Deutliche Worte beim traditionellen Neujahrsempfang der Gewerkschaft der Polizei in Mitterfelden

Terrorbedrohung fordert Polizei

+
Beim GdP-Neujahrsempfang im BPFI (von links): Dr. Klaus Burger, Direktor des Amtsgerichts Laufen, Leitender Polizeidirektor Johann Peter Holzner, Bürgermeister Hans Eschlberger, GdP-Landesvorsitzender Peter Schall, Bezirksvorsitzender Clemens Murr, Landrat Georg Grabner und Kreisvorsitzender Otto Adams.

Berchtesgadener Land/Mitterfelden - Die angespannte Sicherheitslage aufgrund der allgemeinen Terrorbedrohung, erhöhte Einstellungszahlen und der höchste Personalstand seit vielen Jahren rücken die Bedeutung der Fortbildung noch stärker in den Mittelpunkt.

Das sagte Kreisvorsitzender Otto Adams beim traditionellen Neujahrsempfang der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI).

Die Fortbildung muss auf die politische Lage möglichst sofort reagieren und die Beschäftigten auf ihre Einsätze vorbereiten.“ Landrat Georg Grabner betonte, dass das Thema „Innere Sicherheit“ im Fokus stehe.

Die Politik habe eine Strategie, auf die aktuellen Themen zu reagieren. Dabei müsse auch der Schwerpunkt der Fortbildung verstärkt werden, bestätigte Grabner. Er dankte dem BPFI für seine „hoch geschätzte, exzellente Arbeit“, die dort täglich geleistet werde und sagte seine Unterstützung beim Bestreben um eine neue Außenstelle in Nordbayern zu.

Der GdP-Kreisvorsitzende Otto Adams forderte Stellenhebungen und Nachbesserungen für das gut ausgebildete Personal in der Fortbildung.

Dies hatte zuvor der Institutsleiter, Leitender Polizeidirektor Johann Peter Holzner, in seinem Grußwort ins Gespräch gebracht. „Das BPFI platzt aus allen Nähten“, erklärte er, nachdem er sich bei den anwesenden Politikern und beteiligten Behörden schon für die Unterstützung beim Neubau des Sportzentrums bedankt hatte.

Die Bayerische Staatsregierung habe große Themen der inneren Sicherheit auf der Agenda, dies seien alles Themen der Fortbildung. „Es gilt der Grundsatz: erst Bildung, dann handeln“, so Holzner. Die Fortbildung reagiere sehr schnell auf aktuelle Lagen.

Terror, Amok, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und interkulturelle Kompetenz

Mit Großveranstaltungen in Nord- und Südbayern seien im vergangenen Jahr zum Beispiel viele Polizeibeamte zu den Themen Terror und Amok, zur Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und zur interkulturellen Kompetenz geschult worden.

Ebenso sei der Einsatz beim tragischen Zugunglück in Bad Aibling als Nachbetrachtung in die Fortbildung eingeflossen. Weiter habe das BPFI in sehr kurzer Zeit ein E-Learning-Programm zum polizeilichen Einsatzprotokollsystem erstellt. Hinter all diesen Leistungen stünden Expertenwissen und spezialisiertes Fachpersonal.

Immer mehr Spezialgebiete müssen laut GdP-Kreisvorsitzendem Otto Adams in der Fortbildung abgedeckt werden. „Um gutes, fachspezifisches Personal gewinnen zu können, brauchen wir entsprechende Stellen.“

Hohe Anforderungen an die Polizei

Der Landesvorsitzende der GdP, Peter Schall, beschrieb das zurückliegende Jahr als „Wahnsinn“ für die Polizei. Schall sagte ausdrücklich, er unterstütze das Personalkonzept des Fortbildungsinstituts. Die stetige Spezialisierung, professionelles Einschreiten und qualifizierte Sachbearbeitung im IT-Bereich seien enorm wichtig und dürften nicht eingeschränkt werden.

Der Bezirksvorsitzende Clemens Murr hat seinen Arbeitsplatz mitten im Einsatzgeschehen der VI. Bereitschaftspolizeiabteilung in Dachau. „Es kann sich kaum einer vorstellen, was die Terroranschläge für Auswirkungen auf die Bayerische Polizei haben“, schilderte er. „Der Ausbildungsstandort Dachau wird fast lahmgelegt, weil alle Lehrsäle für die Sonderkommissionen gebraucht werden.“

Zudem gelt es, 2.000 zusätzliche Ausbildungsstellen zu bewältigen, das grenze für das Ausbildungspersonal und die Verwaltung der Standorte an eine Meisterleistung, auch hier werde dringendst Personal und Geld benötigt. Eine zusätzliche Belastung seien die Grenzkontrollen, bei denen die Bundespolizei seit Mitte Dezember von Hundertschaften der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt werde.

Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger dankte dem BPFI für die hervorragende Arbeit und sagte weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu.

Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger betonte in seinem Grußwort, nicht nur in der Fortbildung leiste das Institut hervorragende Arbeit. Er wies auch auf die gemeinsame Ausstellung „Mitten im Feld“ im BPFI hin, die vor zehn Jahren eröffnet worden war und in Führungen zugänglich sei.

Und der Fachbereich Führung und Gesellschaftswissenschaften habe der Verwaltung im vergangenen Jahr in einer schwierigen Situation mit einer Mediation geholfen. Dafür bedankte er sich bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlich.

Roland Richter, Landtagsabgeordneter a.D., Landrat Georg Grabner, Bundespolizist und Gemeinderat Ernst Peter und Bundespolizist Bernd Balke.

Im Anschluss an die Reden kam es im geselligen Teil noch zu einem regen Austausch zwischen den Ehrengästen, Kollegen von benachbarten Dienststellen und Mitarbeitern des BPFI.

Pressemitteilung Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI)

Zurück zur Übersicht: Ainring

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser