Brennpunktthema Hochwasserschutz

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In das jetzige Erdbeerfeld bei der Abzweigung nach Schiffmoning an der Kreisstraße BGL 18 soll ein Sickerbecken angelegt und gemäß in Auftrag gegebenen Gutachten unter anderem auch die Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel und der Grundwasserströme in diesem Bereich untersucht werden.

Ainring - Der vorbeugende Hochwasserschutz ist nach den Ereignissen im letzten Jahr ein brisantes Thema in der Region. Ein neues Sickerbecken bei Schmiding sorgt für Diskussionsstoff:

Vorbeugender Hochwasserschutz war nach Starkregenereignissen, vor allem im vergangenen Jahr, in nachfolgenden Sitzungen des Gemeinderates, ein heißes Thema, wobei die ÜPW-Fraktion in verschiedenen Anträgen für Anregungen und Diskussionsbedarf sorgte Um Gebäude vor Hochwasser, aber auch vor steigendem Grundwasser zu schützen, gibt es unterschiedliche, zwangsläufig viele Meinungen sowie Möglichkeiten, bei der freilich die Gemeinde nichts unversucht lässt, geeignete Maßnahmen zu treffen. Manches konnte in den vergangenen Jahren, vor allem beim Sonnwiesgraben, mit staatlicher Unterstützung verwirklicht werden. Doch nach wie vor gibt es offene Fragen, die über entsprechende Gutachten von Fachexperten beantwortet werden müssen.

Der ÜPW dauert diese Vorgehensweise nach ihren Antragstellungen offensichtlich zu lange. So erkundigte sich in der Gemeinderatssitzung vom 27. Mai Gemeinderat und ÜPW-Vorsitzender Dieter Nowak nach dem Sachstand zum von Fraktionssprecher Martin Strobl gestellten Antrag vom 18. Februar 2014. Es sollte demnach geprüft werden, ob der Mühlstätter Graben im Bereich Schmiding nicht generell in ein Sickerbecken von Perach/Heidenpoint weggeleitet werden könne. Nowaks Kritik richtete sich an den Bürgermeister bzw. Verwaltung, dass der Antrag gemäß der Geschäftsordnung nicht fristgemäß behandelt worden sei.

In Vertretung für den urlaubsbedingt abwesenden 1. Bürgermeister Hans Eschlberger, zeigte 2. Bürgermeister Gerhard Kern die Stellungnahme der Verwaltung mit den einleitenden Worten auf, dass die Behandlung des Antrages ohne jegliche fundierte Diskussionsgrundlage keinen Sinn mache und somit zwangsläufig zur Ablehnung führen müsste.

Es gebe auf damaligen Vorschlag der Verwaltung einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom Dezember 2013, ein hydrogeologisches Gutachten über eine schnellere Realisierbarkeit eines Sickerbeckens im Bereich Schmiding – und damit einhergehend die Stillegung des Sickerbeckens „Demei-Grube“ im Vorgriff auf die Ergebnisse der Untersuchungen der TU München durchzuführen. Das Sickerbecken soll auf dem jetzigen Erdbeerfeld bei der Abzweigung nach Schiffmoning an der Kreisstraße BGLÖ18 angelegt werden. Das Gutachten soll die Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel von Perach und Heidenpoint sowie die Sickerfähigkeit beurteilen.

Basierend auf diesen Beschluss hatte die ÜPW-Fraktion am besagten 18. Februar beantragt, das Gutachten zu erweitern und prüfen zu lassen, ob der Mühlstätter Graben generell in das geplante Sickerbecken abgeleitet werden könne, damit er dort ende.

Aus der Verwaltungs-Stellungnahme zitierte der 2. Bürgermeister, es mache daher keinen Sinn, den ÜPW-Antrag vorab zu behandeln, bevor überhaupt die Ergebnisse des beauftragten und bereits laufenden hydrogeologischen Gutachtens – mehrere zusätzliche Grundwassermessstellen werden eingerichtet – über das Sickerbecken selbst vorliegen. Dieses sei zwingende Voraussetzung für weitergehende Überlegungen. Im Übrigen habe die Verwaltung das beauftragte hydrogeologische Gutachten bereits entsprechend erweitert, da dies nur wenig Mehraufwand für den Gutachter bedeute.

In diesem Zusammenhang wurde auch seitens der Verwaltung ein kurzer Sachstandsbericht zum Stand der Arbeiten durch die Technische Universität München erörtert. Um die Arbeiten zu ermöglichen, habe die Gemeinde bereits nach Vorgabe der TU München unter erheblichem finanziellen Aufwand eine Vielzahl zusätzlicher Grundwassermessstellen beauftragt. Mit der Arbeit der TU München werden folgende Ziele verfolgt: Erfassung hydrogeologischer Verhältnisse im fraglichen Bereich, Interaktion zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser. Weiters erfolge eine Charakterisierung der hydrogeologischen Bedingungen mittels Erfassung der Geologie, Anfertigung eines Grundwassergleichenplanes, Ermittlung des Einflusses von Oberflächenwasser auf das Grundwasser am Mühlstätter Graben, Quantifizierung der Oberflächenwasserinfiltration ins Grundwasser am Mühlstätter Graben, Bestimmung wasserchemischer und isotopenchemischer Zusammensetzung am Mühlstätter Graben und an benachbarten Messstellen.

Wie Gerhard Kern abschließend informierte, würden erste Ergebnisse des Gutachtens Büro Ohin in den nächsten vier Wochen und Ergebnisse der Ausarbeitung der TU München für Oktober erwartet. Die Verwaltung schlage vor, den ÜPW-Antrag dann in diesem Zusammenhang zu behandeln.

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