dem Entgegenkommen des Lacknerbauern und der Gemeinde fand das Brauchtumsereignis ein in jeder Hinsicht gelungenen Abschluss.

Ergebnisse des Schnalzens

Allgemeine Passen (erreichte Punkte 1. und 2. Durchgang): 1. und Gemeindesieger 2014 Ainring VI 191 Punkte mit Markus Dusch, Michael Reischl, Florian Schwaiger, Xaver Wiesbacher, Hermann Fuchs, Christian Müller, Markus Reischl, Stefan Fuchs, Martin Seidl), 2. Feldkirchen I 180,5, 3. Ainring IV 180,0, 4. Ainring II 176,0, 5. Ainring III 173,0 (Paschsieger 89 Punkte), 6. Perach II 173,0, 7. Ainring V 168,5, 8. Perach III 166,0, 9. Ainring I 156,5, 10. Feldkirchen III 155,0, 11. Perach I 145,0, 12. Feldkirchen IV 133,0, 13. Ulrichshögl 118,5, 14. Bicheln 111,0, 15. Thundorf 101,0, 16. Perach IV 89,5, 17. Feldkirchen II 88,5.

Jugendpassen (erreichte Punkte 1. und 2. Durchgang): 1. und Gemeindemeister Ainring I 170,5 Punkte (zugleich Paschsieger 87 Punkte), 2. Feldkirchen I 153,0, 3. Feldkirchen II 127,5, 4. Ainring II 111,0, 5. Ulrichshögl 91,5, 6. Thundorf 80,0, 7. Feldkirchen III 63,0, 8. Feldkirchen IV 56,0, 9. Ainring III 37,0, 10. Perach I 31,0, 11. Feldkirchen V 23,0.

41. Gemeindeschnalzen in Ainring

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