"Homo Sapiens auf neuen Wegen" - Neues über den Ötzi

"Ich habe der Ötzi-Pfeilspitze aus Ainring ein eigenes Kapitel gewidmet"

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Buchcover -Homo Sapiens auf neuen Wegen
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Ainring - Pünktlich zur Uraufführung des Ötzi Filmes „Iceman“ oder „Der Mann aus dem Eis“ auf dem 70. Filmfestival in Locarno erscheint das neue Buch von Alexander Binsteiner. Der Pfeilspitze aus Ainring hat er ein eigenes Kapitel gewidmet:

Ötzi - der Mann aus dem Eis, er ist weltbekannt und sorgt immer wieder für jede Menge Schlagzeilen. Pünktlich zur Uraufführung des Ötzi Filmes „Iceman“ oder „Der Mann aus dem Eis“ auf dem 70. Filmfestival in Locarno in der Schweiz erscheint jetzt auch das neue Buch des renommierten Geoarchäologen Alexander Binsteiner

Waren das die letzten Tage von Ötzi?

Der lange erwartete Film zum Ötzi mit Jürgen Vogel als Hauptdarsteller ist ein aufwendiges Historienepos und eine großartig inszenierte Fiktion vor einer grandiosen Alpenkulisse nach dem Krimi von Frank Schlößer „Der letzte Pfeil“. Zum Winter 2017/2018 kommt das Werk in die Kinos.

Was die Zeitgenossen des Ötzi über die Alpen trieb 

Buchcover -Homo Sapiens auf neuen Wegen

Auch viele Wissenschaftler beschäftigt der Fall Ötzi, So auch den gebürtigen Wasserburger Alexander Binsteiner, der unter anderem den Weg einer Pfeilspitze bis nach Ainring zurückverfolgte. In seinem neuen Sachbuch „Homo sapiens auf neuen Wegen“, das am 1. September im Oberpfälzer Bogner Verlag erscheint, rekonstruiert der Geoarchäologe den Tathergang und das Mordmotiv im Fall Ötzi. Eine Hauptrolle spielt auch in seinem Werk die Pfeilspitze, die schon vor Jahren nahe Ainring gefunden wurde. Ihr widmet er ein eigenes Kapitel „Eine Pfeilspitze aus dem Berchtesgadener Land“. 

Siedlungen am Alpenrand 

Die lange bekannte Steinzeitsiedlung am Auhögl nahe Ainring an der Saalach im Rupertiwinkel war aus verteidigungstechnischer Sicht eine sehr günstig gelegene Anlage am Ausgang des Salzachtales

Man fand mit den vielen Fundstücken auch kistenweise Keramikreste der Altheimer- und der Mondsee-Kultur, die vor rund 5500 Jahren in Bayern und Oberösterreich siedelten. Auch ein Flachbeil aus Arsenkupfer war unter den Funden auf dem Auhögl. 

"Sicher hatte die Siedlung etwas mit dem Kupferhandel am Alpenrand zu tun. Aus der Siedlung von Ainring liegt zudem eine bemerkenswerte Pfeilspitze vor. Sie ist ohne den geringsten Zweifel aus dem Feuerstein der Lessinischen Berge in der Provinz Verona gefertigt worden", so Alexander Binsteiner im Gespräch mit BGLand24.de. Und ergänzt: "Sie gleicht aufs Haar der Pfeilspitze, die noch heute in Ötzis linker Schulter steckt und zum Tode des Eismannes geführt hat".

 Transitrouten über die Alpen 

Nach den neuesten Forschungen stammt das Kupferbeil des Eismannes aus der Toskana. Offenbar führte ein Fernhandelsweg aus Oberitalien über den Alpenhauptkamm ins bayerisch-österreichische Voralpenland

Dass die Remedello-Leute in Bayern waren, ist unstrittig. Auch aus der Schweiz und Oberösterreich liegen entsprechende Funde vor. So spricht der Schweizer Pfahlbauforscher Urs Leuzinger längst vom Ötzi längst als einem „Handelsreisenden der Jungsteinzeit“. 

Die Entfernung zwischen der Toskana und dem Berchtesgadener Land beträgt mehr als 700 Kilometer. Südtirol ist in diesem neuen Szenario nur noch Durchgangsland auf dem Weg ins Nördliche Alpenvorland. Die einzig denkbare Motivation für diese gefährlichen Übergänge, der die Menschen der Jungsteinzeit in die Todeszone der Hochalpen führte, waren die reichen Kupfervorkommen in Nordtirol und am Mitterberg im Salzburger Land. 

Noch aber ist das letzte Wort im Fall Ötzi nicht gesprochen. Die Aufklärung eines Mordfalles aus der Jungsteinzeit bleibt auch weiterhin spannend.

Das Buch erscheint am 1. September im Bogner-Verlag.

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