Hochwasserschutz ist ein heißes Thema

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Ainring - Ein heißes Thema ist im Moment der Hochwasserschutz im Zusammenhang mit dem Sonnwiesgraben. ÜPW-Sprecher Strobl stellte dazu im Gemeinderat mehrere Anträge.

Verbesserungen des Hoch- und Grundwasserschutzes im Bereich Sonnwiesgraben sind ein besonderes Anliegen der ÜPW Ainring. In der Gemeinderatssitzung vom Dienstag dieser Woche listete Fraktionssprecher Martin Strobl mehrere Anträge auf, die er nicht nur ausführlich begründete sondern mit Bildern, teils mit Luftaufnahmen, per Powerpoint-Präsentation anschaulich darstellte.

Wie Strobl eingangs erläuterte, hätte sich die ÜPW Ainring in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit der Problematik beschäftigt. Dazu habe man neben zahlreichen Gesprächen auch mehrere Ortsbegehungen mit der Bürgerinitiative in Perach/Heidenpoint sowie eine Diskussionsveranstaltung durchgeführt. „Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, den Hoch- und Grundwasserschutz am Sonnwiesgraben zu verbessern", forderte der Fraktionssprecher und gab die Vorschläge bekannt. Hinzufügend sagte er, die Maßnahmen seien von der Gemeinde Ainring mit vertretbarem Aufwand möglich. Die ÜPW Ainring und die Bürgerinitiative seien sich sicher, dass die Vorschläge zu nachhaltige Verbesserungen führen, deshalb sollte die Umsetzung unverzüglich angegangen werden.

Antrag eins: Prüfung und Herstellung einer Ableitungsmöglichkeit im Hochwasserfall bei der Brücke am Südende des Ainringer Moores in das angrenzende Waldstück. Hierzu wurde hingewiesen, dass der Sonnwiesgraben am südlichen Ende des Ainringer Moores aus seiner Verrohrung aus Richtung Moosbauer an Tageslicht trete. Bis zum Durchlass beim Zugang aus Richtung Ainring nehme er dabei eine sehr große Menge an Wasser auf, welches einerseits aus der angesprochenen Verrohrung und andererseits aus Drainagen der angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Grundstücke stamme.

Bei Starkregenereignissen komme es hier tagelang zu einer erheblichen Wasserzufuhr. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative laute der ÜPW-Vorschlag, an der besagten Brücke eine Ableitungs- und Sperrungsmöglichkeit zu schaffen und das Wasser in das nördlich angrenzende Waldstück zu leiten.

Dadurch solle einerseits ein Einleiten von Oberflächenwasser in das Ainringer Moor selbst verhindert und das Moor in seiner einzigartigen Form erhalten werden. Andererseits werde aber dadurch die Hochwassersituation am Sonnwiesgraben im weiteren Verlauf entschärft. Die südlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen könnten durch eine Anpassung und Erhöhung der Böschungskante geschützt und dadurch der Wasserablauf in den Wald erreicht werden.

Im besagten Wald verlaufen bereits jetzt zahlreiche Gräben, welche reaktiviert werden könnten, meinte Strobl. Hierfür seien genaue Planungen, Höhenfeststellungen und mit Sicherheit auch Erdarbeiten erforderlich, um das Wasser in die Waldgrundstücke zu leiten. Das Wasser solle dort zurückgehalten und nach Entspannung der Hochwassersituation dosiert dem Bach wieder zugeführt werden. Ein Eintrag des Wassers in das Ainringer Moor soll nicht erfolgen. Erste Gespräche mit Grundeigentümern hätten nach Aussage Strobls ergeben, dass grundsätzlich Verhandlungsbereitschaft bestehe. Die Modalitäten und Details seien von der Gemeindeverwaltung auf dem Verhandlungsweg zu klären.

Antrag zwei: Abflachung der Kurve im Bachlauf nach dem Anwesen „Möbel Weber" in Heidenpoint und damit Verringerung der Überschwemmung der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Wie Strobl argumentierte, verlaufe der Sonnwiesgraben nach dem Durchfluss unter der B 304 etwa 150 Meter in nördlicher Richtung und mache dann einen Knick um fast 90 Grad in Richtung Adelstetten/Lettengrube. Bei Starkregenereignissen führe der Sonnwiesgraben so viel Wasser, dass es an der besagten Stelle in die nördlich anliegenden Wiesen austrete, dort versickere und den Grundwasserspiegel erhöhe. Mit einer Abflachung der Kurve könnte – so der ÜPW-Vorschlag – der unkontrollierte Wasseraustritt minimiert und damit das unmittelbare Grundwasserproblem entspannt werden.

Antrag drei: Verschiedene Verbesserungsmaßnahmen zur Wiederherstellung des Bachlaufes ab der Lettengrube in Heidenpoint bis zum Durchlass des Sonnwiesgrabens bei der Bahnlinie München – Salzburg. Laut Begründung von Martin Strobl fließe der Sonnwiesgraben dann durch die sogenannte Lettengrube bis zur Bahnlinie München – Salzburg. In der Lettengrube sei ein kleiner Bachlauf zu erkennen und die Durchlässe bei den verschiedenen Wegen seien teilweise zu klein und teilweise instandsetzungsbedürftig. „Ein klares Konzept für den Bach ist nicht erkennbar. Die einzelnen Durchlässe sind in ihrer Dimension nicht aufeinander abgestimmt. Die Gemeindeverwaltung soll hier dringend den Bestand aufnehmen, den Bachlauf optimieren und wiederherstellen und die Durchlässe instand setzen", betonte der ÜPW-Sprecher.

Antrag vier: Verstärkte und intensivierte Pflege des Bachlaufes sowie der Uferstreifen auch im unteren Bachlauf ab der Gaderwies in Richtung Freilassing. Zu diesem Antrag führte Martin Strobl aus, problematisch für den Grundwasserspiegel in den Ortschaften Perach und Heidenpoint seien Überflutungen von landwirtschaftlichen Flächen, welche bei Starkregenereignissen immer wieder auftreten. Im Bereich der Gaderwies bis hin zur Stadtgrenze nach Freilassing sei festzustellen, dass die Pflegemaßnahmen nicht mit derselben Intensität durchgeführt werden, wie im Oberlauf. Dadurch komme es immer wieder zu Verklausungen und Überschwemmungen, welche leicht vermieden werden könnten. Nach Ansicht der ÜPW Ainring und der Bürgerinitiative müsse der Bauhof die Kapazitäten zur Verfügung gestellt bekommen, um seinen Aufgaben in diesem Bereich nachzukommen, Strobl: „Der Bauhof tut was er kann, er muss aber auch seitens der Gemeindeverwaltung die zeitlichen und personellen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen. Als Alternative sollte hier, wie in anderen Bereichen auch, eine Vergabe an Fremdfirmen erfolgen."

Antrag fünf: Abschluss einer Vereinbarung mit der Stadt Freilassing mit dem Ziel, dass der Ablauf des Sonnwiesgrabens in Richtung Sur auch auf dem Stadtgebiet von Freilassing nicht mehr blockiert wird. Hierzu wird noch gesondert berichtet, da in der gleichen Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme von Freilassings Bürgermeister Sepp Flatscher vorlag hinsichtlich einer vorangegangenen Presse- und Internetmeldung, die just dieses Thema betraf.

schl

Rubriklistenbild: © schl

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