Vorerst kein Gehweg am Ainringer Dorfplatz

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Zwar wurde im Vorjahr im Bereich der Dorfplatzes Feldkirchen südlich entlang des Pfarrhauses bereits ein Sicherheitspfad (im Bild rechts) für Fußgänger angelegt, dennoch konnte insgesamt die Verkehrssituation durch Engestellen und Zusammentreffen dreier Straßen nicht entscheidend verbessert werden.

Ainring - Der von der SPD beantragte Gehweg neben der Gumpinger Straße wurde mit Verweis auf zukünftige Pläne abgelehnt. Es wurden Problemlösungen angeboten.

In einer vorangegangenen Gemeinderatssitzung überreichte SPD-Fraktionssprecherin Margret Sturm-Wiersig den schriftlichen Antrag an die Verwaltung auf Prüfung von Möglichkeiten für einen Gehweg neben der Gumpinger Straße in Feldkirchen. Begründet wird der Antrag damit, dass im neuen Siedlungsgebiet am Blasius-Hogger-Weg viele junge Familien mit Kindern wohnen, die in die Grundschule gehen oder in nächster Zeit besuchen werden. Der Weg entlang der Gumpinger Straße sei durch regen Verkehr gefährlich, besonders im Bereich des Dorfplatzes.

Stetige Verbesserung des Geh- und Radwegnetzes

Die Verwaltung war nach diesem Antrag gefordert. Wie Sachbearbeiter Thomas Fuchs in der jüngsten Bauausschusssitzung sagte, seien in dieser Angelegenheit grundsätzliche Ausführungen angebracht, die den Blick wieder auf den Gesamtzusammenhang lenken und wegführen von einzelnen punktuellen Fragestellungen, die aus politischen Erwägungen heraus sozusagen „herausgepickt" und als Versäumnis dargestellt werden. Unter anderem verwies Fuchs darauf, die notwendige stetige Verbesserung der Verkehrssicherheit, vor allem für die schwächsten Verkehrteilnehmer, müsse durch verkehrspolitische und planerische Entscheidungen unterstützt werden.

Gerade die Gemeinde Ainring habe darauf in den vergangenen Jahren besonderes Augenmerk gelegt. „Das stetige Bemühen, Lücken im Geh- und Radwegnetz zu schließen, können wir mit einer Vielzahl an Beispielen belegen. Meist geschieht dies jedoch medial unauffälliger als dies in der Art der vorliegenden Antragstellung naturgemäß der Fall ist", verdeutlichte der Bauamtsleiter.

Auch Bruch und Hausmoning benötigen Gehwege

Wie er weiter ausführte, müsse hier auf eine passende Gelegenheit gewartet werden, dann aber sei es notwendig, passende Konzepte zu haben um schnell handeln zu können. Vieles wäre wünschenswert. Eine Abgrenzung zu anderen Gebieten werde nicht gelingen. Zum Beispiel erscheine der Gemeindeverwaltung ein Gehweg in Feldkirchen-Nord für die Kinder aus dem Bereich Bruch und Hausmoning mindestens genauso wichtig. „Ich könnte noch weitere Beispiele aufzählen", sagte Fuchs, der hinwies, in vielen Fällen sei schlichtweg die Flächenverfügbarkeit der Problempunkt. Aber auch wirtschaftlich vernünftige Überlegungen seien notwendig. So könnten Verbesserungen der Öfteren im Zuge einer notwendigen Sanierungen umgesetzt werden.

Senkung der Geschwindigkeit als mögliche Lösung

Im speziellen Fall des Antrags, sei die Situation beispielsweise an der Kreuzungsstelle Dorfplatz längst geprüft worden im Zuge der Dorfplatzgestaltung vor wenigen Jahren. Aufgrund der örtlichen Situation sei aber die Gehwegerrichtung ohne Beseitigung von bestehenden Gebäuden nicht möglich gewesen. Es sei also notwendig, im Einzelfall, wo möglich, Verbesserungen zu erreichen. Hier sei auch beispielsweise die Senkung der Fahrgeschwindigkeiten der Kraftfahrzeuge, auch auf Hauptverkehrsstraßen, ein wesentlicher Hebel, der gegen nicht unerhebliche Widerstände in der Gemeinde Ainring durchgesetzt worden sei, der zudem allen Verkehrsteilnehmern und der Umwelt zugute komme. „So war zumindest die bisherige erfolgreiche und vernünftige Praxis", verteidigte Thomas Fuchs die Verwaltungsarbeit.

Alternativer Schulweg

Sofern dies künftig jedoch so nicht mehr gewünscht werde, müsse umgehend ein umfassender Planungsauftrag an ein leistungsfähiges Ingenieurbüro erteilt werden, führte er in seinen Ausführungen fort. Seiner Ansicht nach müsste die Bereitschaft bestehen, notwendige Flächenerwerbe gegebenenfalls zwangsweise durchzusetzen. Um die Maßnahmen zu finanzieren, werde der Erlass einer Straßenausbaubeitragssatzung unerlässlich sein mit der Folge, dass die Grundstücksanlieger mit entsprechenden Kostenbeteiligungen zu rechnen haben.

Abschließend argumentierte Fuchs, dass für den Fall des angesprochenen Schulwegstückes trotz der bestehenden Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h als zu gefährlich erachtet werde, ein alternativer Schulweg bestehe. Dieser bedeute lediglich einen Mehrweg von 150 Meter und führe über reine Anliegerstraßen, also wenig Verkehr. Die Alternative zeigte Fuchs folgendermaßen auf: Über die Geppinger Straße nördlich zur Franz-Wisbacher-Straße und weiter über den Zellerhof von der Westseite her auf das Schulgelände. Die Kinder wären hier abseits der angesprochenen Gumpinger Straße und müssten damit auch nicht den Dorfplatz überqueren.

Man wollte niemandem auf den Schlips treten

Bezugnehmend auf den Sachvortrag äußerte SPD-Gemeinderat Ludwig Moderegger, dass er nicht verstehe, warum sich die Verwaltung offensichtlich hinsichtlich der Antragstellung auf den Schlips getreten fühle. Dies wäre keinesfalls beabsichtigt gewesen. Ergänzend meinte er aber, dass es ein Schachzug gewesen wäre, wenn die Verwaltung von alleine darauf gekommen wäre. Zur weiteren Begründung des Antrages führte er aus, dass es nicht nur um die Schulkinder gehen. Die Leute würden älter. Signalisierender Hintergrund sei, dass der Gehweg verbunden werden soll mit dem bestehenden Rad- und Gehweg von der Nordseite her.

Bei Sanierung soll auch die Fußgängersituation verbessert werden

Zweiter Bürgermeister Gerhard Kern verwies auf die vorhandenen Engstellen, die allen bewusst seien. Sowohl beim ehrwürdigen „Schmiedhaus" wie auch das von drei Straßen umgebende „Paulihaus" bestehe keine Chance für einen Geh- und Radweg, der seiner Ansicht nach auch nicht unbedingt notwendig sei. Durch die Reduzierung auf 30 km/h sehe der erste Bürgermeister Hans Eschlberger generell eigentlich keine Probleme mehr. Bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen handle die Gemeinde ohnehin immer im Sinne der Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Sven Kluba aus der CSU-Fraktion stimmte Moderegger zu, dass manche Bereiche unübersichtlich seien. Eine Lösung „auf die Schnelle" sei jedoch fraglich. Seiner Meinung werde eine Sanierung der Gumpinger Straße in den nächsten Jahren ohnehin anstehen. In diesem Zusammenhang müssten Verbesserungen geprüft werden. Hierzu verwies Kluba auf frühere Diskussionen im Gemeinderat. Es wäre wünschenswert, wenn eine Zeitschiene für die Sanierung der Gumpinger Straße in Aussicht genommen werden könnte. Fraktionskollege Sepp Ramstetter ergänzte, dass vor Jahren hinsichtlich des Ausbaus bzw. Umgestaltung des Dorfplatzes in Feldkirchen ausführliche Diskussionen geführt worden seien. Eine Gehwegerrichtung sei seinerzeit an den bekannten Engstellen gescheitert.

Der folgende einstimmige Beschluss beinhaltete, dass im Zuge eines Ausbaus/einer Sanierung der Gumpinger Straße Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer angestrebt werden - wie schon mehrfach von der Verwaltung in Aussicht genommen und vom Gemeinderat beantragt.

schl

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