Polizisten übten den Ernstfall

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Ainring - Mehrere Tote und viele Verletzte bei einem Flugzeugabsturz in Hammerau. Dieses Übungsszenario sollte mehr als 40 Polizisten auf den Ernstfall bestmöglich vorbereiten:

Rund 200 Personen beteiligten sich an dieser einzigartigen Großübung. Kurz vor 8.00 Uhr gingen die ersten Notrufe über die Katastrophe ein. Schnell war klar, dass ein Passagierflugzeug in eine Kiesgrube bei Hammerau gestürzt war. Den Einsatzkräften bot sich ein Bild des Schreckens. Über das Areal waren Verletzte, Leichen, Trümmer- und Gepäckteile verteilt. Dieses Szenario war Ausgangslage für die Spezialisten unterschiedlichster Kriminaldienststellen in Bayern und darüber hinaus.

Umfangreiche Vorbereitung

„Übungsende ist Übungsanfang“, so beschreibt der verantwortliche Leiter, Erster Kriminalhauptkommissar Ludwig Heinz vom BPFI (Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei), die umfassenden Vor- und Nachbereitungsmaßnahmen dieser alljährlich stattfindenden, zweitägigen Großübung. Bis ins kleinste Detail regelt die Übungsanleitung die Vorgaben. Zur realistischen Darstellung druckte man sogar aktuelle Flugtickets und alle Opfer erhielten zur späteren Identifizierung wahrheitsgetreue Identitäten. Es wurden unter anderem große Flugzeugteile mit hohem logistischen Aufwand zum Übungsort verbracht. Hierbei zeigte sich der Einsatz von THW, Bereitschaftspolizei und Mitarbeitern des BPFI als äußerst hilfreich.

Übung als Höhepunkt des Lehrgangs

Gut eine Woche bereiteten sich die Kriminalbeamten in Fachvorträgen, Gesprächen und Workshops allgemein auf die polizeiliche Abarbeitung großer Schadensereignisse vor. Auch Experten aus verschiedenen Fachbereichen ließen ihre umfangreichen Erfahrungen in den Unterricht des über die Grenzen Bayerns hinaus geschätzten Seminars mit einfließen. Ab dem frühen Mittwochmorgen durften dann die theoretischen Inhalte in die Praxis umgesetzt werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Polizeieinsatzkräften und den weiteren anwesenden Fachleuten von Staatsanwaltschaft, Bundeswehr, Bundespolizei, Vermessungsamt und der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung verlief reibungslos.

Besonderes Augenmerk richtet der Fachbereich Kriminaltechnik auf die stetige Fortentwicklung der Seminarinhalte. So kam am Übungstag neben einem Polizeihubschrauber erstmals auch ein leistungsfähiger Multicopter zum Übertragen von Luftbildern der Unglücksstelle zum Einsatz. Diese Innovation erbrachte sowohl für die Seminarteilnehmer als auch die verantwortlichen Lehrkräfte des BPFI zahlreiche neue Erkenntnisse in Bezug auf weitere Möglichkeiten der Erfassung eines Tatortes, die im Rahmen der Fortbildung zukünftig dem Flugunfallseminar als auch anderen Seminaren Eingang finden können.

Trotz schlechten Wetters zu Beginn, mit kurzzeitigen, starken Regenschauern, zog der zuständige Soko-Leiter, Kriminaloberrat Werner Mendler, ein überaus positives Fazit. „Ich fühle mich zukünftig für vergleichbare Einsätze die hoffentlich nie eintreten werden, gut gerüstet“, so Mendler nach Abschluss der Übung.

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