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Ainring: Naturnahe Umgestaltung der Saalach beginnt

Wasserwirtschaftsamt Traunstein will neuen Lebensraum schaffen und die Artenvielfalt sichern

Das Foto zeigt die Kiesbank und den neu entstandenen Seitenarm der Saalach auf österreichischer Seite. Die Kiesbank dient vorübergehend auch als Übergang zur bayerischen Seite. Die verbauten Ufersteine zeigen, wo in Kürze eine Behelfsbrücke angelegt wird, über die Muldenkipper das Material für die Buhnen anfahren. Die Kiesbank selbst wird später abgeflacht und der Öffentlichkeit an einigen Stellen zugänglich gemacht.
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Das Foto zeigt die Kiesbank und den neu entstandenen Seitenarm der Saalach auf österreichischer Seite. Die Kiesbank dient vorübergehend auch als Übergang zur bayerischen Seite. Die verbauten Ufersteine zeigen, wo in Kürze eine Behelfsbrücke angelegt wird, über die Muldenkipper das Material für die Buhnen anfahren. Die Kiesbank selbst wird später abgeflacht und der Öffentlichkeit an einigen Stellen zugänglich gemacht.

Zusätzlichen Lebensraum für Fische und andere Arten will das Wasserwirtschaftsamt Traunstein in und an der Saalach schaffen, zwischen den Ainringer Ortsteilen Saalachau und Hausmoning. Zu diesem Zweck lässt die Behörde das Ufer und das Gewässerbett der Saalach auf bayerischer Seite naturnah umgestalten.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Ainring - Die Arbeiten beginnen jetzt mit dem Ausschneiden von Büschen und Sträuchern im unteren Teil der Uferböschung. Die ausgegrabenen Weiden und Wurzeln werden später wiedereingesetzt. Größere Rodungsarbeiten sind nicht notwendig, teilt die Behörde mit.

Österreich und Bayern teilen sich die Kosten

Die Neugestaltung der Saalach ist ein gemeinsames Projekt der Republik Österreich und des Freistaats Bayern. Dabei ist das Wasserwirtschaftsamt Traunstein Vorhabensträger für den Umbau des Ufers auf bayerischer Seite. Die Kosten betragen rund 6,2 Millionen Euro und werden hälftig geteilt. Die Arbeiten auf der österreichischer Seite der Saalach laufen bereits. Zuständig ist die Bundeswasserbauverwaltung Salzburg. Auch die Umsetzung auf bayerischer Seite übernehmen die Österreicher unter der Bauleitung von Günther Huber.

Mehr Raum für den Fluss und die Artenvielfalt

Nicht zuletzt geht es darum, die Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen: Das Erreichen und Erhalten eines guten ökologischen Zustands der Saalach ist oberstes Gebot. Ziel ist es daher, dem Fluss mehr Raum zu geben: Die Uferverbauung auf österreichischer Seite wird auf einer Länge von 2,1 Kilometern herausgenommen, vom Siezenheimer Steg flussaufwärts bis etwa 500 Meter vor Grünau. Auf diese Weise wird die Saalach von 28 Metern auf 60 Meter Breite aufgeweitet. Statt starrer Strukturen soll Vielfalt herrschen, im und am Wasser. Neu angelegte Kiesbänke ermöglichen Fischen, in Gruben ihren Laich abzulegen. Astbündel – sogenannte Faschinen –, Wurzelstöcke und Totholz bilden Unterschlupfmöglichkeiten und sollen zugleich Lebensraum sein für eine Vielzahl von Kleintieren, die wiederum den Fischen als Nahrung dienen. Auch Bodenbrüter wie der Flussuferläufer können neue Lebensräume annehmen.

Lebensraum findet sich auch rund um die 40 Buhnen, die auf bayerischer Seite entstehen. Denn die zwei Meter breiten Bauwerke mildern nicht nur den Druck des Wassers aufs Ufer: Sie sorgen auch für unterschiedliche Strömungsverhältnisse, in denen sich unterschiedliche Fischarten wohlfühlen. Für den Bau der Buhnen verwenden die Wasserbauer unter anderem die ausgebauten Ufersteine. Rund 8000 Tonnen Steine, Schotter und Kies transportieren Lkw von der österreichischen Seite aus über eine Behelfsbrücke ans bayerische Ufer.

Einbau von Buhnen wichtig für den Hochwasserschutz

Die Buhnen sind gleichzeitig ein wichtiges Instrument des Hochwasserschutzes für die Menschen in Ainring. Denn ohne diese Buhnen könnte sich Geröll, Totholz und anderes Geschiebe im Fluss ablagern. In der Folge könnte die Gewässersohle angehoben werden, das Wasser also höher steigen und bei Hochwasser schneller über das Ufer treten. Die Bauzeit auf bayerischer Seite beträgt rund zwei Jahre. Das liegt vor allem daran, dass immer wieder mit Unterbrechungen zu rechnen ist – etwa bei Hochwassergefahr. Wichtig dabei: Zu keiner Zeit darf sich die Situation für die unmittelbaren Anlieger sowie für die Anlieger unterhalb und oberhalb der Maßnahmen verschlechtern. Um dies sicherzustellen, werden die Wasserbauer „drüben und herüben“ regelmäßig die Entwicklung der Gewässersohle vermessen und überwachen.

Wo heute vor allem Kies und Steine das Bild beherrschen und schweres Gerät im Gelände unterwegs ist, wird in wenigen Jahren eine Flusslandschaft entstanden sein, die neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bietet. Und die auch der Mensch viel direkter als bisher erleben kann – dank einiger Zugänge zur Kiesbank und zum Wasser.

Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Traunstein

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