Jungbürgerversammlung im Rathaus Mitterfelden

Jugendliche beschäftigten vor allem die Themen Verkehr und Müll

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Schüler hatten bei der Jugendbürgerversammlung in Ainring das Wort und nutzten das auch.

Ainring/Mitterfelden - Bei der Jungbürgerversammlung in Ainring konnten Jugendliche ihre Anregungen, Ideen und Wünsche vortragen. Zwei Themen stachen dabei besonders hervor.

Was bewegt die Jugendlichen in der Gemeinde Ainring? Womit sind sie zufrieden und wo könnte die Kommune etwas verbessern? Welche Wünsche, Anregungen und Ideen haben sie? Um diese Fragen zu klären, hat Bürgermeister Hans Eschlberger Schüler zur Jungbürgerversammlung in das Rathaus eingeladen, um diesen ein Forum zu bieten. Die Jugendlichen waren dazu aufgerufen, Themen zu nennen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Bei dem traditionellen Treffen zeigten die Mädchen und Buben keine Scheu sich zu äußern.

Mit einem Läuten der Handglocke, wie bei einer normalen Gemeinderatssitzung eröffnete Bürgermeister Hans Eschlberger die Jungbürgerversammlung. Im großen Sitzungssaal der Gemeinde zeigte er sich erfreut über das zahlreiche Kommen der Jugendlichen und bat diese zu sagen, was sie bewege und wo der Schuh drücke und was von der Gemeinde erwartet werde. Stellvertretend bei den jungen Leuten begrüßte er die zehnjährige Hanna. Der Rathauschef hieß auch die anwesenden Gemeinderäte sowie zwei Jugendbeauftragte willkommen. Eschlberger betonte, er sei schon gespannt auf die Anliegen und Themen, über welche man diskutieren könne und bat anschließend den geschäftsleitenden Beamten Martin Nüß einen Ausschnitt aus dem 45- minütigen Gemeindefilm zu zeigen, der die Feuerwehr thematisierte. Auf lustige Weise wurden mehrfach wiederholende Szenen gezeigt, wie man es vor dem Einsatz nicht machen sollte. Die Kernaussage im Film war jedoch, wie die Feuerwehr alarmiert werde, wenn Gefahr für Leib, Leben und Sachwerten droht. Die Gäste konnten sich über eine Kreisübung in Bild und Ton informieren. Die Jugendfeuerwehr hat ihre eigene Schutzkleidung und einen orangenen Helm.

"Gesellschaft lebt vom mitmachen"

Gespannt verfolgen die Jugendlichen den Film über die Feuerwehr.

Nach dem Film betonte der Bürgermeister, man habe gesehen, wie wichtig die Feuerwehr sei, und es da Nachwuchskräfte gebe. „Ihr seid alle eingeladen mit zu machen. Eine Gesellschaft oder Gemeinde könne nicht davon leben, dass man Forderungen stellt, man muss selber seinen eignen Beitrag leisten und sind die Hilfsorganisationen wirklich eine gute Möglichkeit, dass man für seine Gemeinde auch was tut. Ich möchte euch vorneweg darum bitten zu überlegen, ob ihr zur Feuerwehr dazu geht’s oder zum THW oder zum Roten Kreuz oder auch zu anderen Vereinen."

Im Anschluss ging es dann aber um die Belange der Jugendlichen und der Rathauschef bat um Wortmeldungen. Die lockere Atmosphäre der Veranstaltung trug dazu bei, dass die Jugendlichen keine Scheu hatten ihre Anliegen vorzubringen. Auf die Frage, wer den bei der Feuerwehr sei, bekam Bürgermeister eine Antwort. Der Jugendliche ist außerdem noch beim THW. Dieser bemängelt bei der Heimfahrt von den Übungen sei die Kirchenwegstraße beim Bauhof unzureichend beleuchtet.

Mehr Spiegel für die Verkehrssicherheit

Ein anderer Schüler wünscht einen Spiegel in der Heubergstraße, weil zu wenig gesehen werde. Sebastian Sieber, Leiter vom gemeindlichen Jugendtreff "Chill House", nannte ein ähnliches Problem beim Wohnstift Mozart, dort gebe es eine schlechte Einsicht wegen parkender Autos im Kurvenbereich. Er bemängelte ein zu dichtes parken und meinte die Autos gehören alle weg. Bei Verkehrswidrigkeiten gebe es Verwarnungen. In Mitterfelden gebe es eine ziemliche Parkplatznot und es müsse jede Parkmöglichkeit genutzt werden, aber nicht auf Kosten der Sicherheit, deshalb werde man sich das kritisch anschauen.

Ein Jugendlicher, der in Gessenhart gern im Sommer Fußball spielt, monierte dass bei stärkerem Wind ein Tor immer umfalle. Ein Mädchen aus Syrien schilderte die Unübersicht in Feldkirchen bei der Bäckerei. Sie regt an, einen Spiegel aufzustellen, um ein bessere Sicht zu haben, beim Abbiegen Richtung Saalachau. Der Leiter des gemeindlichen „Chill House“, Sebastian Sieber erläuterte, dass es in Perach nur einen Gehweg gebe und dies sei auch zugleich der Schulweg. Er beanstandete die teilweise fehlende Schneeräumung, dadurch weichen die Kinder auf die Straße aus, was nicht sein dürfe. „Der Schulweg ist da wirklich gefährdet!“ Auch die Deutsche Bahn sei hier in der Pflicht und daher bat er Bürgermeister Eschlberger von Seite der Gemeinde Kontakt aufzunehmen. Dieser sprach von sachlichen und berechtigten Anliegen.

„Jeder von euch soll sich mitverantwortliche fühlen"

Ein Jugendlicher beanstandete die Glasscherben auf dem Skaterplatz. Eschlberger meinte, es seien Jugendliche die randalieren oder Falschen zerdeppern, er habe sie schon einige Male angesprochen, dass sie alles wegräumen sollen, manchmal wurde es gemacht und er appellierte: „Jeder von euch soll sich mitverantwortliche fühlen und schauen, dass man diese Glasscherben beseitigt. Jeder kann sich verletzten, das darf nicht seien, jeder soll mithelfen die Sachen zu beseitigen, um sich nicht zu verletzen.“ Er sagte der Bauhof werde sich das ansehen, was da sonst noch alles los ist. Jugendleiter Sieber wies darauf hin, in unmittelbarer Nähe bei der Firma Aesculapi stünden extra Besen bereit.

Ein Mädchen fährt im Winter öfter mit dem Zug und sie regte an, ein weiteres Wartehäuschen am Bahnhof aufzustellen, damit bei Sturm und Kälte die Wartenden einen Unterstand haben. Vor etlichen Jahren investierte die Gemeinde rund hunderttausend Euro für Wartehäusl und die Radlunterstände und er höre zum ersten Mal, dass nicht alle Platz haben, er sagte zu, das Thema aufzugreifen und zu behandeln.

Zu schnelle Autos und verschmierte Wände

Einem Jugendlichen fahren die Autos in Hausmoning Richtung B 20 zu schnell und er schlägt ein Schild mit 30 kmh vor. Bei den mehrmals durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen ergaben sie wenige Überschreitung, betonte der Rathauschef, eine 30er Beschränkung könne man nicht durchsetzen, weil es eine wichtige Verbindungsstraße sei und es keine rechtlichen Möglichkeiten gebe. Wenn jemand zu schnell fahre werde er bei Kontrollen mit Bußgeld belegt. Eine Verbesserung und mehr Sicherheit soll in diesem Jahr noch eine Ampel bringen.

Bei einem Jugendhäuschen werden Wände und Latten angeschmiert, monierte ein Schüler. Bürgermeister Eschlberger sagte, es ist für die Jugend gemacht worden, damit sie sich bei schlechtem Wetter auch irgendwo treffen können, aber wenn die Gemeinde so etwas mache und es koste viel Geld, müsse man erwarten können, dass es pfleglich behandelt und nicht zerstört werde. „Leider passiert es immer wieder beim Skaterplatz oder beim Jugendtreffplatz. Wenn ihr so etwas euren Eltern erzählt, die Steuern zahlen und solche Beschädigungen müssen repariert werden, muss es die Allgemeinheit zahlen." Da viele der Jugendlichen ein Handy haben schlug der Jugendleiter vor, ein Foto zu machen um raus zu finden wer die Übeltäter sind.

Zu eng geparkt - Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer

Vorgebracht wurden die parkenden Autos an der Hallerstraße in Perach. Schüler oder Kinderwägen hätten nicht genug Platz auf dem Gehsteig. Auf der gegenüberliegenden Seite gebe es ein Parkverbot, teilte Eschlberger mit, der von begrenztem Parkraum für die Anwohner und Besucher sprach. Fußgänger Radfahrer dürften jedoch nicht eingeschränkt werden. Personen sollten angesprochen werden, welche unbedacht parken und auf die Problematik hinweisen, meinte das Gemeindeoberhaupt. Ein Parkverbot auszusprechen hält er fast für unmöglich. In einer Straße in Mitterfelden werde sonntags bei der „Auferstehungskirche“ sehr eng geparkt, so das nicht mal die Feuerwehr durch käme, brachte eine Jugendliche vor, wobei in der Nähe geparkt werden dürfte, auch bei ihrem Elternhaus. Laut Aussage der Polizei, sei ein dreimaliges rangieren zumutbar. In Freilassing beginne eine Aktion, dass man mit dem Feuerwehrwagen solche Situationen anschaue und durchfahre und dann klärt, wie die Durchfahrtsproblematik ist, und Kontakt mit den Autofahrern und Anwohnern aufnimmt, um mehr Verständnis zu wecken. Wenn es in der Grenzstadt funktioniere, dann wolle man es auch in Mitterfelden machen.

Ein 11-jähriger hat auf dem Skaterplatz ein Pistole sowie Munition gefunden und kaputt gemacht. Seitens der Erwachsenen kam hier die Aussage auf kürzesten Weg in der Umgebung Hilfe holen und keinesfalls die Gegenstände in die Hand nehmen. Sozialpädagogin Katrin Klotz appelliert an die Jugendlichen, gleich Meldung zu machen. Ein Schüler fragte wegen dem Helmverbot auf Spielplätzen und bekam die Antwort, dass Kinder mit der Befestigung sich verhakten und dadurch kam es bereits zu tödlichen Unfällen. Buben monierten oft kaputte Tornetze auf den Spielplätzen. Zu schnelles Fahren in Wohngebieten sprachen Kinder an. Teilweise ziemlich dunkle Straßenlaternen wurden moniert.

Geländestrecke am Högl und eigene App

Die erste Schulsozialpädagogin im Landkreis BGL, Kathrin Klotz brachte den Wunsch von Jugendlichen aus der Mitterfelden Schule vor, eine Strecke für das Geländefahren am Högl auszuweisen, da dort illegal gefahren werde. Bürgermeister Eschlberger meinte, es sei eine gute Anregung und eine interessante Geschichte, vielleicht könne das geschaffen werden, konnte aber kein Versprechen abgeben. Er hatte spontan keine konkrete Idee dazu. Auch die Haftungsfrage käme auf die Gemeinde zu.

Am Ainringer Ferienprogramm beteiligen sich jährlich über 300 Kinder. Gemeinderat Martin Unterrainer regte an, zwecks Werbung zu Veranstaltungen und Feiern brauche die Gemeinde eine App, um Werbung zu machen. Auf die Frage vom Bürgermeister, wer den etwas aus dem Gemeinderat lese, kamen zwei Meldungen aus den Reihen der Jugendlichen. Einer der geäußerten Wünsche war mehr Sitzgelegenheiten im Schwimmbad zu schaffen. Müll auf Spielplätzen und weitere Verkehrsangelegenheiten thematisierten die Jugendlichen.

Nach einer Schlussrunde bedankte sich Bürgermeister Hans Eschlberger für die sachliche Diskussion, für die bekommenen Anregungen gekommen sind, „Ich hoffe, dass wir einiges umsetzen können und die Wünsche erfüllen können, ich danke euch fürs Kommen und wünsche viel Erfolg weiterhin in der Schule.“

Andres Pils

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