"Singender Wirt" hat neue Pläne

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Erhebliche Umplanungen sollen gemäß eines Antrages von Thomas Berger an in seinem Besitz befindlichen Campingplatz in Ainring vorgenommen werden. Er plant ein „Chalet-Dorf Ainring" und hat hierzu bereits rodende Vorkehrungen getroffen um zunächst zwei von insgesamt zwölf Chalet-Häusern errichten zu können

Ainring - Der „Singende Wirt" Thomas Berger plant einen großen Teil des Ainringer Campingplatzes umzugestalten. Er möchte dort das „Chalet-Dorf Ainring" bauen.

Eines muss man dem Ainringer „Singenden Wirt" Thomas Berger lassen: Ideen und Visionen, vor allem auch auf dem baulichen Sektor, gehen dem nimmermüden Gastronomen offenbar nicht aus. Sein Campingplatz-Gelände in Ainring-Moos 2 soll nach Bergers Vorstellung nun zu einem großen Teil anders gestaltet werden – es soll ein „Chalet-Dorf-Ainring" entstehen, vorerst mit der Errichtung von zwei Chalet-Häusern.

Der Umwelt- und Gemeindeentwicklungsausschuss bekam im Rahmen einer Ortsbesichtigung schon mal vorweg einen Einblick über Planung und Vorhaben. Das Gremium observierte gemeinsam mit Thomas Berger und dem planenden Architekten Hans Romstätter vom Architekturbüro Zeller & Romstätter das Gelände. Im östlichen Flächenbereich sind nicht nur bereits Holzblockhütten beseitigt sondern ebenso etliche Dauercamperplätze geräumt worden. Auch Rodungsmaßnahmen verdeutlichen, dass in unmittelbarer Nähe des nach dem diesjährigen Hochwasser sanierten und vor kurzem wieder eröffneten Heurigenlokals es zu einer landschaftlichen Veränderung kommen wird.

Umfang der Planungen

Im südöstlichen Teil des Campingplatzes ist ein Seminarhaus in Form eines Pavillons vorgesehen. Dauercamper haben deshalb das Gelände bereits geräumt. Der im Hintergrund westlich befindliche Campingbereich ist von den Umbauplanungen nicht betroffen

Der Antrag beinhaltet auf dem Gebiet des Campingplatzes vorerst zwei Chalet-Häuser zu errichten. Die Gebäude sollen erdgeschossig mit den Gesamtausmaßen von jeweils 9 x 9,5 m ausgeführt werden. In diesen Maßen enthalten ist ein Wohnbereich, Schlafzimmer, Bad und WC sowie ein Saunaanbau von 2 x 2,50 m und eine Terrasse von 2,24 x 6,51 m. Eine 25-Grad-Dachneigung ist für die beiden Häuser vorgesehen. Sie sollen südlich der Gäststätte entlang der Straße Richtung Dorf Ainring angeordnet werden. Zur planungsrechtlichen Situation wurde von Bürgermeister Hans Eschlberger aufgezeigt, dass sich das Grundstück im Außenbereich gemäß Paragraf 35 Baugesetz befindet. Im rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan der Gemeinde Ainring ist der Sektor als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Campingplatz" festgesetzt und in dem in Aufstellung befindlichen neuen Flächennutzungsplan das Gebiet als Sondergebiet ebenfalls mit der Zweckbestimmung „Campingplatz" vorgesehen. Die Erschließung wurde als gesichert beurteilt.

In der Bauverwaltung führte die Recherche, dass die letzte betriebliche Erweiterung im Bereich der Gaststätte/Campingplatz vor etwa 20 Jahren stattgefunden hatte. Grundsätzlich bestehe damit die Möglichkeit gemäß einer entsprechenden Rechtsgrundlage durch geringfügige Erweiterungen den Betrieb an moderne Bedürfnisse anzupassen. Als Hinweis für die Begutachter diente der Hinweis aus der Bauverwaltung, dass die beiden beantragten Chalet-Häuser sich in diesem Rahmen bewegen, sofern sie nicht mit umfangreichen begleitenden Maßnahmen wie beispielsweise Erweiterungen im Bereich der Außenanlagen verbunden sind.

Angekündigt hatte der Antragsteller gegenüber der Gemeinde, den derzeit bestehenden Campingplatz zum größten Teil in ein „Chalet-Dorf Ainring" umzuwandeln. Dies betreffe den östlichen Teil des Campingplatzes, wogegen der westliche Teil des Campinggeländes vorerst bestehen beleiben soll um langjährigen treuen Dauercampern und Urlaubscampern Plätze zu bieten.

Neuer Bebauungsplan ist unumgänglich

Rechtlich abgeklärt ist bereits, dass für dieses Projekt die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig ist. Die vorliegend beantragten Chalet-Häuser sollen nach dem Wunsch des Antragstellers jedoch vorab im Rahmen einer Betriebserweiterung der bestehenden Gaststätte genehmigt werden. Begründet wird diese damit, dass vorab der Bau und die Ausstattung der Häuser getestet werden soll und sie zur Vermarktung und Werbung notwendig sind.

Um der Gemeinde das als Endprodukt beabsichtigte Gesamtkonzept zu veranschaulichen, wurde von Landschaftsarchitekt Martin Grandl aus dem Planungsbüro ein ausgearbeiteter Vorentwurf über das „Chalet-Dorf Ainring" vorgelegt. Dabei sind die beiden beantragten Chalet-Häuser Bestandteil des Gesamtkonzeptes. In diesem wären dann noch weitere zehn Chalet-Häuser vorgesehen, außerdem ein Swimmingpool, ein Badehaus und vier Saunen. Die Saunen, Wellnessbereich und Swimmingpool könnten laut Konzept von Thomas Berger nicht nur von den Chalet-Gästen, sondern einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Weiters ganz im Süden des Areal möchte er einen Pavillon errichten, geplant als Seminarhaus.

Problematisch für die Gemeinde ist nun bei dem vorliegenden Bauantrag, dass dieser dem Ausgang des möglicherweise durchzuführenden Bauleitplanverfahrens vorweggenommen wird und zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rechtssicher abgesegnet werden kann, ob das Verfahren vom Gemeinderat eingeleitet wird und ob gegebenenfalls das Verfahren einen positiven Abschluss findet. Hierzu Bürgermeister Hans Eschlberger: „In den Bauleitplanverfahren werden alle zu berücksichtigenden öffentlichen und privaten Belange ermittelt und abgewogen. Diese Ergebnisse liegen demnach derzeit nicht vor. Zum Beispiel wird in jedem Fall die Problematik des wild abfließenden Oberflächenwassers bei Starkregenereignissen zu berücksichtigen sein."

Diskussion nach der Besichtigung

Erhebliche Umplanungen sollen gemäß eines Antrages von Thomas Berger an in seinem Besitz befindlichen Campingplatz in Ainring vorgenommen werden. Er plant ein „Chalet-Dorf Ainring" und hat hierzu bereits rodende Vorkehrungen getroffen um zunächst zwei von insgesamt zwölf Chalet-Häusern errichten zu können

Im Beratungsraum des Rathauses angekommen, eröffnete Hans Pöllner die Diskussion mit dem Hinweis die Planskizzen bezüglich der Anordnung der einzelnen Chalets würden nicht übereinstimmen. Dazu erläuterte Hans Romstätter die Planung, demzufolge in der Mitte des Platzes quadratische Häuser anzutreffen wären und außen rum die Rechteckigen. Zudem drückte Pöllner seine Befürchtung aus, dass die Hochwasser- und Oberflächenwasserproblematik bestehen bleibe. Er fragte den Planer, wie er eine Lösung dieser Probleme realisieren könne, was – wie Hans Romstätter empfahl – Sache von Spezialisten sei. Hierzu verwies der Bürgermeister erneut auf das Bebauungsplanverfahren in dessen Zuge die Problematik geklärt werde. Die Ausschussmitglieder Resi Heudecker und Rosmarie Bernauer fanden die vorgestellte Idee Bergers gut, freilich müsse alles rechtlich sauber abgearbeitet werden. Beide sprachen sich für ein Gesamtkonzept in Form eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans aus. Die zunächst beantragten zwei Häuser sollten nicht vorab realisiert werden.

Peter Rottmair ersuchte, zunächst sei das bestehende Hochwasserproblem zu klären und stellte die Frage, was mit dem Oberflächenwasser geschehe, das vom Hang westlich des Campingplatzes abfließe. Eine Ableitungsmöglichkeit gelte es hier zu suchen. In die Beratung brachte Rosmarie Bernauer vor, mit entscheidend sei, anfangs die Parkplatzfrage abzuklären und stellte die Frage, was mit dem alten Sanitärgebäude geschehen solle. „Tatsächlich sei dieses Gebäude nicht mehr zeitgemäß und muss sicherlich angepasst werden", so Hans Romstätter. „Bloß keine zu bunten Häuser realisieren", warnte Robert Egger, der plädierte, die Außenfassaden sollten in jedem Fall landschaftstypisch gestaltet werden.

Auf dem Gelände befand sich vor Jahrzehnten das vielen älteren Gemeindebürgern noch in Erinnerung bleibende ehemalige „Berger-Bad". Hans Pöllner machte aufmerksam, dass dort möglicherweise Brandschutt vergraben sei. Er bat um Prüfung, ob eventuell der Boden belastet sein könne. Diese Bitte gab der Bürgermeister an den planenden Architekten weiter um dann zur Abstimmung zu kommen. Der einstimmige Beschluss des Umwelt- und Gemeindeentwicklungsausschuss beinhaltete, dass auf Grundlage des Vorentwurfs des Planungsbüros Zeller & Romstätter ein vorhabensbezogenes Bebauungsplanverfahren eingeleitet werde.

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