Eine kleine Stadt auf Rädern

Unser Blick hinter die Kulissen des Circus Krone

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Dorina Suciu - Die Köchin der Zirkusstadt
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Ainring - Während sich der eine auf die Circusvorstellung freut, wettert der andere wegen der Tierhaltung. Egal welche Meinung man vertritt, es ist auf jeden Fall wahnsinnig spannend und interessant mal einen Blick hinter die Kulissen beim Circus zu werfen:

Über 400 Personen sind rund um den Circus Krone im Einsatz. Angestellte, Artisten, Kinder - es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Damit alle gut versorgt sind und zwar die Großen wie die Kleinen und natürlich auch die Tiere, steckt hinter dem Circusauftritt ein gut durchdachtes Konzept wie bei einer kleinen Stadt auf Rädern. BGLand24.de blickt für Sie hinter die Kulissen.

Das Herz des Unternehmens  

Stromaggregat beim Circus Krone

Tiere, Künstler, Service - beim Circus ist jeder wichtig und arbeitet hart. Ganz besonders wichtig ist aber das sogenannte Herz des Unternehmens, das Stromaggregat.Untergebracht in einem Zwölf-Meter-Hänger und speziell für den Circus Krone entwickelt und gefertigt, erbringt das Aggregat über 1.500 Ampere oder 1.000 KW Leistung. Genug, um eine Kleinstadt mit Strom zu versorgen. Zwei 550-PS-Diesel- und zwei Lichtmaschinen verrichten hier unabhängig voneinander ihren Dienst. Erst zur Vorstellung werden die Maschinen zusammengeschaltet und setzen dann die Show "ins richtige Licht" - mit 140 festinstallierten Scheinwerfern, acht Golden Scans, vier Verfolgern, zahlreichen Lasern, UV-Lampen und diversen pyrotechnischen Spezialeffekten. 

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Die Dieselmotoren arbeiten schadstoffarm und dank doppelt schallgedämpfter Scheiben dringen gerade einmal trotz des weniger als 60 Dezibel nach draußen. Das neue Kraftwerk verbraucht am Tag circa 600 Liter. Die Artistenstadt, die Mannschaftsquartiere und die Küche haben eigene Stromquellen, die rund um die Uhr für Strom sorgen.

Dorina Suciu - Die Köchin der Circusstadt

Dorina Suciu - Die Köchin der Zirkusstadt

Sieben Tage die Woche, 180 Personen, drei Mahlzeiten am Tag - wenn sich Dorina Suciu um das Frühstück ihrer "Familie" kümmert, dann muß sie ganz schön früh aufstehen. Ab 7 Uhr müssen 380 Brötchen, 30 Kilo Brot, etliche Gläser Marmelade sowie Berge von Butter bereitstehen. Dorina ist die Chefin der circuseigenen Küche. Insgesamt vier Mitarbeiter versorgen in dem Kantinenwagen dreimal täglich die rund 180 Circusleute. Mittags und abends stehen wechselnde Gerichte auf dem Speiseplan - mal Bohnensuppe, mal Hühnerfrikassee, Gulasch oder Schinkennudeln mit Salat. "Abwechslungsreich muss es sein", sagt die rundliche Küchenchefin, die vor allem süßen Milchreis in allen Variationen liebt. Besonders beliebt bei den Circusleuten sind Desserts. 

Und dann natürlich das Lieblingsgericht: "Bei Kotelett mit Pommes weiß ich immer, dass es garantiert alle wird". Zu den 180 Personen kommen übrigens noch einmal 120 Artisten und Hausangestellte dazu, aber die kochen in ihren Campingwagenküchen eigene Mahlzeiten.

Schneiderei - Constantin Dimoiu, das tapfere Schneiderlein 

Costi und Judy - Die tapferen Schneiderlein des Circus Krone

Schon als kleiner Junge träumte Constantin Dimoiu davon, beim Circus mitzureisen. Sein Wunsch kam in Erfüllung und er ist der Herr über Mäntel, Uniformen und Mützen beim Circus Krone geworden. Pro Tag werden bis zu 50 Stück Uniformen gebraucht. Für Requisiteure, Kraftfahrer, die Betriebsfeuerwehr bis hin zum Einlasspersonal. Zusammen mit seiner Frau Judita - einer gelernten Schneiderin und Mode-Designerin in dritter Generation, hält er alles in Stand. Insgesamt gehen bei Krone über 300 Uniformen mit auf Reisen. Platz gibt es nicht viel im Wagen 85. 

Denn: Die rollende Schneiderei ist nur einige Quadratmeter groß. Links die Nähmaschine, rechts der Bügeltisch. Am Boden ein Heizlüfter. Im Schrank ein Musterbuch. Ein Vorhang teilt den winzigen Raum, dahinter stapeln sich "reperaturbedürftige" Uniformen mit kleinen Namenszetteln und die Waschmaschine. Mehrmals täglich wird gewaschen, ganz selten wird eine Uniformjacke in die Reinigung gegeben. Auch während der Vorstellung stehen "Costi und Judy" hinter den Kulissen mit Nadel, Faden und zur Not auch der Sicherheitsnadel parat.

Schule im Circus - Büffeln zwischen Elefanten und Löwen 

Die kleine Zirkusschule auf Rädern

Die kleinste Schule der Welt hat Räder und steht im Circus Krone. Das Klassenzimmer hat nur wenige Quadratmeter Grundfläche und Räder. In einem umgebauten LKW werden die Sprösslinge der Krone-Artisten und Angestellten unterrichtet. Die Circuskinder, die fast alle verschiedene Muttersprachen haben, sind gelehrige ABC-Schützen. Meistens stehen sie schon eine halbe Stunde vor Beginn des Unterrichtes mit ihren Schulbüchern vor dem rollenden Klassenzimmer. "Wie in einer alten Dorfschule" werden die Jahrgangsstufen 1 bis 9 und die Vorschulkinder zusammen betreut. 

Oft gibt es nur ein Kind pro Jahrgangsstufe, und das mit einer anderen Nationalität. Höchste Flexibilität bei der Ausarbeitung von Stundenplänen ist daher angesagt. Gelehrt wird nach dem bayerischen Lehrplan. Unterrichtet wird in der Regel nur vormittags und zwar in Rechnen, Schreiben, Lesen und Heimatkunde. Malen, Basteln oder Singen runden das Lehrangebot ab. Bayerns Schulminister für Unterricht und Kultus, Ludwig Spaenle, hat der Krone-Schule ihren Segen gegeben. Sie ist staatlich anerkannt, wird aber von der Direktion des Circus Krone finanziert. Im Winter, wenn Krone wieder zu Hause ist, besuchen die Circus-Kinder dann Münchner Schulen. So will es der Gesetzgeber. Ferien gibt es übrigens keine!

Bildergalerie - Die kleine Stadt auf Rädern beim Zirkus Krone

Sie wollen auch einmal einen Blick hinter die Kulissen des Circus Krone werfen? Dann begleiten Sie uns am kommenden Donnerstag über Facebook Live. BGLand24.de ist vor Ort in Ainring und schaut sich den Circus mal von Innen hat.

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