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Gebürtige Ainringerin nahm am ESC-Vorentscheid teil

Felicia Lu im Interview: „Bereue es kein bisschen!“

Felicia Lu Eurovision Song Contest Vorentscheid Ainring Wien
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Felicia Lu

Ainring/Wien - Selbst in ihrer Kindheit in Ainring tanzt und singt sie schon wie die Großen. Jetzt ist sie Vollzeitmusikerin. Felicia Lu im Gespräch mit BGLand24.de über den ESC-Vorentscheid, Social Anxiety und auf was sich ihre Fans dieses Jahr freuen dürfen.

Wie ging es Dir nach dem ESC-Vorentscheid?

Sehr gut. Viele dachten immer so, ich wäre dann enttäuscht oder so - gar nicht. Es war eine megageile Erfahrung. Es hat super Spaß gemacht.

Wie fühlt man sich auf der Bühne, wenn man weiß, dass einem in diesem Moment Millionen von Menschen zusehen?

Damit versucht man sich nicht zu befassen, bevor man auf die Bühne geht. Ich habe auch gemerkt, so unterm Singen, jetzt wird mir kurz fast übel, aber es macht halt einfach nur Spaß. Den Moment davor bin ich immer super aufgeregt, aber sobald ich dann anfangen darf, ist es einfach nur geil.

Schade, dass es mit dem Eurovision Song Contest nicht geklappt hat.

Ja. Ich glaube, alles passiert immer aus einem Grund. Der ESC ist natürlich echt viel Arbeit und da fließt viel Aufmerksamkeit rein. Jetzt freue ich mich, wieder meine Musik machen zu dürfen. Ich hätte zwischenzeitlich eigentlich schon zwei Songs released. Aber wir haben das alles wegen dem ESC-Vorentscheid verschoben und ich freue mich da jetzt wieder meine Energie reinstecken zu dürfen. Also es ist nichts verloren. Ich habe nur gewonnen.

Wie läuft denn die Vorbereitungszeit für den ESC ab?

Man weiß halt sehr lange nicht, ob man dabei ist oder nicht, weil dieser Casting Prozess halt recht lange ist. Und dann weiß man immer nie kann ich jetzt Musik releasen oder kann ich noch nicht. Es sind ja ein paar Vorrunden, bis man mal in die Show kommt. Und dann erfährt man, ach ich brauch doch noch ein Musikvideo und ah okay, der Song sollte drei Minuten lang sein und nicht zwei Minuten dreißig. Jetzt musst du den noch länger machen gehen. Und oh, was ziehe ich denn überhaupt an und wie schaut denn die Bühne überhaupt aus? Was mache ich auf der Bühne? Also das sind so ein paar Aspekte, die da mit reinfließen. Es ist natürlich sehr intensiv, aber es macht mega Spaß. Es ist eine sehr coole Zeit. 

Der Sieg des ESC-Vorentscheid ist ja zumindest in Bayern gelandet. Malik aus Landsberg am Lech zieht für Deutschland in den ESC. Hast Du mit Malik darüber gesprochen?

Ja, wir fanden es beide super lustig, dass eben die Chancen, dass Bayern den Sieg holt, doch recht hoch waren im Vergleich zu sonst. Ich finde, der hat es auch super gemacht. Ich hatte ihn von Anfang an auf dem Schirm, dass er gewinnen wird. Er wird uns super in Turin vertreten. Ich drücke ihm alle Zehen und Finger, dass er uns mal wieder weiter hoch katapultiert.

Der ESC steht ja gerne mal in der Kritik.

Ja, gerade in Deutschland. Wir sind recht pessimistisch angehaucht und haben schon oft nicht so gut abgeschnitten. Dann wird halt auch die Hoffnung mal ganz aufgegeben und gesagt, das wird sowieso wieder nichts, obwohl noch nicht mal der Sieger feststeht. Für mich persönlich war der Anreiz einfach, weil der ESC immer ein Traum von mir war. Ich habe den mein Leben lang geguckt, bin damit groß geworden und habe mir immer vorgestellt, auf dieser Bühne zu stehen. Deswegen, als ich erfahren habe, dass das Casting nochmal offen ist, habe ich zwei Sekunden nachgedacht. Ok komm, schick ich hin, die nehmen mich sowieso nicht. Haben sie aber gemacht und ich bereue es kein bisschen. Es war wie gesagt eine coole Erfahrung. Allein wie viele neue Leute einen dadurch gefunden haben und jetzt meine Musik hören, unabhängig vom ESC ist megageil.

Du hast in einem Interview mal erklärt, dein Song „Anxiety“ ist der persönlichste und wichtigste Song für Dich. Kannst Du da noch mal darauf eingehen?

Ich habe ganz massive Social Anxiety. Das wusste man ganz lange nicht so richtig. Also auch als Kind, wenn etwa Familienfeste waren. Ich bin nach einer Stunde einfach wortlos aufgestanden, in mein Zimmer und habe die Tür zugemacht, ohne dass irgendwas vorgefallen ist. Mein soziales Fass ist einfach schneller voll als bei anderen. Ich habe auch als Teenager oft gemerkt, dass wenn ich irgendwas mit Freunden ausgemacht habe, dann musste ich mich da echt dazu zwingen. Die Tendenz, dass ich das doch absage, war immer viel, viel höher. Das ist für mich ein innerer Kampf, mich mit Leuten zu treffen. Wenn ich mich dann überrede, dann ist es eh total nett. Aber dieser Schritt dahin zu gehen und das zu machen, ist für mich immer ein bisschen schwieriger.

Hast Du deswegen diesen Song geschrieben?

Ich war damals mit meinem Producer im Studio und wir haben an einem komplett anderen Song gearbeitet. Ich war total blockiert und kam dann nicht so richtig weiter und hab gesagt, komm, lass uns mal etwas komplett Neues starten und dann ist Anxiety wie von alleine passiert. Der kam aus mir raus wie so ein Wasserfall, weil der scheinbar einfach mal geschrieben werden musste. Und ich war auch sehr froh, dass ich mit so einer Thematik mal zum Vorentscheid darf. Normalerweise schickt Deutschland ja immer Songs im positiven Sinne. Ich finde es aber auch ganz wichtig, über solche Themen normal zu reden, ohne gleich ein riesen Fass aufzumachen.

Da sprichst Du bestimmt vielen aus der Seele.

Alle reden über Break-Ups als wäre es das normalste auf der Welt und mental-Themen betreffen mindestens genauso viele Leute. Gerade zu Zeiten wie diesen ist Anxiety glaube ich eine Thematik, die alle noch mehr betrifft denn je. Deswegen finde ich es auch sehr wichtig, solche Thematiken ganz normal anzusprechen. Es haben mir auch unfassbar viele Leute geschrieben: Danke für den Song. Das ist das schönste Gefühl auf dem Planeten, wenn da jemand schreibt - Ich kann mich mit mit deinem Song so gut identifizieren und er hilft mir so.

Wenn Du an die letzten zwei Jahre Corona-Pandemie zurückdenkst, wie ging es Dir da?

Ich habe die Zeit nutzen können und habe mich aufs Songwriting fokussiert. Ich bin dadurch auch Vollzeitmusikerin geworden, weil ich Songwriterin für andere Künstler geworden bin. Ich freue mich einfach, dass ich jetzt Vollzeit Musik machen kann. Und ich habe sehr, sehr viel Zeit hier bei mir zu Hause verbracht und Musik geschrieben. Was für meine Social Anxiety gar nicht so schlimm war.

Was steht bei Dir in der nächsten Zeit so an?

Jetzt wird nicht ausgeruht. Releases, Musikvideos - es wird durchgetaktet bis Ende des Jahres. Eigentlich soll dieses Jahr noch mein Debütalbum kommen. Dann will ich gerne noch eine Tour spielen. Also es geht ab. 

Ende März soll noch ein neuer Song von Dir rauskommen?

Er wird auf jeden Fall wieder in eine bisschen darkere Richtung gehen, also vom Sound her Richtung Anxiety. Der Titel ist wish you well. Kann man als Sarkasmus interpretieren oder nicht. Da muss man vielleicht den Song hören, um das richtig zu verstehen.

Vielen Dank für das Gespräch, Felicia!

ce

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